Sprengbagger 1010 (gesprochen „Sprengbagger tausendzehn“) ist ein 1929 uraufgeführter deutscher Stummfilm des Regisseurs Carl Ludwig Achaz-Duisberg.

Handlung Der Ingenieur Karl Hartmann entwickelt einen neuen Braunkohlebagger. Bei einem Kurzurlaub in seinem Heimatort entdeckt er ein Braunkohlevorkommen und beschließt, den Bagger dort einzusetzen. Direktor March, Leiter der Carolinenwerke, kauft die Flächen auf, während Hartmann die Fertigung des neuen Baggers zu Ende bringt. Es gibt jedoch auch Widerstände: Hartmanns Verlobte, die Gutsherrin Camilla, die das persönliche Glück in Gefahr sieht, und Hartmanns Mutter, welche die Zerstörung der Landschaft und den Verlust der Identität befürchtet. Letztlich räumen Direktor March und Ingenieur Hartmann alle Widerstände aus dem Weg, so dass die Förderung der Braunkohle beginnen kann. Besonders Hartmann zahlt hierfür aber einen hohen Preis: Seine Mutter kommt bei einem Brand in der heimischen Mühle ums Leben und er entfremdet sich von seiner Verlobten. Diese stirbt durch eine Sprengung, bei der ein Berghang, ein vermeintlich sicherer Beobachtungspunkt, einstürzt. Letztlich ist das Tal geräumt und die Braunkohle wird gefördert. Der Film endet mit einem Blick auf eine neu entstandene Fabrik an der Stelle, wo vorher Hartmanns Heimatdorf lag.

Produktionsnotizen Der von Mai bis Oktober 1929 gedrehte Film wurde laut Vorspann am 30. November 1929, gemäß Filmportal am 25. November 1929 uraufgeführt. Er hatte dabei eine Länge von 2712 Metern (etwa 132 Minuten Spieldauer), wurde jedoch kurz danach um etwa 45 Minuten gekürzt. Vom Film existierte nur eine einzige Kopie dieser gekürzten Fassung im Berliner Filmarchiv des Bundesarchivs, die 2010 vom ZDF und ARTE digital restauriert wurde und im März 2011 im Essener Weltkulturerbe Zeche Zollverein zum ersten Mal nach über 80 Jahren aufgeführt wurde.SPRENGBAGGER 1010 – Come-back nach mehr als 80 Jahren in der Zeche Zollverein bei nmz.de, abgerufen am 16. Mai 2011.

Die Filmbauten entwarf Andrej Andrejew, die Aufnahmeleitung hatte Erich Holder, die Produktionsleitung Hans von Wolzogen.

Musik Die Originalpartitur der Filmmusik von Walter Gronostay blieb komplett erhalten und befand sich im Archiv der Berliner Akademie der Künste. Gronostay komponierte die Musik für ein klassisches Kammerorchester, experimentierte aber auch mit den Klängen von Gasflaschen, Werkssirenen und einem achtköpfigen Sprechchor.

Der Mainzer Komponist Bernd Thewes richtete diese Partitur im Auftrag von ZDF und ARTE auf die überarbeitete Filmfassung ein. Das WDR Rundfunkorchester Köln spielte die Musik dann unter der Leitung von Titus Engel neu ein.

Kritiken Der Film erhielt überwiegend negative Kritiken. Nachfolgend eine kleine Auswahl:

Weblinks

Sprengbagger 1010 bei arte.tv

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1929 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Filmdrama