Die Selb-Wunsied(e)ler HochflächeDie ursprüngliche und auch am häufigsten zitierte Bezeichnung aus dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands lautet Selb-Wunsiedler Hochfläche; Das BfN verwendet demgegenüber in seinem Landschaftssteckbrief die Bezeichnung Selb-Wunsiedeler Hochfläche, in seinem Kartendienst Schutzgebiete jedoch die ursprüngliche Bezeichnung. ist eine wald- und bergreiche Hochebene im inneren Fichtelgebirgs-Hufeisen. NaturräumlichE. Meynen und J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands – Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960) stellt die Hochfläche die Haupteinheit 395 und die Untereinheiten Selb-Wunsiedler Hügelland (395-A) und Selber Forst (395-B)Naturräumliche Untergliederung innerhalb der Haupteinheitengruppe Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge (39) dar, die sich vom Thüringer Wald bis zum Fichtelgebirge erstreckt. Seit September 2010 existiert ein Neuentwurf der Naturräume Nordostbayerns, innerhalb dessen die Hochfläche bei leicht abweichender Grenzziehung als Naturraum Inneres Fichtelgebirge ausgewiesen ist.
Geographie Die Hochebene beginnt nördlich des Flusses Eger im Osten bei Sommerhau über Libá (deutsch: Liebenstein) und Hazlov (deutsch: Haslau) in Tschechien und setzt sich über Schönwald und Kirchenlamitz bis Weißenstadt im Westen fort. Südlich der Eger reicht die Hochebene von Hohenberg an der Eger und Schirnding im Osten über Waldershof bei Marktredwitz bis Wunsiedel (Zeitelmoos) und Voitsumra im Westen.
Naturräumlich wird die Selb-Wunsiedler Hochfläche in das Selb-Wunsiedler Hügelland (395-A) und in den Selber Forst (395-B) unterteilt.Naturräumliche Untergliederung
Auf tschechischer Seite setzt sie sich im nördlichen Teil im Ašská vrchovina (deutsch etwa: Ascher Bergland), im mittleren Teil, im Anschluss an den Selber Forst, in der Hazlovská pahorkatina (deutsch etwa: Haslauer Hügelland) und im südlichen Teil in der Chebská pánev (deutsch: Egerbecken) fort.
In der geomorphologischen Gliederung des Nachbarlandes Tschechien wird das Ašská vrchovina, der Hazlovská pahorkatina sowie der Chebská pahorkatina (deutsch etwa: Egerer Hügelland) dem (inneren) Fichtelgebirge als Haupteinheit Smrčiny (I3A-1) zugeordnet.Smrčiny (Fichtelgebirge) mini|Kirchenruine auf dem Katharinenberg mini|Der Wartbergturm bei Thiersheim
Geologie Geologisch besteht der Gebirgsstock im Wesentlichen aus Granit. Die Geschichte seiner Orogenese beginnt im Präkambrium vor etwa 750–800 Millionen Jahren – fast 20 % der Erdgeschichte deckt das Gebirge ab, was nur für wenige der noch bestehenden Rumpfgebirge zutrifft. Die Selb-Wunsiedler Hochfläche ist vielfach von Basaltkegeln durchsetzt.
Berge Zu den Bergen in der Selb-Wunsiedler Hochfläche gehören, sortiert nach der Höhe in Metern (m) über Normalnull (NN): BergHöhe (m)Dominanz (km)Prominenz (m) AnmerkungBerg 691 1,9 33 unmittelbar südwestlich an Birk anschließendWartberg (Selb) 688 3,0 58 Lage: Selber Forst (Wintersport, Schlepplift); an der Wasserscheide der Obereger zum Schladabach, die 3 km nordöstlich auf die Eger-Mittelelbe-Wasserscheide des Elstergebirges trifft.Namenlose Anhöhe 687 1,2 21 Flurname „Schottenholz“; westlich an den Hüttelberg anschließend;Röhrberg 682 4,4 36 Hauptgipfel: unmittelbar nördlich von Valetsberg, knapp 1 km nordöstlich des Rehbergs, der auch Teil des Bergs istRehberg 678 0,8 14 Teil des RöhrbergsOppersbühl 676 0,8 18 nordwestlich des WartbergsGrießberg 675 5,0 76 Lage: FinkensteinwaldBuchberg 674 2,5 61 Höchster Berg im Segment zwischen Lehstenbach und Eger und sogar höchster Berg links der Eger oberhalb der SelbmündungHüttelberg 672 0,9 5 Pfaffenberg 672 2,3 39 Lage: Vielitz bei Selb; höchster Berg im