Birtlingen ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.
Geographie Der Ort liegt im Nimstal im Westen der Eifel, unmittelbar südwestlich der Kreisstadt Bitburg.
Zu Birtlingen gehören auch die Wohnplätze Eppersborn, Hof Peterstal und Hungerburg.
Das 294 ha große Gemeindegebiet wird zu 65,4 % landwirtschaftlich genutzt, mit 23,2 % ist ein vergleichsweise geringer Anteil von Wald bestanden (Stand 2017).
Nachbarorte neben Bitburg sind Messerich im Süden und Oberweis im Nordwesten.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung als „Berzelingen“ fand 893 im Prümer Urbar statt.
Peter von Aspelt, der Königsmacher, war Pfarrer hier und in Riol, bevor er Mainzer Erzbischof gewählt wurde.
Der Ort gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Propstei Bitburg, die ein Teil des Herzogtums Luxemburgs war.Clomes: Versuch einer statistisch-geographischen Beschreibung des Großherzogthums Luxemburg, Schmit-Bruck, 1840, S. 4 (Google Books) Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen die Region damals gehörte, besetzt. Nach der Übernahme der französischen Verwaltungsstrukturen (1795) gehörte Birtlingen zur Mairie Messerich im Kanton Bitburg, die verwaltungsmäßig zum Arrondissement Bitburg im Departement Wälder gehörten.Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier: nach amtlichen Quellen … Band 2, Lintz, 1846, S. 24 (Google Books).
Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam die Region 1815 zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Birtlingen zunächst zur Bürgermeisterei Messerich im 1816 neu gebildeten Kreis Bitburg des Regierungsbezirks Trier, der 1822 Teil der neu gebildeten Rheinprovinz wurde.
Im äußersten Norden der Gemarkung ist 1840 das Gehöft „Hungerburg“ entstanden.
In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde die Verwaltung mehrmals neu gegliedert. Die Bürgermeisterei Messerich wurde 1856 in die Bürgermeisterei Alsdorf eingegliedert, diese wiederum ging 1914 in die neu gebildete Bürgermeisterei Wolsfeld (ab 1927 Amt Wolsfeld) auf.
Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Birtlingen Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.
Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde Birtlingen durch das Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung vom 7. November 1970 der neu gebildeten Verbandsgemeinde Bitburg-Land zugeordnet, die wiederum zum 1. Juli 2014 in die Verbandsgemeinde Bitburger Land aufging.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Birtlingen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 54 1835 69 1871 86 1905 83 1939 83 1950 84 1961 69 Jahr Einwohner 1970 52 1987 57 1997 79 2005 73 2011 76 2017 47
Mit Einwohnern zählt Birtlingen zu den kleineren Gemeinden der Verbandsgemeinde Bitburger Land.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Birtlingen besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Martin Fisch (parteilos) wurde am 12. August 2019 Ortsbürgermeister von Birtlingen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 70,37 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er ohne Gegenkandidat mit 87,0 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Fischs Vorgänger Erwin Elsen hatte das Amt von 1994 bis 2019 ausgeübt.
Wappen
mini|hochkant|Birtlingen, Kapelle St. Sebastian
Sehenswürdigkeiten Kapelle St. Sebastian aus dem 17. Jahrhundert mit gotischem Chor aus dem 15. Jahrhundert, früher vermutlich zu einem Hofgut der Abtei Prüm gehörend
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Birtlingen ist heute eine landwirtschaftlich geprägte Wohngemeinde. Viele Einwohner sind in der nahe gelegenen Kreisstadt Bitburg beschäftigt. Seit 1971, als noch neun landwirtschaftliche Betriebe gezählt wurden, hat die landwirtschaftlich genutzte Fläche von 309 ha auf 192 ha abgenommen, die von nunmehr drei Betrieben bewirtschaftet werden (2017).
Verkehr Der Ort wird von der Kreisstraße 14 an das öffentliche Straßennetz angeschlossen. Die Bundesstraße 257 (Bitburg–Echternach) verläuft etwa 1 km östlich von Birtlingen. Die nächste Anschlussstelle der Bundesautobahn 60 liegt in ca. 10 km Entfernung.
Weblinks Ortsgemeinde Birtlingen auf den Seiten der Verbandsgemeinde Bitburger Land
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 893