Dieser Artikel fasst die Etappen des Giro d’Italia 2011 zusammen.

1. Etappe am 7. Mai von Venaria Reale nach Turin (19,3 km; Mannschaftszeitfahren) Ergebnis der 1. Etappe Etappensieger HTC-Highroad 20:59 min Zweiter Team RadioShack + 0:10 min Dritter Liquigas-Cannondale + 0:22 min Vierter Omega Pharma-Lotto + 0:22 min Fünfter Team Garmin-Cervélo + 0:24 min Sechster Lampre-ISD + 0:24 min Siebter Rabobank Cycling Team + 0:26 min Achter Saxo Bank SunGard + 0:30 min Neunter Sky ProCycling + 0:37 min Zehnter Vacansoleil-DCM + 0:37 min Zwischenstand nach der 1. Etappe Erster Marco Pinotti 20:59 min Zweiter Lars Bak gl. Zeit Dritter Kanstanzin Siuzou gl. Zeit Nachwuchswertung Bjorn Selander 21:09 min Zweiter Eros Capecchi + 0:12 min Dritter Klaas Lodewyck + 0:12 min Teamwertung HTC-Highroad 20:59 min Zweiter Team RadioShack + 0:10 min Dritter Liquigas-Cannondale + 0:22 min

Der Auftakt des 94. Giro d’Italia fand anlässlich des 150. Jahrestages der italienischen Einheit in der ersten gesamtitalienischen Hauptstadt Turin statt. Ein Mannschaftszeitfahren führte die 23 Teams vom Königsschloss auf einem flachen Kurs nach Turin hinein.

Das Team Omega Pharma-Lotto ging um 15:50 Uhr als erstes Team von der Startrampe. Sie legten im Ziel eine Zeit von 21:21 Minuten vor. Das Team Androni Giocattoli leistete sich einen kleinen Fehlstart, war dann bei der Zwischenzeit zwar eine Sekunde schneller, im Ziel lagen sie aber hinter dem belgischen Team, genau wie die meisten nach ihnen gestarteten Teams. Das Rabobank Cycling Team ist das erste Team, das mit nur vier Sekunden Rückstand in die Nähe der Bestzeit kam. Erst das Team HTC-Highroad konnte im Ziel mit 20:59 Minuten eine neue Bestmarke aufstellen, obwohl bei der Zwischenzeit einige andere Teams die Zeit von Omega Pharma-Lotto unterbieten konnten. Mit zehn Sekunden Rückstand erreichte das Team RadioShack den zweiten Platz. Vor dem überraschend starken zeitgleichen Omega-Team konnte sich noch Liquigas-Cannondale auf den dritten Platz schieben. Das Team Euskaltel-Euskadi erreichte nur den letzten Platz, wodurch der Spanier Igor Antón von allen Mitfavoriten am meisten Zeit verlor. Als letztes Team startete das Movistar Team. Das Rosa Trikot des Gesamtführenden übernahm zum zweiten Mal in seiner Karriere nach 2007 der italienische Zeitfahrmeister Marco Pinotti, der als erster Fahrer seines Teams über den Zielstrich fuhr.

Zwischenstand Zwischenzeitmesspunkt (9,1 km)

Erster HTC-Highroad 9:48 min Zweiter Dritter Vierter Fünfter Sechster Siebter Achter Neunter Zehnter

2. Etappe am 8. Mai von Alba nach Parma (244 km) Ergebnis der 2. Etappe Etappensieger Alessandro Petacchi 5:45:40 h Zweiter Mark Cavendish gl. Zeit Dritter Manuel Belletti gl. Zeit Vierter Roberto Ferrari gl. Zeit Fünfter Borut Božič gl. Zeit Sechster Davide Appollonio gl. Zeit Siebter Tyler Farrar gl. Zeit Achter Robbie McEwen gl. Zeit Neunter Wouter Weylandt gl. Zeit Zehnter Matteo Montaguti gl. Zeit Zwischenstand nach der 2. Etappe Erster Mark Cavendish 6:06:39 h Zweiter Kanstanzin Siuzou + 0:12 min Dritter Craig Lewis + 0:12 min Punktewertung Alessandro Petacchi 25 P. Zweiter Mark Cavendish 20 P. Dritter Manuel Belletti 16 P. Bergwertung Sebastian Lang 3 P. Zweiter Valerio Agnoli 2 P. Dritter Cristiano Salerno 1 P. Nachwuchswertung Bjorn Selander 6:06:49 h Zweiter Jan Bakelants + 0:10 min Dritter Gert Dockx + 0:12 min Teamwertung HTC-Highroad 20:59 min Zweiter Team RadioShack + 0:10 min Dritter Liquigas-Cannondale + 0:22 min

Die mit 244 Kilometern längste, aber bis auf eine kleine Bergwertung völlig flache Etappe nach Parma wurde lange Zeit vom Deutschen Sebastian Lang vom Team Omega Pharma-Lotto bestimmt, der sich nach drei Kilometern vom Feld absetzte und als Solist an der Spitze bis zu 20 Minuten Vorsprung herausfuhr. Beim Zwischensprint lag der Vorsprung allerdings nur noch bei etwa 3:30 Minuten, Wouter Weylandt erreichte hier den zweiten Platz. Nach dem Gewinn der einzigen Bergwertung des Tages 33 Kilometer vor dem Ziel des Tages ließ sich Lang, inzwischen nur noch mit knapp über zwei Minuten Vorsprung, ins Feld zurückfallen. Auch eine weitere Attacke von acht Fahrern, die von Leonardo Giordani initiiert wurde, wurde vom Feld vereitelt, wobei es auch zu einem Sturz von Eduard Worganow kam.

