mini|k.d. lang (2006) k.d. lang OC, AOE (* 2. November 1961 als Kathryn Dawn Lang in Edmonton, Alberta) ist eine kanadische Singer-Songwriterin im Country- und Pop-Bereich.
Leben Lang wuchs im Dorf Consort in der kanadischen Provinz Alberta auf. Als sie zwölf Jahre alt war, verließ ihr Vater die Familie; bis heute verweigert er den Kontakt zu ihr. Nach dem Schulabschluss zog Lang für ein Musikstudium nach Edmonton; später wohnte sie in Vancouver. Jahrelang lebte sie in Los Angeles, bevor sie Ende März 2012 nach Portland in Oregon übersiedelte.Portland's own k.d. lang on her Oregon Zoo concert and moving to the Rose City, The Oregonian vom 28. Juni 2012, abgerufen am 16. März 2014.
Abgesehen von ihrer Musik erregte sie 1990 Aufmerksamkeit, als sie als eine der ersten Musikerinnen ihrer Zeit offen lesbisch lebte, wie auch schon zuvor durch ihr Engagement für eine vegetarische Lebensweise. Lang ist praktizierende Buddhistin.
Werdegang und künstlerisches Schaffen Die kanadische Song-Autorin und Musikerin mit Wahlheimat USA hat eine kräftige Altstimme. Der Rezensent Stephen Holden schrieb in der New York Times 2004: „Sie balanciert ihre Begeisterung für das Songmaterial mit Humor, mit dem sie ein funkelndes Vergnügen hinter allem hervorlockt.“
Einstieg ins Musikerleben in Kanada Lang entwickelte bereits in frühester Jugend eine Vorliebe für Country-Musik, hatte aber zunächst keine konkreten Ambitionen. Während ihres Musikstudiums wirkte sie an einer Theateraufführung mit, in der die Sängerin Patsy Cline porträtiert wurde. Da sie die Lebensgeschichte und die Musik des früh verstorbenen Country-Stars faszinierte, entschloss sie sich, Sängerin zu werden. Mit dem befreundeten Musiker Ben Mink gründete sie die nach ihrem Idol benannte Gruppe Re-Clines. 1983 produzierten sie eine selbstfinanzierte Single. Im selben Jahr folgte das Album Friday Dance Promenade. Mit ihrer nächsten Veröffentlichung, A Truly Western Experience hatte sie den Durchbruch auf dem kanadischen Musikmarkt. 1985 erhielt sie eine Auszeichnung als Most Promising Female Vocalist (Vielversprechendste Sängerin).
Country-Musik-Laufbahn in den USA Lang wurde allmählich auch in den USA bekannt. 1986 unterschrieb sie beim Sire-Label in Nashville einen Schallplattenvertrag. Vom Produzenten Dave Edmunds betreut, spielte sie im selben Jahr das Album Angel with a Lariat ein. Es erhielt gute Kritiken sowohl aus der Rock- als auch aus der Country-Szene und wurde vor allem in Kanada ein kommerzieller Erfolg. Der Musiker Roy Orbison wählte sie als Duett-Partnerin für die Neuaufnahme seines Hits Crying aus. Für ihr zweites Album Shadowland überredete sie Owen Bradley, den ehemaligen Produzenten von Patsy Cline zur Mitarbeit. Das im klassischen Country-Stil gehaltene Album, bei dem mehrere prominente Gaststars mitwirkten, wurde mit Gold ausgezeichnet. Eine Single-Auskopplung erreichte einen mittleren Platz in den Country-Charts. 1989 folgte mit Absolute Torch and Twang ein weiteres Country-Album. Im selben Jahr erhielt sie einen Grammy in der Kategorie beste Country-Sängerin. Am 29. Juli 1988 sang sie das Abschlusslied Turn Me Round der Olympischen Winterspiele in Calgary.
Karriere als Singer-Songwriter Nach einer mehr als zweijährigen Pause wechselte Lang in das Popmusik-Lager. Sie bestand von Anfang an darauf, ihren offiziellen Künstlernamen auf allen Veröffentlichungen in Kleinbuchstaben zu schreiben. In einem Zeitungsinterview outete sie sich als Lesbe. Sie drehte einen Tierschutz-Werbetrailer, mit dem sie sich gegen Massentierhaltung wandte.
