Sofia Magdalena Mattsson (* 11. November 1989 in Gällivare) ist eine schwedische Ringerin. Sie wurde 2009 Weltmeisterin in der Gewichtsklasse bis 51 kg sowie mehrere Male Europameisterin und zweimal Siegerin der Europaspiele. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewann sie eine Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 53 kg Körpergewicht.
Werdegang Sofia Mattsson ist eine von drei ringenden Schwestern, die beiden anderen sind Johanna Mattsson und Lisa Mattsson. Alle drei gehören dem BK (Brottning Klub) Gällivare an. Sofia Mattsson begann 1996 mit dem Ringen und wird bzw. wurde seither von Fariz Besarati, Hakan Johansson, Kalle Taivalsaari und Anders Magnusson trainiert. Als Erwachsene startete sie in der Gewichtsklasse bis 48 kg bzw. bis 51 kg Körpergewicht. Die 1,62 Meter große Athletin übt zurzeit keinen anderen Beruf aus. Sie war bereits im Juniorenalter äußerst erfolgreich. So wurde sie sechsmal schwedische Juniorenmeisterin in der Altersgruppe Cadets und zweimal in der Altersgruppe Juniors. Bei den Erwachsenen holte sie sich den schwedischen Meistertitel 2006 (bis 48 kg KG), 2007, 2008, 2009 (jeweils bis 51 kg KG) und 2010 (bis 55 kg KG).
Ihre internationale Karriere begann im Jahre 2004 mit einem Sieg bei den Nordischen Meisterschaften der Junioren (Cadets), dem sie einen Sieg bei der Junioren-Europameisterschaft 2004 in Albena in der Gewichtsklasse bis 43 kg KG vor Mariya Stadnik, Ukraine und Lola Urunowa aus Russland folgen ließ. Bis zum Jahre 2008 blieb Sofia Mattsson dann bei internationalen Juniorenmeisterschaften ungeschlagen und wurde 2006 in Guatemala-Stadt und 2008 in Peking Junioren-Weltmeisterin (Gewichtsklasse bis 48 kg KG) und außerdem 2006 in Istanbul und 2007 in Sofia auch noch Junioren-Europameisterin in derselben Gewichtsklasse.
2007 startete sie erstmals bei einer internationalen Meisterschaft bei den Erwachsenen und gewann dabei bei der Europameisterschaft in Sofia den 3. Platz in der Gewichtsklasse bis 48 kg KG. Sie verlor dabei gegen Larissa Oorzak aus Russland, konnte aber mit Anna Catherine Deluntsch aus Frankreich und Oleksandra Kohut aus der Ukraine zwei Weltklasse-Athletinnen besiegen. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Baku verlor sie nach drei Siegen etwas überraschend gegen die mehrfache Pan-Amerikanische Meisterin Mayelis Caripá aus Venezuela und kam dadurch nur auf den 8. Platz.
Enttäuschend verliefen für sie auch die Olympischen Spiele 2008 in Peking, denn sie verlor dort in der Gewichtskl. bis 48 kg KG gleich in ihrem ersten Kampf gegen die US-Amerikanerin Clarissa Chun. Da diese den Endkampf nicht erreichte, schied sie frühzeitig aus und erreichte nur den 12. Platz.
Auch bei der Europameisterschaft 2009 in Vilnius, bei der sie erstmals in der Gewichtsklasse bis 51 kg KG startete, enttäuschte sie, denn nach einem Sieg über Dilek Atakol aus der Türkei verlor sie gegen Julija Blahynja aus der Ukraine und landete damit auf dem 10. Platz. Nicht wiederzuerkennen war sie dann bei der Weltmeisterschaft 2009 in Herning/Dänemark. Mit Siegen über Hong Di, China, Jessica Medina, USA, Alexandra Engelhardt, Deutschland, Yuri Kai, Japan und Han Kum-ok, Nordkorea wurde sie dort erstmals Weltmeisterin bei den Erwachsenen. Besonders beeindruckend war dabei die Überlegenheit, mit der sie diesen Titel gewann. In den fünf Kämpfen, die sie bestritt, erzielte sie ein Punkteverhältnis von 34:0, was auf der internationalen Ringermatte sicherlich einmalig ist.
Ähnlich überlegen gewann sie im Jahre 2010 in Baku dann auch ihren ersten Europameistertitel bei den Frauen. Sie besiegte dabei Alexandra Engelhardt, Hafize Sahin, Türkei, Natalia Budu, Moldawien und Estera Dobre aus Rumänien. Das Punkteverhältnis in diesen vier Kämpfen betrug dieses Mal 24:1 zu ihren Gunsten. Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Moskau verlor sie ihren ersten Kampf gegen Yu Horiuchi aus Japan, konnte sich aber danach mit Siegen über Angela Dorogan, Aserbaidschan und Roksana Zasina, Polen noch eine WM-Bronzemedaille erkämpfen.
