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Die Österreichische Liga für Menschenrechte ist die älteste österreichische Menschenrechtsorganisation. Sie wurde 1926 als Teil der Internationalen Liga für Menschenrechte gegründet und war anfangs freimaurerisch dominiert. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 löste sich die Liga präventiv selbst auf. Viele ihrer Mitglieder wurden in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie wieder gegründet.Ausstellung: Geschichte der Österreichischen Liga für Menschenrechte, Universität Wien, 15. Oktober 2013.

Die Vereinigung bezeichnet sich als überparteiliche Aktionsgemeinschaft. Die Rechtsform ist ein Verein mit Sitz in Wien.Österreichische Liga für Menschenrechte, Verein. Stadt Wien. Sie setzt sich mit Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und in Publikationen für die Einhaltung und Verbesserung der Rechte von Volksgruppen sowie rassischer, religiöser, sexueller und sozialer Minderheiten ein. Seit dem Jahr 1989 erstellt die Liga einen jährlichen Menschenrechtsbefund über die Situation in Österreich..

Die Geschichte der Liga wurde unter der Leitung des Historikers Wolfgang Schmale von 2008 bis 2011 an der Universität Wien aufgearbeitetDer lange Weg zum Menschsein, Doris Griesser/Der Standard, Printausgabe, 13. Juli 2011. und 2013 in einer Ausstellung, gefördert vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, unter dem Titel Im Dienste der Menschheit – Die wechselvolle Geschichte der Österreichischen Liga für Menschenrechte dokumentiert.Ausstellung „Im Dienste der Menschheit“ vom 23. Oktober 2013 bis 18. November 2013, Universitätsbibliothek, Universität Wien.Im Dienste der Menschheit – Die wechselvolle Geschichte der Österreichischen Liga für Menschenrechte, Österreichischer Nationalfonds.

Seit 2011 koordiniert die Liga für einen großen Teil der österreichischen Zivilgesellschaft Beiträge zum UPR beim UN-Menschenrechtsrat.

Medien Von 1949 bis 2002 erschien die Mitgliederzeitschrift Das Menschenrecht. Seit 2003 nennt sich die Zeitschrift liga. Im Jahr 2009 erhielt die Redakteurin Sibylle Hamann den Concordia-Preis für Menschenrechte. 2017 erging im Rahmen des Prof. Claus Gatterer-Preises die Ehrende Anerkennung an Generalsekretärin Kira Preckel und Chefredakteurin Hanna Herbst.Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus am Institut für Publizistik an der Universität Wien feierlich verliehen. OTS-Meldung vom 6. Juli 2017, abgerufen am 6. Juli 2017. Ein Relaunch erfolgte im Herbst 2019, als Chefredakteurin ist nun Marion Wisinger dafür verantwortlich.

2023 ging ein neues Monitoring-Tool zur Lage der Menschenrechte in Österreich online. Der Befund für das Jahr 2023 zeige Probleme u. a. in den Bereichen Antisemitismus und Hass, Schwächung der Pressefreiheit, fehlende Obsorge ab dem ersten Tag für unbegleitete minderjährige Geflüchtete und geschlechterspezifische und Polizeigewalt. Menschenrechtsverletzungen hätten in „besorgniserregendem Ausmaß“ zugenommen, sagte Präsidentin Barbara Helige. Die schulische Inklusion gehörloser Menschen entwickle sich positiv.

Menschenrechtspreis Seit 2009 verleiht die Liga jährlich einen Menschenrechtspreis an Personen oder Nichtregierungsorganisationen. abgerufen am 10. Dezember 2015.

Preisträger und Preisträgerinnen: 2009: Joana Adesuwa Reiterer für ihre Arbeit mit dem Verein EXIT, der Frauen Hilfe anbietet, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden sind 2010: Deserteur- und Flüchtlingsberatung Wien 2011: Michael Genner 2012: Amani el Tunsi. Die Ägypterin betreibt seit 2008 die ersten feministische Radiostation in der arabischen Welt „Banat wa bas- for Girls only“, um Frauen über Themen wie häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch und Weibliche Genitalverstümmelung aufzuklären.Iris Mostege: Ägypten. Mahmoud Ghozlan und Amani El Tunsi, Wiener Zeitung, 20. Januar 2012. 2013: Hemayat, Zentrum für dolmetschgestützte medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung von folter- und kriegstraumatisierten Flüchtlingen 2014: Bettellobby (Wien, Oberösterreich, Tirol). „Stellvertretend für alle Initiativen, die sich gegen ein Bettelverbot in Wien und für einen respektvollen Umgang mit bettelnden Menschen einsetzen.“ (ORF)Menschenrechtspreis für Bettellobby, Wien ORF.at, 13. Dezember 2014. 2015: Privatinitiative Train of Hope. Flüchtlingshilfe am Hauptbahnhof WienMenschenrechtspreis für „Train of Hope“, Wien ORF.at, 11. Dezember 2015. 2016: Richard und Linde Wadani 2017: Osman Isçi, Human Rights Association und Menschenrechtsorganisation in der Mittelmeerregion, EuroMed Rights 2018: Claus-Peter Reisch, Kapitän der Lifeline. Deutschlandfunk.de, abgerufen am 9. Dezember 2018. 2019: Alexander Pollak; Preis für sein Lebenswerk: Werner Vogt 2020: Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) 2021: Michaela Krömer, Rechtsanwältin für ihr Engagement im Bereich Klimaschutz & Menschenrechte, Gunther Trübswasser, früherer Vorstandsvorsitzender von SOS-MenschenrechteMenschenrechtspreise 2021 abgerufen am 22. Jänner 2022. 2022: Martin Schenk 2023: Walter Hämmerle 2024: Omas gegen Rechts für ihr jahrelanges couragiertes und beharrliches Engagement für Menschenrechte und Demokratie 2025: Lernbetreuungsprojekt „Büffelböcke“ des Ute Bock Bildungszentrums für seinen Einsatz zur Verwirklichung des Rechts auf Bildung; Preis für sein Lebenswerk: Hannes Tretter

Literatur Margarete Grandner, Wolfgang Schmale, Michael Weinzierl (Hrsg.): Grund- und Menschenrechte. Historische Perspektiven – Aktuelle Problematiken, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2002, ISBN 3-486-56630-X.„Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Österreichischen Liga für Menschenrechte veranstaltete das Institut für Geschichte der Universität Wien im Wintersemester 2001/2002 eine interdisziplinäre Ringvorlesung zum Thema ‚Geschichte der Menschenrechte‘. Die einzelnen Vorträge der Reihe sind in diesem Band abgedruckt.“ In:

Weblinks

Österreichische Liga für Menschenrechte Menschenrechtsbefunde seit 2013 – www.liga.or.at Universal Periodic Review Tool (farbkodiert) Universal Periodic Review (UPR)

Einzelnachweise

Kategorie:Menschenrechtsorganisation Kategorie:Träger des Bruno-Kreisky-Preises für Verdienste um die Menschenrechte Kategorie:Verein (Wien) Kategorie:Menschenrechte in Österreich Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1926