Thomas Prantner (* 9. September 1964 in Wien) ist ein österreichischer Journalist und Manager. Er war von Jänner 2007 bis September 2022 Direktor für Online und Neue Medien des ORF.

Leben und Karriere Er maturierte am Humanistischen Gymnasium im Kollegium Kalksburg Wien. 1984 war Prantner Volontär des ORF in der TV-Auslandsredaktion des Aktuellen Dienstes und 1985 redaktioneller Mitarbeiter der Sendung „Auslandsreport“. Prantner war unter anderem für die Zeitschriften WIENER und Basta tätig, bevor er 1988 in die ORF-Öffentlichkeitsarbeit kam und 1994 als persönlicher Referent und Büroleiter von Generalintendant Gerhard Zeiler arbeitete.

Von Juni 1995 bis April 2002 war Thomas Prantner Pressesprecher des ORF und Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, 1999 erhielt er die Prokura. Am 1. Mai 2002 wurde er zum ORF-Marketingchef und Leiter der Hauptabteilung Zentrales Marketing bestellt.

Prantner war ab April 2012 Leiter der Hauptabteilung Online und neue Medien und stellvertretender Direktor für Technik, Online und neue Medien. Er zeichnet als solcher unter anderem für die „ORF TVThek“ verantwortlich."Format" Interview mit Thomas Prantner vom 28. Dezember 2010"derstandard.at" Artikel über langfristige TVThek Pläne"Profil Online" Artikel über Thomas Prantner

Im November 2021 wurde bekannt, dass er den ORF im September 2022 verlassen wird. 2023 gründete er die Vermarktungsagentur C3 Stars. Von der Landesregierung Kunasek wurde er im Jänner 2025 als Nachfolger von Klaus Poier zum Vertreter der Steiermark im ORF-Stiftungsrat bestellt. Zeitgleich mit seiner Bestellung stellte er aus Compliancegründen seine Aktivitäten für seine Vermarktungsagentur C3 ein.

Im April 2026 wurden durch die Enthüllungen eines Whistleblowers zahlreiche interne Memos und E-Mails von ihm und diverse Vorwürfe gegen ihn öffentlich. Die Dokumente belegen eine enge Vernetzung mit der FPÖ, die Bearbeitung politischer Interventionen sowie interne Machtkämpfe um Führungspositionen im ORF. Zudem thematisieren die Unterlagen Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegenüber einer Mitarbeiterin, die Gegenstand eines Verfahrens der ORF-Gleichbehandlungskommission waren. Der ORF-Redaktionsausschuss sprach Prantner im April 2026 das Misstrauen aus. Im Mai 2026 legte Prantner seine Funktion als ORF-Stiftungsrat der Steiermark zurück.

Prantner ist Mitbegründer der seit 1989 existierenden Unabhängigen Bürgerliste Hinterbrühl.

Er ist der Sohn des Theologen Robert Prantner.

Weblinks "Der Standard" Artikel über Prantners mögliche Kandidatur zum ORF-Generaldirektor

Einzelnachweise

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