300px|mini|Doppelkapelle St. Crucis
Landsberg ist eine Stadt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, Deutschland.
Geografie Lage Landsberg liegt im Städtedreieck zwischen Halle (Saale), Leipzig und Bitterfeld-Wolfen. Bis Halle sind es ca. 19 km in südwestlicher Richtung. Leipzig liegt ca. 25 km südöstlich von Landsberg, und bis Bitterfeld-Wolfen sind es in nördlicher Richtung ca. 15 km.
Ortsteile Landsberg besteht laut Hauptsatzung aus 29 Ortsteilen, die 11 Ortschaften bilden.
Ortschaften: Braschwitz (mit Plößnitz) Hohenthurm Landsberg Niemberg (mit Eismannsdorf) Oppin (mit Maschwitz) Queis (mit Klepzig, Kockwitz und Wiedersdorf) Peißen (mit Rabatz, Stichelsdorf und Zöberitz) Reußen (mit Zwebendorf) Schwerz (mit Dammendorf und Kneipe) Sietzsch (mit Emsdorf, Bageritz und Lohnsdorf) Spickendorf (mit Wölls-Petersdorf und Zschiesdorf)
mini|Landsberg im Winter, Luftbild mit Blick nach Norden
Die Ortschaften von Landsberg (anklickbare Karte)
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Petersberg, Zörbig und Sandersdorf-Brehna (beide Landkreis Anhalt-Bitterfeld) im Norden, Neukyhna und Wiedemar (beide Landkreis Nordsachsen) im Osten, Kabelsketal im Süden und die kreisfreie Stadt Halle (Saale) im Westen.
Geschichte mini|Blick auf Landsberg vom Kapellenberg mini|hochkant|Obere Apsiden der Doppelkapelle aus Backstein Die ältesten Spuren einer Besiedlung stammen aus der Jungsteinzeit, die erste urkundliche Erwähnung findet sich 961 als „civitas holm“ in einer Urkunde Ottos I. Die damit ebenfalls bezeichnete Burg war Sitz der Markgrafen von Landsberg. Von der damaligen Burg sind mit Ausnahme einer Doppelkapelle (s. u.) nur noch wenige Mauerreste vorhanden. Die Zerstörung der Burg erfolgte durch die Markgrafen von Meißen, nachdem die Reichsacht über Landsberg verhängt wurde. Erst im Jahre 1597 wurde Landsberg durch die sächsischen Herzöge das Stadtrecht zurückgegeben, jedoch mit der Einschränkung, keine Mauern und Zinnen zu errichten. Daraufhin wurde Landsberg zu einem offenen Landstädtchen.
Die Mark Landsberg, auch Markgrafschaft Landsberg, ging im 13. Jahrhundert durch Erbteilung aus dem westlichsten Teil der Mark Lausitz, die bis 965 ein Teil der Sächsischen Ostmark war, hervor. Sie gilt neben der Markgrafschaft Meißen als Stammland der Wettiner. Sie umfasste ein nicht genau umrissenes Gebiet zwischen unterer Saale und Elbe. Der Mittelpunkt war der weit herausragende Berg, der früher eine slawische Burganlage trug. Auf diesen Berg geht der Name der Burg und der Stadt Landsberg zurück. Im Jahr 1291 wurde die Mark Landsberg an die brandenburgischen Askanier verkauft, gelangte jedoch 1347 wieder an die Wettiner.
Durch das heutige Stadtgebiet verlief bis 1815 die Grenze zwischen dem Saalkreis des Erzstifts Magdeburg, welches 1680 zum Herzogtum Magdeburg unter brandenburg-preußischer Herrschaft kam, und dem kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Delitzsch mit der Stadt Landsberg. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die kursächsischen Orte mit Landsberg im Jahr 1815 zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt. Die vor 1815 bereits preußischen Orte gehörten zwischen 1807 und 1813 zum Distrikt Halle im Departement der Saale des Königreichs Westphalen. Sie kamen 1816 zum Saalkreis der preußischen Provinz Sachsen.
Im Zuge der ersten Kreisreform in der DDR von 1950 wurde die Stadt Landsberg und die Orte der heutigen Ortsteile Gollma, Gütz (mit Wölls-Petersdorf der heutigen Ortschaft Spickendorf) und Reinsdorf und die Orte der heutigen Ortschaften Queis, Reußen und Sietzsch vom Kreis Delitzsch in den Saalkreis umgegliedert. Bei der zweiten Kreisreform der DDR kamen 1952 alle heutigen Ortsteile der Stadt Landsberg zum neu zugeschnittenen Saalkreis im Bezirk Halle, der 1990 zum Land Sachsen-Anhalt kam und 2007 im Saalekreis aufging.
