mini|hochkant|Außenansicht mini|hochkant|Inneres: Vierungsgewölbe und Altarraum Sankt Mariä Himmelfahrt ist die katholische Pfarrkirche in Schwedt/Oder, Landkreis Uckermark. Sie entstand 1895–1898 nach Plänen von Max Hasak und ist heute denkmalgeschützt.
Geschichte Eine katholische Pfarrgemeinde wurde in Schwedt nach der Reformation erst 1853 wieder errichtet. Sie bestand nur aus wenigen ortsansässigen Familien sowie den katholischen Garnisonsangehörigen. Am Rand der damaligen Altstadt wurde ein Gartenlokal erworben und dessen Tanzsaal zum Kirchraum umgebaut. Der Bau der heutigen repräsentativen Kirche an gleicher Stelle ist wesentlich der Initiative und finanziellen Unterstützung des Schwedter Stadtverordneten und Ehrenbürgers Clemens Ortmeyer zu verdanken.
Zur katholischen Pfarrei Schwedt gehört seit 2003 auch die ehemalige Pfarrei Angermünde mit der dortigen Mariä-Himmelfahrt-Kirche.
Architektur Max Hasak entwarf die Kirche im neugotischen Stil mit Formen der norddeutschen Backsteingotik. Das Langhaus ist ein hoher, einschiffiger, überwölbter Saal von nur zwei Jochen Länge. Daran schließen sich ein Querhaus mit beidseitigen ZiergiebelnDie Gestaltung des Giebeldreiecks ähnelt dem der ehemaligen Franziskanerkirche in Angermünde. und Fensterrosetten (2013 von dem Glasbildner Thomas Kuzio gestaltet) sowie der Altarraum mit polygonaler Rückwand an. Den gegenüberliegenden Abschluss bildet der hochragende, querrechteckige Turmriegel, der einen schlanken Dachreiter trägt.
Ausstattung Das Innere war ursprünglich reich mit neugotischen Figuren und Wandmalereien ausgestattet. Ein Bombentreffer am 18. April 1945 und die Umgestaltung der Jahre 1969–71 nach einem Entwurf von Friedrich Press ließen einen auf den neuen Zelebrationsaltar zentrierten Raum entstehen, der schon seit den 1980er Jahren als ästhetisch und liturgisch unzureichend empfunden wurde. Bei der Sanierung und Renovierung von 1997 bis 1999 wurde, vor allem durch Wiederherstellung des Altarraums, an die ursprüngliche Raumwirkung angeknüpft.
Älter als die Kirche sind einige Ausstattungsstücke: der zentrale Crucifixus (1580), eine Pietà (14. Jahrhundert) und eine Anna selbdritt (1490). Die Buntglasfenster entstanden 1964. Den Kreuzweg von Hans Schindler erhielt die Kirche 1980, die Orgel der Firma Sauer 1988.
Glocken Seit der Beschlagnahmung des ersten Geläutes (Petit & Gebr. Edelbrock, 1901) im Ersten Weltkrieg verblieb der Kirchturm ohne Glocken. Am 30. Juli 2021 erfolgte der Guss eines vierstimmigen Bronzegeläuts im Salve-Regina-Motiv wiederum von der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher, das am 24. Dezember 2021 zum ersten Mal erklang. +NameTonGewicht (kg)GießereiHl. Mariaes'1427Petit & Gebr. Edelbrock, GescherSel. B. Lichtenbergg'696Petit & Gebr. Edelbrock, GescherHl. Hedwigb'450Petit & Gebr. Edelbrock, GescherHl. Josefc''368Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher
Weblinks
Geschichte und Architektur Internetpräsenz der Pfarrgemeinde Informationen zur katholischen Kirche in Schwedt auf der Homepage Uckermark-Kirchen Orgel
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Schwedt/Oder Kategorie:Pfarrkirche des Erzbistums Berlin Schwedt Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Brandenburg Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude St. Maria Himmelfahrt Kategorie:Bauwerk von Max Hasak SchwedtOder