Psephisma (, Plural Psephismata) war im politischen System der griechischen Polis ein durch Stimmenmehrheit gefällter Beschluss (wörtlich: durch Abstimmung mit Psephoi, „Stimmsteinen“), insbesondere ein durch eine Volksabstimmung bestätigter Beschluss im Gegensatz zu dem hergebrachten, unveränderlichen (Natur-)Gesetz und Brauch (Nomos).Aristoteles, Politik 4, 1292a 1-38; Der Staat der Athener 41, 2. In Athen war es der durch die Volksversammlung bestätigte Beschluss im Gegensatz zum Probuleuma (), dem in einer Ratsversammlung gefassten (Vor-)Beschluss.
In der römischen Kaiserzeit bezeichnete Psephisma speziell eine auf einem Volksbeschluss beruhende Dankadresse einer griechischen Polis an den Kaiser.Plinius der Jüngere, Briefe 10, 43.
Im übertragenen Sinn wird eine Inschrift mit der Aufzeichnung eines derartigen Beschlusses dann auch als Psephisma bezeichnet (z. B. das Psephisma von Lumbarda).
Literatur Ulrich Köhler: Attische Psephismen. In: Hermes. Zeitschrift für classische Philologie. Bd. 7, 1873, S. 159–167 (online). Friedemann Quaß: Nomos und Psephisma. Untersuchung zum griechischen Staatsrecht (= Zetemata. Bd. 55). Beck, München 1971, ISBN 3-406-03295-8 (Zugleich: Göttingen, Universität, Dissertation, 1971).
Einzelnachweise
Kategorie:Politik (griechische Antike) Kategorie:Politische Institution (Antike) Kategorie:Attisches Recht