Bei der Europameisterschaft 2011 in Dortmund war sie nicht am Start. Dafür aber bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Istanbul. Sie besiegte dort Aydin Metin, Türkei, Dordschiin Narmandach, Mongolei und Takako Saito, Japan und unterlag erst im Finale der Ukrainerin Hanna Wassylenko knapp mit 1:2 Runden und 3:4 Punkten. Im Olympiajahr 2012 startete Sofia Mattsson zunächst bei der Europameisterschaft in Belgrad. Sie schlug dort Elena Turcan, Moldawien, Maria Gurowa, Russland und Maria Prevolaraki, Griechenland, musste aber im Finale gegen Natalja Sinischin aus der Ukraine wieder eine knappe Punktniederlage hinnehmen. Die Olympischen Spiele in London brachten dann eine Enttäuschung für Sofia Mattsson, denn nach Siegen über Sündewiin Bjambatseren aus der Mongolei und Marwa Amri aus Tunesien, verlor sie in ihrem dritten Kampf gegen Walerija Scholobowa aus Russland mit 0:2 Runden, obwohl sie ein Punkteverhältnis von 5:4 zu ihren Gunsten erzielt hatte. Da diese das Finale nicht erreichte, schied sie aus und belegte den 7. Platz.
2013 gelang Sofia Mattsson in Tiflis wieder ein großer Sieg. Sie wurde dort Europameisterin mit Siegen über Ana Maria Paval, Mariana Erasnu, Moldawien, Emese Barka aus Ungarn und Maria Prevoloraki. Auch bei der Weltmeisterschaft 2013 in Budapest war sie erfolgreich. Sie besiegte dort Lilija Schakirowa, Usbekistan, Maya Christowa, Bulgarien, Helen Maroulis und Emese Barka und verlor erst im Finale gegen die Olympiasiegerin und vielfache Weltmeisterin Saori Yoshida.
2014 wurde sie in Vantaa/Finnland erneut Europameisterin. Dabei besiegte sie in der Gewichtsklasse bis 55 kg Bediha Gün, Türkei, Irina Ologonowa, Russland und Anna Zwirydowska, Polen. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Taschkent wurde Sofia Mattsson in der Gewichtsklasse bis 53 kg nach Siegen über Luisa Valverde, Ekuador, Jong Myong-suk, Nordkorea, Whitney Conder, Vereinigte Staaten und Natalia Budu, Moldawien und einer Niederlage im Finale gegen Saori Yoshida erneut Vize-Weltmeisterin.
Bei den 1. Europäischen Spielen 2015 in Baku startete Sofia Mattsson in der Gewichtsklasse bis 55 kg und holte sich dort den Titel mit Siegen über Laura Mertens, Deutschland, Tatjana Kit, Ukraine, Natalja Sinischin, Aserbaidschan und Katarzyna Krawczyk, Polen. Bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas trainierte sie wieder in die Gewichtsklasse bis 53 kg ab. Sie besiegte in Las Vegas Nadeschda Schuschko aus Belarus, Betzabeth Angelica Arguello Villegas aus Venezuela, Odunaye Folasade Adekuoroye, Nigeria und Zhong Xuechun aus China. Im Finale verlor sie aber wieder gegen Saori Yoshida und wurde damit zum fünftenmal in ihrer Laufbahn Vize-Weltmeisterin.
Im März 2016 wurde Sofia Mattsson in der Gewichtsklasse bis 53 kg wieder Europameisterin. Im Finale siegte sie dabei über Irina Kurotschkina aus Belarus. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewann Sofia Mattsson dann im dritten Anlauf endlich eine Medaille. In der Gewichtsklasse bis 53 kg holte sie sich eine Bronzemedaille.
2017 pausierte sie bei den internationalen Meisterschaften. 2018 startete sie bei der Weltmeisterschaft in Budapest, erreichte dort nach zwei gewonnenen Kämpfen und Niederlagen gegen Mayu Mukaida, Japan und Jong Myong-suk, Nordkorea nur den 7. Platz.
2019 konnte Mattson die Nordischen Meisterschaften gewinnen und erkämpfte sich im Juni desselben Jahres erneut eine Goldmedaille bei der zweiten Ausgabe der Europaspiele in Minsk. Bei den Weltmeisterschaften 2019 schied sie bereits in der Qualifikationsrunde gegen die Inderin Vinesh aus. Alle drei Wettkämpfe bestritt sie in der Gewichtsklasse bis 53 kg Körpergewicht.
Bei den Europameisterschaften 2020 in Rom belegte Sofia Mattsson nach einem Sieg über Ellen Riesterer aus Deutschland Rang 3 in der Gewichtsklasse bis 55 kg. Beim olympischen Qualifikationsturnier ein Jahr später trat sie wieder in der Gewichtsklasse bis 53 kg an und konnte mit dem dortigen Sieg einen Qualifikationsplatz bei den Olympischen Spielen in Tokio sichern.
Internationale Erfolge