In einer Festwoche im Juli 2011 feierte Landsberg sein 1050-jähriges Bestehen.
Ende November 2015 wurden der bisherige Bürgermeister Olaf Heinrich und sein Stellvertreter vom Landesverwaltungsamt vorläufig ihres Dienstes enthoben. Ihnen wurden erhebliche Dienstvergehen und Straftaten zum Schaden der Stadt Landsberg vorgeworfen.Bürgermeister Olaf Heinrich vorläufig seines Amtes enthoben. In: Mitteldeutsche Zeitung, 26. November 2015.
Eingemeindungen
mini|hochkant|Kirche in Gollma Die Orte Gollma, Gütz und Reinsdorf wurden am 20. Juli 1950 eingemeindet. Queis, Sietzsch und Spickendorf gehören seit dem 1. Januar 2005 zur Stadt Landsberg.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005 Reußen kam am 17. Februar 2005 hinzu. Niemberg, Oppin und Schwerz wurden am 1. Januar 2010 eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 Braschwitz gehört seit dem 20. April 2010 zu Landsberg. Mit dem 1. September 2010 wurden Hohenthurm und Peißen der Stadt Landsberg zugeordnet.§ 2 GemNeuGlG SK
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Bageritz 20.07.1950 Eingemeindung nach Sietzsch Braschwitz 20.04.2010 Eingemeindung nach Landsberg Dammendorf mit Kneipe 20.07.1950 Eingemeindung nach Schwerz Droyßig 01.04.1936 Eingemeindung nach Zwebendorf Eismannsdorf 20.07.1950 Eingemeindung nach Niemberg Emsdorf 01.04.1936 Eingemeindung nach Sietzsch Gollma 20.07.1950 Eingemeindung nach Landsberg Gütz 20.07.1950 Eingemeindung nach Landsberg Harsdorf 1921 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Oppin Hohenthurm 01.09.2010 Eingemeindung nach Landsberg Inwenden 1921 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Oppin Klepzig 20.07.1950 Eingemeindung nach Queis Kockwitz 20.07.1950 Eingemeindung nach Queis Maschwitz 20.07.1950 Eingemeindung nach Oppin Niemberg 01.01.2010 Eingemeindung nach Landsberg Obermaschwitz 01.04.1938 Zusammenschluss mit Untermaschwitz zu Maschwitz Oppin 01.01.2010 Eingemeindung nach Landsberg Oppin-Freiheit 1921 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Oppin Peißen 01.09.2010 Eingemeindung nach Landsberg Petersdorf 1888 Zusammenschluss mit Wölls zu Wölls-Petersdorf Plößnitz 20.07.1950 Eingemeindung nach Braschwitz Pranitz 1921 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Oppin Queis 20.01.2005 Eingemeindung nach Landsberg Rabatz 01.04.1938 Eingemeindung nach Peißen Reinsdorf 20.07.1950 Eingemeindung nach Landsberg Reußen 17.02.2005 Eingemeindung nach Landsberg Roitzschgen 01.04.1936 Eingemeindung nach Gütz Rosenfeld 30.09.1928 Eingemeindung nach Hohenthurm Schwätz 01.04.1936 Eingemeindung nach Gollma Schwerz 01.01.2010 Eingemeindung nach Landsberg Siedersdorf 1936 Eingemeindung nach Lohnsdorf Sietzsch 01.01.2005 Eingemeindung nach Landsberg Spickendorf 01.01.2005 Eingemeindung nach Landsberg Stichelsdorf 31.12.1928 Eingemeindung nach Peißen Untermaschwitz 01.04.1938 Zusammenschluss mit Obermaschwitz zu Maschwitz Wiedersdorf 20.07.1950 Eingemeindung nach Queis Wölls 1888 Zusammenschluss mit Petersdorf zu Wölls-Petersdorf Wölls-Petersdorf 01.04.193620.07.1950 Eingemeindung nach GützUmgliederung nach Spickendorf Zöberitz 20.07.1950 Eingemeindung nach Peißen Zwebendorf 01.07.195001.10.1965 Eingemeindung nach HohenthurmUmgliederung nach Reußen
Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 3.750 2005 8.556 2010 15.424 2015 14.996 2020 15.068 Jahr Einwohner 2021 14.960 2022 14.713 2023 14.792 2024 14.772 2025 14.684
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
mini|Diagramm zur Bevölkerungsentwicklung Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1990 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.