Segment zwischen dem Bernsteinbach und der Selb und sogar höchster zwischen Lehstenbach und Selb; Eger-Mittelelbe-WasserscheideSušárna (deutsch: Kühbühl) 661 0,2 2 Lage: Novožďárský les in Tschechien *)Steinberg 653 7,9 91 Lage: Selber Forst; die Dominanz bezieht sich auf den Výhledy, die Prominenz auf den FinkensteinwaldHengstberg 651 3,8 64 Lage: Selber Forst; Dominanz zum Steinberg, Prominenz zum WartbergFinkenstein 651 0,1 0,1 Lage: Finkensteinwald; kein Berg, sondern ein Felsen am Nordhang eines Bergrückens!Kappel 648 0,2 6 Teil des RöhrbergsLaubbühl 643 0,7 12 Nordwestlicher Randberg des Selber Forsts, Vor-Gipfel des OppersbühlKozina (deutsch: Ziegenberg) 642 1,0 28 Lage: Slatinný les in Tschechien *)Schallberg 641 0,3 4 Randanhöhe an einem vom Schneeberg ausgehendem RiedelBlatná (deutsch: Plattenberg) 641 2,6 72 Lage: Libský les in Tschechien *); Dominanz und Prominenz zum Großen HengstbergRosenbühl 642 1,2 15 Mallerberg 631 0,2 4 Lage: FinkensteinwaldWartberg (Thiersheim) 630 3,3 40 Aussichtsturm; höchster Berg östlich der A 93; Dominanz und Prominenz zu einer Anhöhe östlich des Finkensteinwalds; zum Steinberg im Nordosten, zum Kohlberg im Ostsüdosten und zum Oberberg im Südwesten sind es je gut 5 km.Jelení vrch (deutsch: Riedersberg) 627 1,8 34 Lage: Polenský les in Tschechien *); Dominanz und Prominenz zum Südostfuß des WartbergsSchönbrunner Berg 623 0,7 6 Katharinenberg 618 1,9 25 Kirchenruine; Dominanz zum Südfuß des Röhrbergs (Norden Wunsiedels), Prominenz zum Nordfuß des Burgstein/KösseineLenker 616 1,8 28 Südwestrand des Selber Forsts; Dominanz und Prominenz zum Häfersberg im SüdostenHohe Wart 613 1,2 20 Lage: Selber Forst; Dominanz und Prominenz zum Großen Hengstberg im SüdostenKühberg 611 2,4 53 Markantes Durchbruchstal der Eger mit Schlinge um den BergMezný vrch (deutsch: Schellenberg) 606 0,9 27 Lage: Libský les in Tschechien *); Dominanz zum Ostfuß des Großen Hengstvergs, Prominenz zum Blatná Fenatsberg 605 0,3; 8 Steht im Schatten seines westsüdwestlichen Nachbarn Höllberg (607 m)Schloßberg (Höchstädt) 605 Schloßberg (Schönlind) 605 Zwölfgipfelblick 602 Bibersberg 597 Schloßberg (Neuhaus an der Eger) 587 Na Vršíčku (deutsch: Steinbühl) 553 21,6 Lage: Na Dobrošově in Tschechien *); Dominanz zum Südfostfuß des Blatná
*) siehe Liebensteiner Forst
Ortschaften Bayern Arzberg Bad Weißenstadt Höchstädt Hohenberg an der Eger Kirchenlamitz Marktleuthen Marktredwitz Röslau Schirnding Schönbrunn Schönwald Selb Thiersheim Thierstein Waldershof Wunsiedel
Tschechien Hazlov (Haslau) Libá (Liebenstein) Lipná (Lindau) Polná (Hirschfeld)
Gewässer Siehe Fichtelgebirge
Verkehr Eisenbahnknotenpunkt Marktredwitz Bundesstraßen 303 und 15 Bundesautobahnen 93 und 9
Bauwerke mini|Turm und Befestigungsanlage der Burg Hohenberg an der Eger
Burg Hohenberg Die Burg Hohenberg ist die besterhaltene Burg im Fichtelgebirge. Sie bildet ein Sechseck mit drei runden und zwei eckigen Türmen sowie der Vorburg. Auch der Wehrgang ist teilweise erhalten. Im Burghof stehen das Fürstenhaus von 1666 (ehemaliges markgräfliches Jagdschloss), Geleitsäulen und ein steinerner Getreidemetzen aus staufischer Zeit.
Burg Thierstein Die Burg Thierstein ist eine Burgruine auf einem Bergsporn über der Ortschaft Thierstein. Die weithin sichtbare Burgruine ist ein beliebtes touristisches Ziel; vom erhalten gebliebenen Bergfried genießt man eine herrliche Rundumsicht über den gesamten Innenraum des Fichtelgebirges bis in das Egerland hinein.
Einzelnachweise
Karten Fritsch Wanderkarte 1:50.000 Fichtelgebirge-Steinwald
Weblinks BfN-Landschaftssteckbriefe Selb-Wunsiedeler Hochfläche (ohne Selber Forst) Selber Forst Fichtelgebirgs-Hochebene
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