miniatur|Thomas Calabro im Jahre 2009 Thomas F. Calabro (* 3. Februar 1959 in Brooklyn, New York City, New York) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, der sporadisch auch als Regisseur und Produzent in Erscheinung tritt. Außerdem ist er auch als Werbesprecher und im Voice-over-Bereich im Einsatz.
Leben Langsamer Karrierestart Calabro wurde im Jahre 1959 im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn geboren, wo er auch aufwuchs. Seinen ersten Job hatte er laut eigenen Angaben im Alter von acht Jahren, als er in der Imbissstube seines Vaters, welche oberhalb der NYCS-Station Montrose Avenue lag, aushalf. Dabei war er anfangs vorwiegend für kleinere Arbeiten zugeteilt, lernte aber im Grundschulalter die Zubereitung von Sodas, Milchshakes, Malzmilch, Egg creams, Tee und Kaffee. In den ersten Jahren war er zumeist ganztägig am Wochenende in der Imbissstube seines Vaters im Einsatz. Nachdem er unter anderem auch als Tellerwäscher und Lagerarbeiter im Familienbetrieb gearbeitet hatte, kam er als Dreizehnjähriger auch an den Grill und war im Laufe der Jahre auch für die Buchhaltung zuständig. Ab seinem ersten Jahr an der High School arbeitete er den gesamten Sommer über ganztägig im Familienbetrieb und tat dies bis seine Mutter beschloss, als er zu dieser Zeit gerade das College besuchte und sein Vater gerade verstorben war, die Imbissstube zu verkaufen. Dabei arbeitete er als ältester Sohn im Betrieb, bekam jedoch für seine Arbeiten nie ein Entgelt ausbezahlt, da es als Selbstverständlichkeit angesehen wurde, dass er im elterlichen Betrieb mitarbeitete und dies in gleicher Weise, wie auch seine Schwestern im Haushalt mithalfen. Während er in der Imbissstube seiner Eltern arbeitete, besuchte er unter der Woche auch die Schule. Unter anderem war dies von 1970 bis 1973 die Holy Child Jesus Elementary School, eine katholische Schule, die neben der Monsignor William P. Murray Hall auf Höhe der 86th Avenue im Grenzbereich zur 111th Street im Bezirk Queens liegt. Hier hatte er auch seinen ersten Auftritt als Schauspieler, als er im Schulstück Joseph and His Amazing Technicolor Dreamcoat, einem Laientheater, mitwirkte und dabei eine eher kleine Rolle übernahm. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade elf Jahre alt, wobei er bereits ein Jahr später als Zwölfjähriger zu einem weiteren Engagement kam.
Da Calabro, wie auch schon zu dieser Zeit üblich, den Pfadfindern angehörte und in der dortigen Marschkapelle als einer von drei Snare-Drummer in Erscheinung trat, wurde die Marschkapelle vom US-Fernsehsender NBC zu einer Spezialsendung engagiert. Zu dieser Zeit lernte er auch prominente Persönlichkeiten wie Ann Miller oder Fred Gwynne kenne. Während der Aufnahmen zur Sendung wurden die Jungen gebeten, nicht wirklich auf ihren Trommeln zu spielen, sondern lediglich einen Fake-Auftritt hinzulegen. Noch im gleichen Jahr wollte Calabro ein einwöchiges Pfadfinderlager der Boy Scouts of America, denen er angehörte, besuchen. Sein Vater willigte dabei ein, allerdings nur unter der Bedingung, dass sein Sohn sein eigenes Geld verdienen solle, was er schließlich auch im Familienbetrieb tat. Dabei arbeitete er drei Wochen lang von Montag bis Freitag, von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends, im elterlichen Betrieb, der von der Familie immer nur als „The Store“ bezeichnet wurde. Dafür bekam er von seinem Vater 33 Dollar, womit seine Teilnahme am Pfadfinderlager gesichert war. Am Morgen nach seinem Dienstende wurde er von seinem Vater geweckt, der meinte, dass er noch den ganzen Sommer weiterarbeiten solle. Dies tat der junge Thomas Calabro schließlich auch und war noch bis zu seiner Collegezeit im elterlichen Betrieb tätig, wo er kein fixes Gehalt bekam, sondern lediglich mit den erhaltenen Trinkgeldern auskommen musste. Im Jahre 1973 folgte für den Jungen die Aufnahme an der höchst angesehenen Stuyvesant High School mit Sitz an der East Side von Manhattan, der er bis 1977 angehörte. Das Jahr 1974 verbrachte er zum Großteil an der Seite seines Pfadfinderleiters, mit dem er quer durch die Vereinigten Staaten reiste und mit ihm unter anderem auch am Grand Canyon wanderte. Bereits im Jahr darauf kam er als 16-Jähriger zu seinem dritten Engagement als Schauspieler, als er ein weiteres Mal auf der Bühne des Auditoriums an der Holy Child Jesus Elementary School auftrat. Dabei hatte er im Stück Jesus Christ Superstar bereits eine weitaus wesentlichere Rolle als König Herodes inne, für die er im Nachhinein viel Lob und durchaus positive Kritik erhielt.