Nicht mit aufgenommen in die nebenstehende Abbildung wurden folgende Werte: 1574 zählte Landsberg 30 Ackerbürger sowie 37 Bürger ohne Acker. 1600 waren 75, 1668 insgesamt 89 besessene Mann angegeben. 1694 verzeichnete die Bevölkerungsstatistik 88 Wirte und 18 Hausgenossen, 1726 111 Bürger und 16 Hausgenossen. 1738 zählte man 113 Bürger und 12 unangesessene Bürger. 1779 und 1790 lebten jeweils 388 Einwohner unter 10 Jahren in Landsberg.Rolf Kutscher: Geschichte der Stadt und Burg Landsberg. (1. Teil), Landsberg 1961, S. 87–89 (ohne Quellenbelege für die Zahlen).
Politik Stadtrat Der Stadtrat von Landsberg besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37 Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,5 % zu folgendem Ergebnis:[ZZZ Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024]
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Vereinte Bürgerliste 24,2 % 7 28,5 % 8 AfD 6,7 % 2 23,2 % 4 CDU 27,6 % 8 22,5 % 6 Die Linke 16,8 % 5 9,6 % 3 Aufbruch Landsberg – – 6,8 % 2 SPD 8,8 % 2 4,2 % 1 Einzelbewerber Wilfried Seidowski – – 2,9 % 1 FDP 2,9 % 1 2,3 % 1 Bürger für Peißen 7,1 % 2 – – Bürgerliste für Braschwitz und Plößnitz 2,5 % 1 – – Mündige Bürger Spickendorf / FFW Spickendorf 1,3 % – – – Einzelbewerberin Nadine Kanigs 1,1 % – – – Einzelbewerberin Franziska Gietzelt 0,9 % – – – Insgesamt 100 % 28 100 % 26
Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD sechs Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur vier Kandidaten nominiert hatte.
Bürgermeister 1997–2015: Olaf Heinrich (parteilos) 2016–2018: Kurt-Jürgen Zander (amtierend) 2018–2023: Anja Werner (SPD) seit 2023: Tobias Halfpap (parteilos)
Werner wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 26. August 2018 mit 69,0 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 26. August 2018
Halfpap wurde am 6. November 2022 mit 56,3 % der gültigen Stimmen zu ihrem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 6. November 2022 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Wappen, Flagge, Dienstsiegel Die Stadt verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge und führt ein Dienstsiegel mit der Umschrift „* STADT LANDSBERG *“.
Wappen der Ortschaft Landsberg Für die Ortschaft Landsberg existiert das folgende inoffizielle Wappen. Es wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch aus Magdeburg gestaltet und am 20. Dezember 2016 unter der Registratur 50 ST in die Deutsche Ortswappenrolle des HEROLD eingetragen und dokumentiert. Gestiftet wurde es vom Ortsvorstand der Ortschaft Landsberg, um es als Symbol der örtlich-lokalen Identität außerhalb von Amtshandlungen zu führen.
Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|hochkant|Kursächsische Postmeilensäule Die Kulturdenkmale der Stadt Landsberg sind in der Liste der Kulturdenkmale in Landsberg (Saalekreis) eingetragen, die Bodendenkmale in der Liste der Bodendenkmale in Landsberg (Saalekreis).
Bauwerke mini|Stadtkirche St. Nicolai Das weithin sichtbare Wahrzeichen von Landsberg ist die romanische Doppelkapelle St. Crucis auf dem Kapellenberg. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist Überrest der Burg Landsberg.
Die evangelische Kirche der Stadt, St. Nicolai, stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert.
Auf dem historischen Marktplatz befinden sich das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert sowie eine rekonstruierte kursächsische Postmeilensäule.
Die einschiffige evangelische Kirche in Gollma stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der hölzerne Kanzelaltar wurde 1736 vom Merseburger Bildhauer Barth angefertigt. Die farbigen Glasfenster im Chor stammen aus dem 19. Jahrhundert.Website des Kirchenkreises Halle-Saalkreis
Museen