Die Münchener Biennale ist ein Musiktheaterfestival. Das Festival wurde 1988 von Hans Werner Henze gegründet, um dem jungen, experimentierfreudigen Musiktheater ein Forum zu geben. Der volle Titel lautet Münchener Biennale - Festival für neues Musiktheater.

Geschichte

Hans Werner Henze (1988–1994) Die vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München veranstaltete Münchener Biennale ist eines der weltweit führenden Uraufführungsfestivals für gegenwärtiges Musiktheater. Der Komponist Hans Werner Henze, der die Biennale 1988 gründete, verstand das Festival vor allem als Nachwuchsplattform für junge Komponierende. Sein Anliegen war es, dem Musiktheater ein neues Repertoire zu erschließen und damit eine Zukunft zu sichern. Uraufgeführt wurden Werke von u. a. Adriana Hölszky, Mark-Anthony Turnage, Jörg Widmann, Violeta Dinescu, Marco Stroppa, Herbert Rosendorfer (Libretto zu "Der trojanische Friede", Regie, Bühnenbild und Kostüme: Bernd R. Bienerthttps://www.teatrobarocco.at), sowie Tania León.Das Festival Münchener Biennale Der damalige deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker besuchte die Uraufführung der Oper von Herbert Rosendorfer im deutschen Museum München.

Peter Ruzicka (1996–2014) Im Jahr 1996 übernahm der Komponist, Dirigent und ehemalige Intendant der Hamburgischen Staatsoper Peter Ruzicka die künstlerische Leitung der Biennale. Ruzicka, der jeder Festivalausgabe einen Leitgedanken voranstellte, vergab Kompositions- und Librettoaufträge an Moritz Eggert, Helmut Krausser, Toshio Hosokawa, Mauricio Sotelo, Chaya Chernowin, Durs Grünbein, Sarah Nemtsov, Enno Poppe, Mark Andre, Marcel Beyer, Klaus Lang (u. a.) und rückte auch multimediale Musiktheaterformen wie die Internetoper „Orpheus Kristall“ von Manfred Stahnke ins Blickfeld. Darüber hinaus erweiterte Ruzicka das Begleitprogramm des Festivals um zahlreiche Gesprächs- und Vermittlungsformate.Brandon Farnsworth: "Curating Contemporary Music Festivals"

Daniel Ott und Manos Tsangaris (2016–2024) Mit Daniel Ott und Manos Tsangaris übernahm 2016 erstmals ein künstlerisches Leitungsteam die Intendanz der Biennale. Ihr programmatisches Konzept untersuchte Formen zeitgenössischen Komponierens und Inszenierens zu Beginn des 21. Jahrhunderts und fragte nach möglichen gesellschaftlichen Funktionen und Bedeutungen des Musiktheaters. So entwarf das aus Ott, Tsangaris sowie Marion Hirte und Malte Ubenauf (Dramaturgie) bestehende Leitungsteam für die einzelnen Festivalausgaben explizit thematische Suchfelder wie „Privatsache“ oder „Point of NEW Return“ und lud die mitwirkenden Künstler dazu ein, ihre Konzeptionen entlang der inhaltlichen Fragestellungen zu entwickeln. Im Rahmen der Biennalen ab 2016 (von denen sich die 2020er-Ausgabe wegen der Corona-Pandemie über mehr als ein Jahr erstreckte) entstanden Inszenierungen, Performances und Installationen auf Bühnen, in Ausstellungsräumen, Gewächshäusern, Volksbädern, im Öffentlichen Raum der Stadt, am Starnberger See sowie in Münchner Privatwohnungen. Die an diesen Orten uraufgeführten Musiktheaterwerke entstanden häufig in Koproduktion mit anderen Opernhäusern, Theatern und Festivals des deutschsprachigen und europäischen Raums und wurden von zumeist jungen internationalen Künstlern wie David Fennessy, Marco Štorman, Simon Steen-Andersen, Clara Iannotta, Du Yun/Novoflot, Meriel Price, Blanka Rádóczy, Eloain Lovis Hübner/The Navidsons/paranormal φeer group, Brigitta Muntendorf, Deville Cohen, Davide Carnevali, Stefan Prins, Yasutaki Inamori, Gerhild Steinbuch, Ondřej Adámek, Trond Reinholdtsen, Anja Hilling, Fabià Santcovsky, Christiane Pohle oder Mirko Borscht konzipiert. Diskursveranstaltungen, Symposien sowie der sogenannte „Salon des Wunderns und der Pflichten/Sichten“ begleiteten die Produktionen. Jörn Peter Hiekel, David Roesner (Hrsg.): "Gegenwart und Zukunft des Musiktheaters"

Katrin Beck und Manuela Kerer (ab 2026) Im Februar 2023 wurden die Komponistin Manuela Kerer und die Kulturmanagerin Katrin Beck zum neuen künstlerischen Leitungsteam der Münchener Biennale ab 2026 ernannt.

Werke zeitgenössischen Musiktheaters