mini|Luftbild Elstorfs, Schwiederstorfs und Ardestorfs mit Neu Wulmstorf und Hamburg im Hintergrund
(plattdeutsch Ilsdörp) ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Neu Wulmstorf im Landkreis Harburg im nordöstlichen Niedersachsen in der Metropolregion Hamburg.
Lage Zu Elstorf gehören Ardestorf und Elstorf-Bachheide. Zusammen mit Schwiederstorf bildet Elstorf in etwa die geographische Mitte der Gemeinde Neu Wulmstorf. Naturräumlich liegt Elstorf mit seinen Ortsteilen am Ostrand der Zevener Geest.
Nachbarortschaften Im Süden grenzt Elstorf an Rade, im Südwesten an Eversen-Heide, im Norden an Daerstorf, im Osten an Schwiederstorf und im Südwesten an Moisburg.
Geschichte Spuren der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur, wie zum Beispiel das Großsteingrab Elstorf oder das Großsteingrab Daerstorf belegen eine frühe Besiedlung der Umgebung. Im Umfeld von Großsteingräbern liegt das Gräberfeld von Elstorf aus dem 6. bis 10. Jahrhundert. Mit rund 580 Bestattungen sowie mehreren Pferdegräbern gilt es als eines der bedeutendsten seiner Art in Norddeutschland. Es wurde in den Jahren 2008 bis 2016 vom Archäologische Museum Hamburg archäologisch untersucht.Das Gräberfeld von Neu Wulmstorf-Elstorf (Ldkr. Harburg) – Untersuchungen zu frühmittelalterlichen Bestattungstraditionen des Niederelberaums unter besonderer Berücksichtigung der organischen Artefakte bei Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung Der Erhaltungszustand der Fundgegenstände ist außergewöhnlich gut, so dass auch organische Materialien wie Textilien, Leder oder Holz untersucht werden können.Tina Lüecke: Forschungsprojekt zu Gräberfeld in Elstorf in Kreiszeitung Wochenblatt vom 25. Februar 2026
Im 12. Jahrhundert wurde eine Kapelle in Elstorf auf einer kleinen Anhöhe errichtet.
Im 14. Jahrhundert gehörte Elstorf im Rahmen des linkselbischen Besitzes des Grafen von Schwerin zu Harburg.Wilhelm von Hammerstein-Loxten: Die Besitzungen der Grafen von Schwerin am linken Elbufer und der Ursprung dieser Grafen In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 25 (1860), S. 129–189
Die Selbstständigkeit erreichte die Elstorfer Gemeinde 1543 und umfasste dann elf Dörfer. Mit der Zeit wurden einige Dörfer wie Neugraben und Neu Wulmstorf größer und damit auch eigenständig.
mini|Vogtei Eilsdorff im Ambt Meußeburg (1600)
Ab dem 17. Jahrhundert war die Vogtei Elstorff mit 15 Ortschaften Teil des Amt Moisburg im Fürstentum Lüneburg.siehe Liste der Ämter und Vogteien im Fürstentum Lüneburg
Während der Franzosenzeit war Elstorf mit 268 Einwohnern nach Moisburg der größte Ort in der Mairie Moisburg und gehörte zum Département des Bouches de l’Elbe.
Nachfolgend war es im Amt Moisburg Teil der Landdrostei Lüneburg, bevor es 1859 im Amt Tostedt aufging.
Am 1. Dezember 1910 zählte Elstorf 445 Einwohner.
Elstorf und Schwiederstorf wurden erst kurz vor Kriegsende am 20. April 1945 durch die A-Companie der 1st Rifle Brigade und die 8th King’s Royal Irish Hussars der British Army eingenommen. (PDF; 1,7 MB)
Einwohnerentwicklung Jahr 1812 1910 1925 1933 1939 2007 2016Einwohnerzahl 268 445 448 524 493 (2800)Gemeindeseite zu Elstorf (wahrscheinlich inkl. aller Ortsteile) 3072
Eingemeindungen Am 1. Mai 1964 wurde die Enklave „Elstorfer Moor“ in die Gemeinde Wulmstorf eingegliedert.
Am 1. Juli 1972 wurde Elstorf zusammen mit Ardestorf und Bachheide als Ortsteil Elstorf in die Gemeinde Neu Wulmstorf eingegliedert.NI GVBl., 23. Juni 1972, Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Harburg, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt 1972, (Nr. 30, S. 320–322)
Politik Der Ortsteil Elstorf wird von Ortsvorsteher Uwe Keller vertreten.
Bildung Grundschule Elstorf
Wirtschaft und Verkehr Elstorf liegt an der B 3 und wird über die geplante Verlängerung der Ortsumgehung B 3nLandesbehörde für Straßenbau und Verkehr Stade: Anbindung der Bundesstraße 3 an die Autobahn 26 (Ortsumgehung Neu Wulmstorf) an die ebenfalls geplante A 26 angebunden. Des Weiteren existieren Busverbindungen, u. a. zum S-Bahnhof Neu Wulmstorf.
Kommunikation Das Ortszentrum von Elstorf ist über VDSL mit maximal 100 Mbit/s und Randbereiche über DSL mit maximal 16 Mbit/s erschlossen. Glasfaser oder Kabelfernsehen sind im gesamten Ort nicht verfügbar. Offenes WLAN ist nur sehr begrenzt verfügbar.
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Kirchturm der Nicolai-Kirche Elstorf von Südwesten
Die Nicolai-Kirche aus dem 13. Jahrhundert.
Vereine An Vereinen gibt es in Elstorf den TSV Elstorf von 1925Homepage TSV Elstorf, den MSC ElstorfHomepage MSC Elstorf, die Freiwillige FeuerwehrHomepage der Freiwilligen Feuerwehr Elstorf, den Schützenverein Elstorf und Umgegend von 1869Homepage Schützenverein Elstorf und die Jugendfeuerwehr (JF) Elstorf.
Söhne und Töchter Heiner Schönecke (* 1946), Unternehmer, Kommunalpolitiker (CDU) und ehemaliger Landtagsabgeordneter Alexander Böhm (auch bekannt als AlexiBexi), Webvideo-Produzent
Mit Elstorf verbunden Anna Marlena Princk (1800–1842), auch bekannt als „Rote Lena“, Magd in Elstorf, später Gutsbesitzerin in Buxtehude und am 31. Oktober 1842 auf der Richtstätte bei Ohrensen wegen gemeinschaftlichen Mordes enthauptet. Theodor Hoppe (1852–1932), Theologe, Sohn von Johann Heinrich Louis Hoppe, der 1856–1867 Pastor an der Nicolaikirche war.
Siehe auch Faslam#Schwiederstorf
Weblinks
Elstorfer Hühnerprobe
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Harburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Harburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Geographie (Neu Wulmstorf)