mini|Richard Church (William Shackleton) Richard Thomas Church (* 26. März 1893 in London; † 4. März 1972 in Cranbrook, Kent) war ein britischer Journalist und realistischer Schriftsteller, der vor allem Gedichte und Romane veröffentlichte. Als sein wichtigstes Werk gilt seine dreibändige Autobiographie, von der Brockhaus Enzyklopädie19. Auflage, Band 4 von 1987 als „Meisterwerk ihrer Gattung“ bezeichnet. In deutscher Übersetzung liegen keine Bücher von Church vor.

Leben und Werk Der Sohn eines Londoner Postbeamten und einer Lehrerin wollte ursprünglich Bildende Künste studieren, doch sein Vater bestand auf einer soliden Laufbahn, so dass Church 24 Jahre im Öffentlichen Verwaltungsdienst verbrachte. Er arbeitete zunächst in einem Laboratorium der Zollbehörde, dann im Arbeitsministerium. Diese Erfahrungen schlugen sich später mit einem gewissen Dickens-Anstrich, wie Philip Hobsbaum meintOxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2004; online edn, Jan 2010, in der Roman-Trilogie von 1937/40, außerdem in Churchs dreibändiger Autobiographie nieder.

1915 heiratete Church Caroline Jessica Parfett und wurde Vater einer Tochter. 1917 debütierte er mit dem Gedichtband The Flood of Life. Einzelne Gedichte erschienen in renommierten Blättern. Church schrieb regelmäßig Kritiken für The Spectator und fand Zugang zur Bloomsbury Group um Virginia Woolf. Mit seiner zweiten Frau Catherina Anna Schimmer, einer Silberschmiedin (Heirat 1928), hatte Church drei Kinder. Als 1930 sein erster Roman Oliver's Daughter erschien, blickte Church bereits auf acht Lyrikbände und ein Buch über Mary Shelley zurück. Neben der Fähigkeit, Menschen aus unterschiedlichsten Schichten zu porträtieren, zeigt dieser Roman auch Churchs große Liebe zur Musik, brennt doch besagte Tochter (eines Krämers) mit einem aufstrebenden Musiker durch.Oxford Dictionary 1933 quittierte der Autor seinen Dienst im Arbeitsministerium, um seine Familie (nun wohnhaft in Kent) zukünftig vom Schreiben zu ernähren. 1957 wurde ihm der königliche Ritterorden verliehen. Nach dem Tod seiner zweiten Frau (1965) heiratete er Dorothy Mary Beale.

Church starb (1972) in seinem (eigenen) Priest's House in Sissinghurst/Cranbrook. Seine Romane krankten bei durchweg überzeugend gemalter Atmosphäre öfter an gar zu melodramatischen und gekünstelten Fabeln und Charakteren, urteilt BookRags. Er sei ein wesenshaft „englischer“ Autor gewesen. Er werde vor allem als Dichter und Kritiker in Erinnerung bleiben.BookRags, abgerufen am 27. April 2011 Hobsbaum dagegenZu diesem Autor siehe Artikel Philip Hobsbaum in der englischen Wikipedia, abgerufen am 27. April 2011 meint, wenn Churchs Ruf als Poet in den Nachkriegsjahren doch geschrumpft sei, dann wohl deshalb, weil er sich nie wirklich von Vorläufern wie Robert Graves and W. H. Davies habe lösen können. Hobsbaum zitiertim Oxfords Dictionary Churchs Verse:

Say this when you return, „I came by the wrong road, And saw the starved woods burn. I stopped, bewildered, lost, And of a sudden heard The red-throated bird, The holy bird, the ghost … “

Werke The Flood of Life, Gedichte, 1917 Hurricane, Gedichte, 1919 Philip, Gedichte, 1923 The Portrait of the Abbot, Gedichte, 1926 The Dream, Gedichte, 1927 Mood without Measure, Gedichte, 1927 Theme with Variations, Gedichte, 1928 Mary Shelley, Biographie, 1928 The Glance Backward, Gedichte, 1930 Oliver's Daughter, Roman, 1930 High Summer, Roman, 1931 News from the Mountain, Gedichte, 1932 The Prodigal Father, Roman, 1933 Apple of Concord, Roman, 1935 Twelve Noon, Gedichte, 1936 The Porch, Roman, Band 1 einer Trilogie, 1937Beruht auf Churchs Kindheitserinnerungen – laut BookRags, abgerufen am 27. April 2011, mit Abstand sein bester, mit dem French Femina Vie-Heureuse Prize ausgezeichneter Roman The Stronghold (das Bollwerk), Roman, Band 2 der Trilogie, 1939 The Room Within, Roman, Band 3 der Trilogie, 1940 The Solitary Man, Gedichte, 1941 Eight for Immortality, Essays über Autoren, 1941 The Sampler, Roman, 1942 Twentieth-Century Psalter, Gedichte, 1943 The Lamp, Gedichte, 1946 Collected Poems, Gesammelte Gedichte, 1948 Kent, Topographie, 1948 The Cave, Roman, 1951 Selected Lyrical Poems, Ausgewählte Gedichte, 1951 The Growth of the English Novel, Essays, 1951 The Nightingale, Roman, 1952 The Prodigal: a Play in Verse, Gedichte, 1953 Dangerous Years (Die gefährlichen Jahre), Roman, 1956 The Inheritors, Gedichte 1948–1955, 1957 Small Moments, Essays, 1958 The Crab-Apple Tree, Roman, 1959 North of Rome, Gedichte, 1960 Calm October, Essays, 1961 Prince Albert, Roman, 1963 A Stroll before Dark, Essays, 1965 The Burning Bush, Gedichte 1958–1966, 1967 Little Miss Moffatt: a confession, Roman, 1969 Autobiographie Over the Bridge, 1955Laut BookRags, abgerufen am 27. April 2011, mit dem Literaturpreis der Sunday Times ausgezeichnet. Der Romancier Howard Spring habe von der „schönsten Autobiographie unserer Zeit“ gesprochen; für Church stecke das Leben voller herausforderndem Zauber The Golden Sovereign, 1957 The Voyage Home, 1964

Church veröffentlichte auch mehrere Bücher für Kinder.Darunter 1941 Rufus mit deutlich zeitpolitischem Bezug: Die einheimischen roten Eichhörnchen haben sich einer Invasion von grauen Eichhörnchen zu erwehren

Literatur L. A. G. Strong: Richard Church. In his Personal remarks, 1953 M. Hardwick: An interview with Church, in: Texas Quart 10/1967 D. Baker: An eternal patience: an essay on Church, 1967

Einzelnachweise

Weblinks Portraitfoto, abgerufen am 27. April 2011 Weitere Portraits, abgerufen am 27. April 2011

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