Allmählicher Durchbruch nach Studienbeginn Im Jahre 1977 folgte seine Aufnahme an der Fordham University, wo er am Bronx Campus erste wirkliche Erfahrungen im Schauspielbereich sammelte. So hatte er zu Beginn seines Studiums noch keine Ahnung, wohin sein weiterer Karriereweg führen wird, da er zu diesem Zeitpunkt noch in den Footballbereich wechseln wollte. Danach kam er auch zu einem Zeitpunkt, als er in die Fußstapfen seiner Schwester treten und eine Karriere als Chirurg einschlagen wollte. Sein Vater wiederum wollte, dass er eine Karriere als Rechtsanwalt beziehungsweise Jurist beginnt, was Thomas Calabro allerdings nicht wollte. Ebenso wenig wollte er in die Gastronomie wechseln, was ebenfalls kurzzeitig als ein Aspekt seines zukünftigen Werdegangs diente. Im Laufe der Zeit besuchte Calabro sämtliche Kurse und fand schließlich an einem Kurs mit dem Titel „Introduction to Theatre“ größeres Gefallen. Durch diesen Kurs und die Ausbildung, die er dabei genoss, fand er schließlich auch den Weg ins Schauspielgeschäft. Seinen damaligen Lehrer, einen bereits älteren Herren, bezeichnete er dabei als für ihn persönlich als sehr einflussreich. Im Sommer des Jahres 1978 sammelte der junge Student an einem sogenannten Summer-Stock-Theater, einem Theater, das vorwiegend Produktionen im Sommer abhält, schauspielerische Erfahrung. Nachdem er in seinem Freshman-Jahr auf der Suche nach Sommerkursen war, erfuhr er, dass er von der Universität vier sogenannte Credit Points erhielte, wenn er an einem Summer-Stock-Theater zum Einsatz käme. Dies war auch das einzige Jahr, dass dies von der Universität genehmigt wurde. Der Kurs wurde dabei mit dem Teil des Lincoln Center Campus der Fordham University zusammengelegt und Calabro war die letzte Person, die vorsprechen musste. Durch seine Rolle als König Herodes, die er einige Jahre zuvor bei seiner Aufführung an der Holy Child Jesus Elementary School innehatte, schaffte er die Aufnahme in den Sommerkurs. Dabei wurde er allerdings nicht als bezahlter Schauspieler ins Team geholt, sondern als unbesoldeter Auszubildender. Um quasi seinen Lebensunterhalt zu sichern, beschloss Calabro einen weiteren Job in einem Restaurant anzunehmen, um sich so für die kommenden zwei Monate am Summer-Stock-Theater, dem Fort Salem Theatre, zu finanzieren. Aus diesem Grund zog er im Sommer kurzzeitig auch nach Fort Salem im Washington County. Die Spielsaison der Theatergruppe bestand dabei auch aus fünf Shows innerhalb dieser zwei Monate, was vor allem der Hauptgrund für Calabros Umzug nach Fort Salem war, da er einem Pendeln entweichen wollte. In dieser Zeit fühlte er sich in gewisser Weise als Arbeitsknecht, da er im Theater jede nur denkbare Arbeit übernehmen musste.
Dennoch liebte er seine Arbeit und kam dabei auch zu kleineren Rollen innerhalb der Produktionen. Dabei „pfuschte“ er sich, laut eigenen Angaben, durch die ganzen Produktionen, in denen er vorwiegend mit Leuten zusammenarbeitete, die bereits seit ihrer frühen Kindheit als Sänger, Tänzer und Schauspieler im Einsatz waren. Zielstrebig kam Calabro schließlich aus den Sommerferien und beschloss mit seinen Kollegen alles daran, an seinen schauspielerischen Fähigkeiten zu arbeiten, um zum bestmöglichen Schauspieler zu werden. Einen ersten großen Schritt sah er darin, seinen Brooklyn-Akzent, der sich bereits vertieft hatte, abzulegen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er allerdings noch keine Ahnung, wie schnell und zum Teil auch schmerzhaft sein weiterer Karriereverlauf beginnen würde. Nachdem er wieder an die Fordham University zurückgekehrt war, wechselte er noch im Studienjahr 1978 vom Bronx Campus an den Lincoln Center Campus, wo er bereits im Sommer zahlreiche Kommilitonen kennenlernte. Gleich im Anschluss sprach er für die erste Produktion der Theatergruppe vor, die am Liberal Arts Campus stattfinden sollte. In der Shakespeare-Produktion A Midsummer Night's Dream war er schließlich in einer eigenen Angaben zufolge großartigen, wenn auch kleinen Rolle zu sehen. Dabei galt er auch als zweite Besetzung des Elfenkönigs Oberon, der in der ersten Besetzung von der späteren Schauspielgröße Denzel Washington gespielt wurde, mit dem Calabro zusammen auch in anderen Produktionen im Einsatz war und ihn noch bis heute als guten Freund bezeichnet. Nur etwa eine Woche vor der Theaterprobe musste Washington, der zu dieser Zeit bereits erste Engagements in Film und Fernsehen hatte, unter anderem 1977 im Fernsehfilm Wilma Rudolph, die schwarze Gazelle, das Team verlassen und die Zweitbesetzung Calabro als König der Elfen ins Team geholt. Um seinen noch immer vorherrschenden Brooklyn-Akzent wegzubringen, wurde Calabro mit einem der herausragendsten Sprechtherapeuten dieser Zeit in Verbindung gebracht. Mit der Logopädin Fay Van Saal ging er dabei jedes einzelne Wort seines Dialogs in der gesamten Produktion durch und arbeitete sich dabei mit ihrer Hilfe Buchstabe für Buchstabe, Vokal für Vokal usw. voran. Dennoch konnte er sich durchsetzen und kam noch im selben Jahr auch in anderen Produktionen, wie Tea and Sympathy, zu dem unter anderem 1956 bereits ein Film gedreht wurde, der im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Anders als die anderen bekannt ist, sowie den Werken Blood Wedding und You’re a Good Man, Charlie Brown.
Weitere Theater- und Festivalauftritte ab dem zweiten Studienjahr