1992 erschien das Album Ingénue, das sich über eine Million Mal verkaufte und unter anderem ihren einzigen Chart-Hit in Deutschland, Constant Craving enthielt. Sie erhielt erneut einen Grammy, diesmal als beste Pop-Sängerin. Für den Film Bis ans Ende der Welt von Wim Wenders schrieb sie 1991 mit Jane Siberry zusammen den Song Calling All Angels. Im selben Jahr schrieb sie für den Percy-Adlon-Film Salmonberries den Titelsong und spielte eine der beiden Hauptrollen. 1993 steuerte sie die meisten Lieder für den Soundtrack des Kinofilms Even Cowgirls Get the Blues bei.
1997 nahmen die Rolling Stones aufgrund der Ähnlichkeit des Refrains ihres Songs Anybody Seen My Baby? mit k.d. langs Hit Constant Craving (1992) k.d. lang zusammen mit ihrem Co-Komponisten Ben Mink in die Credits ihres Songs auf. Die nächsten Produktionen, angefangen 1995 mit All You Can Eat, verkauften sich nicht mehr so gut. Der titelgebende Song des Albums ist eine Anspielung auf die ungesunden Lebens- und Essgewohnheiten der Zeitgenossen. Mit Drag lieferte die Künstlerin 1997 ein Konzeptalbum, das sich unter anderem um den Tabakgenuss als Metapher des Wellenschlags des Lebens, der Selbstbestimmung und der Liebeserfahrungen drehte. Obwohl sie selbst Nichtraucherin ist, kämpfte sie gegen die Fremdbestimmung der Lebensführung, die ihr in ihrer Wahlheimat USA nicht gefällt. Von zahlreichen US-Radiosendern wurde sie deswegen boykottiert.
Im Jahr 2000 legte sie mit Invincible Summer erneut selbstgeschriebenes Songmaterial vor, diesmal mit gutgelaunten und lebensfrohen Tönen. Ihr Live-Album von 2001, Live by Request, zeigte sie von ihrer experimentierfreudigen Seite. Es basiert auf einem neu arrangierten Mitschnitt einer Radiosendung, bei der Lang auf Anruf und Zuruf des Publikums spielte.
2004 lief der Vertrag mit Sire Records aus. Sie wechselte zu dem kleinen Imprint-Label Nonesuch Records, bei dem ähnliche Künstler-Persönlichkeiten wie z. B. David Byrne oder Wilco vertreten sind. Dort wird ihr weitgehende künstlerische Freiheit eingeräumt. Das reicht von der eigenen Gestaltung der Bebilderung ihrer CD-Cover bis hin zu so weitreichenden musikalischen Entscheidungen wie dem Verzicht auf Schlagzeug auf dem 2004er Album. „Ich wollte keine Drums benutzen, weil sie einen Song schnell einem Genre zuordnen.“ Stattdessen ließ sie von Eumir Deodato Streicher-Arrangements einarbeiten, die den Coverversionen ein ungewohntes Gesicht gaben. mini|hochkant|k.d. lang (2016) Mit dem 2004er Album Hymns of the 49th Parallel, dessen Titel auf die Grenzlinie Kanadas zu den USA entlang des 49sten Breitengrads anspielt, verwirklichte Lang eine langgehegte Idee. Sie wollte ein „spezifisch kanadisches Songbook im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern“. Dazu wählte sie eine Reihe von Songs aus, die ihr wichtig sind und von kanadischen Songwritern wie Joni Mitchell, Neil Young und Leonard Cohen stammen. Außerdem enthält das Album zeitgenössische Lieder von Bruce Cockburn, Jane Siberry, Ron Sexsmith und von ihr selbst. Eingespielt ist auch Hymns mit einem kleinen akustischen Begleitensemble (Bass, Gitarre, Piano) aus Musikern; mit den meisten arbeitet sie schon seit vielen Jahren zusammen.
Das Wortspiel im Titel des 2006 erschienenen Albums Reintarnation persifliert die Vorliebe der Zeitgenossen für große Träume wie Reinkarnation und tarnation (Engl. für „Befleckung“). Unter „Reintarnation“ versteht man ihr zufolge „Coming back to life as a Hillbilly“ (als Hillbilly wiedergeboren werden).
In Brian De Palmas Spielfilm The Black Dahlia (2006) hatte sie einen schauspielerischen Gastauftritt als Sängerin in einer Lesben-Bar. Auf dem im gleichen Jahr erschienenen Album von Madeleine Peyroux, Half the Perfect World, gibt sie als Duett-Partnerin dieser amerikanischen Chansonnière dem Joni-Mitchell-Song „River“ eine neue Stimmführung. (1. September 2006) Im Februar 2008 erschien k.d. langs zehntes Studioalbum Watershed.
