Thomas Klein (* 23. März 1971) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. In der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs, der Oberliga, spielte er für den Halleschen FC Chemie. Klein ist mehrfacher Nachwuchsnationalspieler des DFV.

Sportliche Laufbahn Gemeinschafts-, Club- und Vereinsstationen Klein besuchte ab 1985 die Hallenser Kinder- und Jugendsportschule „Robert Koch“ und zählte zur Nachwuchsabteilung des Halleschen FC Chemie, dem Fußballschwerpunkt des DDR-Bezirks Halle, zu dem er 1983 von der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Turbine Halle gewechselt war. 1987/88 und 1988/89 spielte Klein für den Fußballclub aus der Saalestadt als Abwehrspieler in der Juniorenoberligaelf.

Als 18-Jähriger absolvierte Klein bereits seine ersten Spiele in der DDR-Oberliga. Seinen Einstand gab er dort am 29. April 1989 in einer Begegnung des 21. Spieltages, die der HFC Chemie mit 3:0 gegen den 1. FC Union Berlin gewann. Er wurde in der 80. Minute eingewechselt. Bis zum Saisonende bestritt er weitere vier Oberligaspiele, wobei er in den letzten drei Spielen von Beginn an mitwirkte. Im Sommer 1989 wurde Klein, zu diesem Zeitpunkt als Lehrling geführt, offiziell in das Aufgebot der Hallenser Oberligamannschaft aufgenommen. In den ersten fünf Punktspielen der Oberligasaison 1989/90 war er als Mittelfeldspieler gesetzt, pausierte vier Spiele und wurde danach noch einmal am 8. November 1989, also am Tag vor dem Mauerfall, für 74 Minuten eingesetzt.

Anschließend nutzte Klein die Öffnung der DDR-Grenzen, um mit seinem Bruder in die Bundesrepublik überzusiedeln. Er schloss sich dem Bundesligisten 1. FC Köln an, der ihn jedoch bis zum Saisonende weder in seiner 1. noch in seiner Amateurmannschaft, in der er trainierte, einsetzen konnte. Ein wechsel scheiterte nach Kleins Erinnerung an der Ablöseförderung der Hallenser. Daraufhin kehrte Klein im Sommer 1990 in die Saaalestadt zurück. Das 1,75 Meter große Talent wurde wieder in das Oberligaaufgebot für die letzte eigenständigen Saiso des ostdeutschen Erstligafußballs aufgenommen. Trainer Bernd Donau setzte ihn nur noch in einem Punktspiel ein. Am 6. Oktober 1990 bestritt Klein in der Partie des 7. Oberligaspieltages zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und dem HFC (0:3) sein letzte Erstligabegegnung, in der er in der 55. Minute eingewechselt wurde. Damit war er innerhalb von drei Spielzeiten nur auf zwölf Punktspieleinsätze gekommen, ohne dabei ein Tor zu erzielen.

Nach seinen Angaben wurde er auch in der 2. Bundesliga, die die Hallenser erreichen konnten, in zwei Spielen eingesetzt. Aber die Print- und Online-Daten aus der bis heute (2026) einzigen HFC-Zweitligaspielzeit geben dies nicht her. Denn bereits im Sommer 1991 wird der 20-jährige Fußballer bereits als Neuzugang des FC Anhalt Dessau erwähnt, der nach Zusammenführung von ost- und westdeutschem Fußball in der Premierensaison der drittklassigen Amateur-Oberliga im NOFV-Bereich antrat. In der Spielzeit 1993/94 wechselte Klein innerhalb der NOFV-Amateur-Oberliga von Dessau zum SV Merseburg 99. Später kehrte er über die Station FC Grün-Weiß Wolfen zum Halleschen FC zurück.

Auswahleinsätze In seinen beiden Juniorenjahren, der damaligen bundesdeutschen A-Jugend entsprechend, zählt Thomas Klein Ende der 1980er-Jahre zu den Aufgeboten der DDR-Auswahlmannschaften U-17 und U-18.

Im Sommer 1989 berief der DFV den HFC-Kicker in den Kaderkreis der DDR-Olympialelf, mit der er unter anderem drei Länderspiele und weitere Partien gegen Vereine oder Regionalauswahlen bestritt. Noch vor Beginn der Qualifikationsspiele für Olympia 1992, die nunmehr an die U-21-EM geknüpft waren, wurde die Mannschaft im Zuge der deutschen Wiedervereinigung zurückgezogen.

Weiterer Werdegang Gegen Ende der 1990er-Jahre arbeitete der frühere Kicker im Trainerstab des Halleschen FC. Danach führte in die Jobsuche nach Österreich, wo er als Lkw-Fahrer arbeitete. Später kam Klein nach Halle zurück. Dort trainierte er ab Sommer 2019 den Verbandsligisten Blau-Weiß Dölau.

Literatur Andreas Baingo, Michael Horn: Geschichte der DDR-Oberliga. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2003, ISBN 3-89533-428-6, Seite 319. Hanns Leske: Die DDR-Oberligaspieler. Ein Lexikon. AGON Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-392-9, Seite 237.

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