Egbert Hoyer, seit 1888 Ritter von Hoyer, (* 9. September 1836 in Oldersum als Egbert Egberts; † 6. Dezember 1920 in München) war ein deutscher Ingenieur.

Leben Seine Eltern waren der Bäckermeister Hinderikus Egberts und dessen Ehefrau Greetje Kaspers Hassebrock. Sein Vater verschwand in Ostindien, seine Mutter ließ sich scheiden und heiratete 1846 in Oldersum den Apotheker Heinrich Julius Hoyer († 1854). Die Kinder aus erster Ehe erhielten seinen Namen. Hoyer ging ab 1847 auf die höhere Schule in Leer, anschließend machte er ab 1851 zunächst in Delmenhorst eine Apothekerlehre. Er schloss diese Lehre nicht ab, da nach dem Tod seines Vaters die Apothekerlizenz anderweitig vergeben wurde.

Er studierte ab 1858 an der Technischen Hochschule in Hannover. Nach einer Tätigkeit in Riga hatte Hoyer seit 1875 einen Lehrstuhl für Mechanische Technologie an der Technischen Hochschule München inne.Bericht über die Königl. Polytechnische Schule zu München, 1875, S.6 Sein Arbeitsschwerpunkt war die Papier- und Textilindustrie. Mit der Gründung des Bayerischen Bezirksvereins des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) am 4. März 1876 trat er dem Bezirksverein und dem Gesamtverein mit der Mitgliedsnummer 3105 bei. Am 24. Dezember 1888Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Band 18, S.593 wurde Hoyer mit der Verleihung des Ritterkreuzes des Verdienstordens der Bayerischen Krone durch Prinzregent Luitpold in den persönlichen Adelsstand erhoben.Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern 1908. München 1908. S. 19. 1906 hatte Hoyer außerdem den Verdienstorden vom Heiligen Michael II. Klasse erhalten.Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern 1908. München 1908. S. 41.

Er war 1894 bis 1900 Direktor der Technischen Hochschule München.

Hoyer war Autor in der Allgemeinen Deutschen Biographie, zum Beispiel im Text zu Moritz Rühlmann.

Hoyer heiratete 1871 in Riga Maria Kurgas (* 1853; † nach 1933). Das Paar hatte eine Tochter.

Werke Lehrbuch der mechanischen Technologie, Lehrbuch der vergleichenden mechanischen Technologie, Die Fabrikation des Papiers nebst gewinnung der Fasern aus Ersatzstoffen, insbesondere aus Holz, Stroh und Alfa, sowie die Fabrikation der Pappe, des Buntpapiers, des Pergamentpapiers, der Tapeten usw., und Anleitung zur Prüfung des Papiers auf seine Eigenschaften und Zusammensetzung

Außerdem entwickelte er zusammen mit Franz Xaver Kreuter das Hoyer-Kreuter Technologisches Wörterbuch (Deutsch-Englisch-Französisch, 3 Bände).

Literatur

Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Band IV, Aurich 2007, S. 220–222

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ingenieur Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität München) Kategorie:Direktor (Technische Universität München) Kategorie:Ritter (Neuzeit) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Ritter) Kategorie:Ritter II. Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:Person (Hannover) Kategorie:Person (Riga) Kategorie:Ostfriese Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1836 Kategorie:Gestorben 1920 Kategorie:Mann Kategorie:Nobilitierter (Bayern)