Somit kam es zum Massensprint, in dem Alessandro Petacchi von Lampre-ISD unter heftigem Protest des Zweitplatzierten Mark Cavendish (HTC-Highroad), der eine Behinderung vonseiten des Italieners erkannt haben wollte, den Sieg herausfuhr. Dank der Zeitbonifikation von zwölf Sekunden für den Zweiten übernahm Cavendish aber die „Maglia Rosa“ von seinem Teamkollegen Marco Pinotti.

Zwischensprint Zwischensprint in Salsomaggiore Terme (202,6 km)

Erster Sebastian Lang 5 P. Zweiter Wouter Weylandt 4 P. Dritter Jan Bakelants 3 P. Vierter Alan Marangoni 2 P. Fünfter Valerio Agnoli 1 P. Sechster Matteo Tosatto 0 P.

Bergwertung Tabiano Castello, Kategorie 4 (210,4 km)

Erster Sebastian Lang 3 P. Zweiter Valerio Agnoli 2 P. Dritter Cristiano Salerno 1 P.

3. Etappe am 9. Mai von Reggio nell’Emilia nach Rapallo (173 km) Ergebnis der 3. Etappe Etappensieger Ángel Vicioso 3:57:38 h Zweiter David Millar gl. Zeit Dritter Pablo Lastras gl. Zeit Vierter Daniel Moreno gl. Zeit Fünfter Christophe Le Mével gl. Zeit Sechster Bram Tankink + 0:12 min Siebter Jérôme Pineau + 0:12 min Achter Sacha Modolo + 0:21 min Neunter Fabio Taborre + 0:21 min Zehnter Matteo Montaguti + 0:21 min Zwischenstand nach der 3. Etappe Erster David Millar 10:04:29 h Zweiter Ángel Vicioso + 0:07 min Dritter Kanstanzin Siuzou + 0:09 min Punktewertung Alessandro Petacchi 28 P. Zweiter Ángel Vicioso 25 P. Dritter David Millar 20 P. Bergwertung Gianluca Brambilla 5 P. Zweiter Christophe Le Mével 3 P. Dritter Sebastian Lang 3 P. Nachwuchswertung Jan Bakelants 10:04:58 h Zweiter Eros Capecchi + 0:02 min Dritter Diego Ulissi + 0:04 min Teamwertung Team Garmin-Cervélo 29:31:38 h Zweiter HTC-Highroad + 0:18 min Dritter Team RadioShack + 0:28 min

Das dritte Teilstück führte über 173 Kilometer von Reggio Emilia an die Meeresküste nach Rapallo. Neben dem Sprint waren zwei Bergwertungen zu absolvieren, einer der 3. und einer der 4. Kategorie, die letztlich einen Massensprint verhinderten.

Bart De Clercq von Omega Pharma-Lotto, Gianluca Brambilla (Colnago-CSF Inox), Pavel Brutt vom Katjuscha und Davide Ricci Bitti (Farnese Vini-Neri Sottoli) bildeten die Ausreißergruppe des Tages, die sich nach etwa 30 Kilometern gebildet hatte und einen Maximalvorsprung von ungefähr sechs Minuten erarbeiten konnte. Mark Cavendish war in einen ersten Sturz des Tages verwickelt, wodurch er kurz den Anschluss verlor. Am Passo del Bocco, einer sechs Kilometer langen Bergwertung der dritten Kategorie, gab es mehrere Attacken an der Spitze, wobei Brambilla siegreich war und damit ins Grüne Trikot des Bergbesten fuhr. Bitti verlor den Anschluss an die anderen drei, schloss aber in der Abfahrt wieder zum Führungstrio auf. Noch vor der folgenden Bergwertung wurde die Gruppe allerdings eingeholt. Dort griff eine sechsköpfige Gruppe um Fabian Wegmann (Leopard Trek)an, während der Gesamtführende Mark Cavendish den Anschluss ans Feld verlor. Christophe Le Mével vom Team Garmin-Cervélo gewann die Bergwertung vor Pablo Lastras vom Movistar Team und Daniel Moreno (Katjuscha). Danach konnten sich die drei zusammen mit Ángel Vicioso (Androni Giocattoli) absetzen. Jérôme Pineau war unterdessen der nächste Angreifer. Auf der Abfahrt und einer anschließenden kurzen Welle schloss auch noch Le Mévels Teamkollege David Millar zur Spitze auf, die vom Hauptfeld nicht mehr eingeholt werden konnte und den Tagessieg schließlich unter sich ausmachte. Der Spanier Ángel Vicioso war hierbei im Sprint nicht zu schlagen, der Tageszweite Millar übernahm dafür das Rosa Trikot. Bram Tankink und Pineau, die sich ebenfalls aus dem Feld gelöst hatten, kamen mit zwölf Sekunden Rückstand als erste Verfolger ins Ziel. Sacha Modolo gewann den Sprint des Pelotons um Rang acht. Cavendish rollte schließlich in einer abgehängten Gruppe ins Ziel.

