Naundorf ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Diera-Zehren im Landkreis Meißen. Der Ort wurde mit seinen damaligen Ortsteilen Hebelei und Göhrisch am 1. November 1935 nach Niederlommatzsch eingemeindet, mit dem er am 1. Januar 1994 zur Gemeinde Zehren und am 1. Januar 1999 zur Gemeinde Diera-Zehren kam.

Geographie Geographische Lage und Verkehr Naundorf liegt links der Elbe zwischen der Kreisstraße 8071 und der Bundesstraße 6 etwa vier Kilometer von Zehren entfernt. Der Ortsteil ist einer der nördlichsten Diera-Zehrens. Er befindet sich in der Lommatzscher Pflege. Nördlich des Orts wurde das Wölkische Wasser zu einem kleinen See angestaut. In der südlichen Ortsflur von Naundorf befindet sich der Eckardsberg, mit 182,4 m die höchste Erhebung von Diera-Zehren.Erwähnung des Eckardsbergs auf der Webseite www.weindoerfer.de

Nachbarorte

Geschichte Das Gassendorf auf Gewannflur Naundorf wurde im Jahr 1220 erstmals urkundlich als Nuvendorf (zum neuen Dorf) urkundlich genannt. Ursprünglich war der Ort zum Castrum Meißen gehörig. Im Jahr 1404 wurde das größte Gut im Ort als Rittersitz erwähnt, gleichzeitig existierte zu dieser Zeit ein Vorwerk im Ort.Das Vorwerk Naundorf auf www.sachsens-schloesser.de Vermutlich wurden beide schon kurz nach deren Nennung wieder aufgegeben, denn ab 1547 wurde Naundorf bis ins 19. Jahrhundert als Amtsdorf des kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Schulamts Meißen geführt.Das Schulamt Meißen im Sächsischen StaatsarchivKarlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 44 f. Naundorf hatte einen Ortsteil Hebelei, welcher in neuerer Zeit als eigener Ortsteil geführt wird. In der Flur von Hebelei befindet sich die Siedlung Göhrisch, bestehend aus den Resten der Wallburg Göhrisch, dem Göhrischgut und der Göhrischgärtnerei, welche im Gegensatz zu Naundorf und Hebelei bis ins 19. Jahrhundert zum Erbamt Meißen gehörten. Naundorf mit Hebelei und Göhrisch ist nach Zehren gepfarrt und gehört bis heute zur dortigen Kirchgemeinde. Bei den im 19. Jahrhundert im Königreich Sachsen durchgeführten Verwaltungsreformen wurden die Ämter aufgelöst. Dadurch kam Naundorf mit Hebelei und Göhrisch im Jahr 1856 unter die Verwaltung des Gerichtsamts Meißen und 1875 an die neu gegründete Amtshauptmannschaft Meißen. Im Jahr 1900 betrug die Größe der Gemarkung 339 Hektar. 1925 lebten von 277 Einwohnern 267 evangelisch-lutherische Bürger und ein Katholik im Ort.

Am 1. November 1935 wurde Naundorf nach Niederlommatzsch eingemeindet. Im Jahr 1938 erfolgte die Umgliederung der Wölkischhäuser von Naundorf in die Gemeinde Wölkisch.

Naundorf kam durch die Kreisreform 1952 zum aus der Amtshauptmannschaft gebildeten Kreis Meißen im Bezirk Dresden, der sich in der Nachwendezeit mehrmals vergrößerte. Am 1. Januar 1994 wurde Niederlommatzsch mit seinen Ortsteilen nach Zehren eingemeindet.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Diera und Zehren schlossen sich am 1. Januar 1999 zu Diera-Zehren zusammen, seitdem sind Naundorf und sein einstiger Ortsteil Hebelei jeweils eigenständige Ortsteile dieser Gemeinde.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl 1551 10 besessene Mann, 13 Inwohner 1764 14 besessene Mann, 2 Gärtner, 2 Häusler 1834 245 1871 235 1890 216 1910 245 1925 277 2011 102 2019 93

Literatur

Weblinks

Naundorf auf der Website von Diera-Zehren

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Diera-Zehren) Kategorie:Ort im Landkreis Meißen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Meißen)