Bei der Eröffnungsfeier der XXI. Olympischen Winterspiele 2010 am 12. Februar 2010 im BC Place Stadium in Vancouver sang sie Hallelujah von Leonard Cohen. Am 21. April 2013 kündigten die Medien die Aufnahme von k.d. lang in die Music Hall of Fame Kanada bei den Feierlichkeiten der Juno Awards an.k.d. lang Junos Speech: Singer Enters Canadian Music Hall Of Fame, Huffington Post vom 21. April 2013, abgerufen am 16. März 2014.
Diskografie
Studioalben
Gemeinschaftsalben
Weitere Gemeinschaftsalben 1983: Friday Dance Promenade (mit The Reclines) 1984: A Truly Western Experience (mit The Reclines) 1987: Angel with a Lariat (mit The Reclines)
Livealben
Kompilationen
Weitere Kompilationen 2006: Reintarnation
Soundtracks
Singles
Weitere Singles 1983: Damned Old Dog 1987: Rose Garden 1988: I’m Down to My Last Cigarette 1988: Lock, Stock and Teardrops 1988: Sugar Moon 1988: Our Day Will Come 1989: Wallflower Waltz 1989: Trail of Broken Hearts 1994: Hush Sweet Lover 1999: Anywhere but Here 2007: I Dream of Spring
Videoalben
Weitere Videoalben 2001: Live By Request 2008: Live In London
Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte
1996: für das Album Shadowland 2001: für das Album Invincible Summer 2004: für das Album Absolute Torch & Twang 2008: für das Album Watershed 2008: für das Videoalbum Live In London 2011: für das Album Sing It Loud
1987: für das Album Angel With a Lariat 1995: für das Album All You Can Eat 2004: für das Album A Wonderful World 2008: für das Album Watershed
1994: für das Album Even Cowgirls Get the Blues 1995: für das Album All You Can Eat 2003: für das Album A Wonderful WorldPlatin-Schallplatte
1995: für das Album Even Cowgirls Get the Blues 1995: für das Album All You Can Eat 1997: für das Album Drag 2002: für das Album A Wonderful World 2007: für das Videoalbum Live By Request
1989: für das Album Shadowland 1990: für das Album Absolute Torch & Twang 2005: für das Album Hymns of the 49th Parallel 2011: für die Single Hallelujah Vancouver Winter 2010
2× Platin-Schallplatte
1996: für das Album Ingenue 2007: für das Album Hymns of the 49th Parallel 2017: für das Album Recollection
1993: für das Album Ingenue 2011: für das Album Recollection
1994: für das Album Ingenue
Auszeichnungen 2018 Verleihung des Alberta Order of Excellence 2013 Aufnahme in die Canadian Music Hall of Fame während den Juno Awards 2013 2001 Grammy in der Kategorie Best Traditional Pop Vocal Album für Zusammenarbeit mit US-Altstar Tony Bennett Playin’ with My Friends: Tony Bennett Sings the Blues 1996 Ernennung zum „Officer“ des Order of Canada 1993 Songtrack (weitgehend von ihr) des Kinofilms Even Cowgirls Get the Blues 1992 Grammy „Best Pop Vocal Performance, Female“ für Ingénue mit dem Charts-Hit „Constant Craving“ 1989 Grammy „Best Country Vocal Performance, Female“ für Absolute Torch and Twang 1989: Juno Award als Female Vocalist of the Year 1988 k.d. lang singt Schluss-Song der Winter-Olympiade in Calgary 1987 Grammy „Best Country Collaboration with Vocals“ für das Zusammenwirken mit Roy Orbison 1985 „Most Promising Female Vocalist“ für A Truly Western Experience
Film & Fernsehen Dharma & Greg (Gastauftritt zusammen mit Lyle Lovett, Episode 3.15, 2000) Salmonberries (1991, von Percy Adlon; Hauptrolle) Das Auge (als Hilary) Ellen (Gastauftritt, Episode Das Outing) The Black Dahlia (Gastauftritt, 2006) How I Met Your Mother (Gastauftritt, Episode 8.15, 2013)
Weblinks
kdlang.com
Interview mit k.d. lang (Webarchiv) Wesley Berg: lang, k.d. (b. 1962). Eintrag bei Encyclopedia of the Great Plains.
Quellen
Kategorie:Singer-Songwriter Kategorie:Popmusiker Kategorie:Country-Musiker Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Grammy-Preisträger Kategorie:Träger des Juno Award Kategorie:Officer of the Order of Canada Kategorie:Träger des Alberta Order of Excellence Kategorie:Person (Los Angeles) Kategorie:Person (Portland, Oregon) Kategorie:Musiker (Kanada) Kategorie:Kanadier Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Frau