Tod Weylandts Überschattet wurde das sportliche Geschehen vom tödlichen Unfall des belgischen Profis Wouter Weylandt, der auf der Abfahrt vom Passo del Bocco mit dem Pedal seines Rades an einem Randstein streifte, wobei sich das Pedal löste und Weylandt ungefähr zwanzig Meter durch die Luft geschleudert wurde und gegen eine Mauer prallte, bevor er kurz darauf seinen schweren Kopfverletzungen trotz der Reanimationsversuche des Rettungsteams erlag. Daraufhin wurde die Siegerehrung nach Ende der Etappe abgesagt.

Zwischensprint Zwischensprint in Chiavari (160,1 km)

Erster Matteo Tosatto 5 P. Zweiter Marco Marzano 4 P. Dritter Alberto Contador 3 P. Vierter Aljaksandr Kuschynski 2 P. Fünfter Danilo Hondo 1 P. Sechster Stefano Garzelli 0 P.

Bergwertungen Passo del Bocco, Kategorie 3 (133,3 km)

Erster Gianluca Brambilla 5 P. Zweiter Pavel Brutt 3 P. Dritter Bart De Clercq 2 P. Vierter Davide Ricci Bitti 1 P.

Madonna delle Grazie, Kategorie 4 (164 km)

Erster Christophe Le Mével 3 P. Zweiter Pablo Lastras 2 P. Dritter Daniel Moreno 1 P.

4. Etappe am 10. Mai von Genua/Quarto dei Mille nach Livorno (216 km) Am vierten Tag sollte der Weg das Feld über den Passo del Bracco, eine Bergwertung der dritten Kategorie, sowie über Pisa nach Livorno führen. Ungefähr 18 Kilometer vor dem Ziel bot eine Bergwertung der vierten Kategorie Gelegenheit zur Attacke.

Doch einen Tag nach dem Tod des Belgiers Wouter Weylandt wurde der Abschnitt auf Wunsch der Fahrer allerdings neutralisiert gefahren, wobei auf den letzten fünf Kilometern das geschlossene Leopard-Trek-Team von Weylandt sowie sein guter Freund Tyler Farrar vom Team Garmin-Cervélo an die Spitze des Pelotons fuhren und sichtlich gerührt Arm in Arm die Ziellinie überquerten. Die Gesamtstände in allen Klassements, die sich nach der dritten Etappe ergeben hatten, wurden an diesem Tag beibehalten.

5. Etappe am 11. Mai von Piombino nach Orvieto (191 km) Ergebnis der 5. Etappe Etappensieger Pieter Weening 4:54:49 h Zweiter Fabio Duarte + 0:08 min Dritter José Serpa + 0:08 min Vierter Christophe Le Mével + 0:08 min Fünfter Oscar Gatto + 0:08 min Sechster Vincenzo Nibali + 0:08 min Siebter Alberto Contador + 0:08 min Achter Michele Scarponi + 0:08 min Neunter Joaquim Rodríguez + 0:08 min Zehnter Roman Kreuziger + 0:08 min Zwischenstand nach der 5. Etappe Erster Pieter Weening 14:59:33 h Zweiter Marco Pinotti + 0:02 min Dritter Kanstanzin Siuzou + 0:02 min Punktewertung Alessandro Petacchi 28 P. Zweiter Christophe Le Mével 26 P. Dritter Pieter Weening 25 P. Bergwertung Martin Kohler 10 P. Zweiter Gianluca Brambilla 8 P. Dritter Christophe Le Mével 5 P. Nachwuchswertung Steven Kruijswijk 15:00:01 h Zweiter Fabio Duarte + 0:15 min Dritter Peter Kennaugh + 0:22 min Teamwertung Movistar Team 44:17:26 h Zweiter Pro Team Astana + 0:18 min Dritter Geox-TMC + 0:34 min

mini|David Millar im „Maglia Rosa“ Die fünfte Etappe führte die Fahrer von der Küstenstadt Piombino ins Landesinnere nach Orvieto. Nach einem recht flachen Beginn folgte nach einem kleineren Anstieg ein etwas längerer Hügel, auf dem der Zwischensprint des Tages ausgefahren wurde. Nach einer kurzen Abfahrt stieg das Gelände erneut an zur ersten Bergwertung der dritten Kategorie. Eine weitere Bergwertung gleicher Kategorie stand wenig später an, allerdings war die aufwärts führende Straße nicht asphaltiert oder gepflastert. Noch vor der ansteigenden Zielankunft folgte ein weiterer Schotterabschnitt.