mini|hochkant|Ebbe Hamerik Ebbe Hamerik (* 5. September 1898 in FrederiksbergSalmonsens Konversationsleksikon, Supplement, Band XXVI, Schultz Forlagsboghandel, Kopenhagen 1930, Frederiksberg gehört zum Großraum Kopenhagen, daher wird oft Kopenhagen als Geburtsort angegeben (Hauptstadtregion Kopenhagen); † August 1951, ertrunken im Kattegatdie Angaben zum Todestag variieren: Das Riemann Musiklexikon nennt den 15., The Havard Biographical Dictionary of Music den 11. und wiederum andere den 12.), eigentlich Hammerich, war ein dänischer Komponist und Dirigent.
Leben Ebbe Hamerik ist der Sohn des Komponisten Asger Hamerik und der US-amerikanischen Komponistin und Pianistin Margaret Elizabeth Williams (1867–1942)Dansk Kvindebiografisk Leksikon (dänisches frauenbiografisches Lexikon) sowie der Neffe des Musikforschers Angul Hammerich (1848–1931). Er besuchte 1916 die Sorø-Akademie, wo er bereits erste Stücke komponierte. Hamerik erhielt Privatunterricht bei seinem Vater in Theorie und Orchestrierung. 1917 lernte er Dirigieren bei dem US-amerikanischen Komponisten und Dirigenten Frank van der Stucken, der die letzten Jahre des Ersten Weltkriegs in Kopenhagen zubrachte. 1919 gründete und leitete Hamerik ein Amateur-Orchester. Im selben Jahr wurde er Chor- und Hilfskapellmeister am Königlichen Theater in Kopenhagen, wo er als Dirigent mit Glucks Oper Orpheus und Eurydike debütierte. 1922 verließ er das Theater und widmete sich der Komposition. In den Jahren bis 1927 hielt er sich studienhalber im Ausland auf, u. a. in Lübeck, Mainz und Antwerpen. Zwischen 1927 und 1931 war er Dirigent von Musikforeningen (Musikvereindie Endung en ist Artikel, Musikforeningen heißt also Der Musikverein (vgl. auch Rejsekammeraten)) Kopenhagen, wo er Werke von Bartók, Ravel, de Falla, Reger, Kodály und Prokofjew dirigierte. Ab dann wirkte er als Dirigent in Wien, Leipzig und Dresden. 1933 erhielt er das Ancker-StipendiumReise-Stipendium, benannt nach Carl Andreas Ancker, einem dänischen Mäzen, Sohn eines Großkaufmanns, 1828–1857. 1940 nahm Hamerik als Freiwilliger auf finnischer Seite am sowjetisch-finnischen Winterkrieg teil. 1939 bis 1943 war er häufig Gast beim Dänischen Rundfunk. Er heiratete 1944 Brita Møller, die Tochter des Pianofabrikanten Knud Møller.Kraks Blå Bog (Kraks blaues Buch), 1949 Hamerik war ein leidenschaftlicher Segelsportler. Im August 1951 erlitt er Schiffbruch im Kattegat auf einem Törn von Norwegen nach Schweden. Das Wrack wurde bei Halmstad gefunden, die Leiche blieb verschollen. Die Oper Marie Grubbe und die fünf Cantus Firmiu-Deklination: cantus ist hier die Pluralform machten Hamerik international bekannt.
Werke (Auszug) Opern Stepan, 3 Akte (Libretto Fredrik Nygaarddänischer Bühnenautor und Journalist, 1897–1958, Hameriks Studienfreund an der Sorø-Akademie, Uraufführung 30. November 1924 in Mainz, dänische Premiere am 31. März 1926 in Kopenhagen) Leonardo da Vinci, 4 Szenen aus dem Leben Leonardos (Libretto M. Moretti und C. Muzzi, Uraufführung 28. März 1939 in Antwerpen) Marie Grubbe, 2 Akte (12 Bilder), nach dem Roman von Jens Peter Jacobsen über die historische Gestalt Marie Grubbe (Libretto Fredrik Nygaard, Uraufführung 17. Mai 1940 in Kopenhagen) Rejsekammeraten (Der Reisekamerad), 9 Bilder, nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen (Libretto Karl NielsenDet Virtuelle Musikbibliotek, Uraufführung 5. Januar 1946 in Kopenhagen) Drømmerne (Die Träumer), 2 Akte, nach Karen Blixensalias Isak Dinesen sechster Erzählung aus der Sammlung Syv fantastiske fortællinger (Sieben fantastische Geschichten), polytonales Musikdrama (Libretto Ebbe Hamerik, entstanden 1949, Uraufführung 9. September 1974 in Aarhusbereits am 29. August 1974 im Dänischen Rundfunk) Ballett Dionysia (Uraufführung 1927 in Antwerpen) Orchesterwerke Sommer (Text Fredrik Nygaard) für Orchester und Bariton, 1920 Goethe-Cyclus für Orchester und Bariton, 1928 Orchestervariationen über ein altdänisches Motiv, 1934 5 kurze Symphonien (Cantus Firmus I bis Cantus Firmus V), Entstehungsjahre 1937 bis 1949 Kammermusik 2 Streichquartette (d-Moll und A-Dur), 1917 Streichquintett Quasi Passacaglia e Fuga, 1932 Bläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott), 1942 Lieder Fire Sange (Vier Gesänge), 1916 Upp alla nordens män (schwedisch, nach einem Text des schwedischen Autors Rudolf Hammar)auf Dänisch heißt es: Op alle nordens maend, zu Deutsch: auf alle Männer des Nordens, eine Hymne auf die Freiwilligen des Winterkriegs, 1940 Syv sejler og sømandssange (Sieben Segler- und Seemannslieder), 1943 Danmark i Dag (Dänemark heute), 1945, nach einem Gedicht von Erik Bertelsen (1898–1969)
Literatur Salmonsens Konversationsleksikon, Supplement, Band XXVI, Schultz Forlagsboghandel, Kopenhagen 1930. Wilibald Gurlitt (Hrsg.): Riemann Musiklexikon, 12. Auflage. B. Schott’s Söhne, Mainz 1959. Don Michael Randel (Hrsg.): The Harvard Biographical Dictionary of Music. Harvard University Press, Cambridge 1996.
Weblinks Asger und Ebbe Hamerik in MusicWeb International, englisch Dacapo Records, dänisch
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Dänemark) Kategorie:Dirigent Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1951 Kategorie:Mann Kategorie:Däne