Quibdó ist die Hauptstadt und eine Gemeinde (municipio) des Departamentos Chocó in Nordwest-Kolumbien. Sie hat 142.000 Einwohner (Stand: 2025) und liegt am Ufer des Río Atrato in einer der bewaldetsten und niederschlagreichsten Regionen Kolumbiens in der Nähe des Naturparks Emberá mit mehreren Indigenen-Reservaten.
Quibdó ist Sitz des Bistums Quibdó.
Geographie An die Gemeinde grenzen im Norden und Nordosten Bojayá und Medio Atrato sowie Vigía del Fuerte und Urrao in Antioquia, im Osten El Carmen de Atrato, im Süden Lloró, Atrato und Río Quito und im Westen Alto Baudó.
Verwaltung Quibdó verfügt über eine Fläche von 3.338 km² und wird in folgende corregimientos eingeteilt: Corregimiento de Tutunendo Corregimiento de Neguá Corregimiento de Guayabal Corregimiento de Alta Gracia Corregimiento de TanguíDurchschnittswerte 1971–2000 Corregimiento de La Troje Corregimiento de Las Mercedes Corregimiento de Tagachí Corregimiento de Munguidó Corregimiento de Campo Bonito Corregimiento de La Divisa
Klima Das Klima in Quibdó wird durch feuchtschwüle äquatorialtropische Temperaturen beeinflusst. Die Stadt gilt wegen der sehr hohen Niederschlagsmengen als einer der regenreichsten Orte der Erde. Das feuchtwarme Klima führt dazu, dass es fast jeden Tag für mehrere Stunden heftig regnet. Dagegen gibt es im Jahresverlauf kaum Unterschiede.In diesen Ländern regnet es noch mehr als bei uns mz-web.de, abgerufen am 21. Juli 2017
Durchschnittswerte 1961–1990
Geschichte Der Name Quibdó stammt von einem gleichnamigen Kaziken, dessen Herrschaftsgebiet sich im Umfeld der heutigen Stadt erstreckte.
Die Stadt wurde im Jahr 1648 von Indigenen an Fray Matías Abad und den Franziskanerorden geschenkt und Citará benannt. Im Laufe der Zeit wurde sie von den indigenen Ureinwohnern während diverser Zwischenfälle in Brand gesteckt. 1654 erbauten die Jesuiten Pedro Cáceres und Francisco de Orta den Ort erneut auf. Bis 1690 kam es zu Ansiedlungen auf den Ländereien der Kaziken Guasebá und Quibdó unter der Führung von Don Manuel Cañizales, einem Minenschürfer aus Antioquia. 1702 stieg die Bevölkerungszahl und die Stadt wurde nach dem Kolonisten Francisco de Berro San Francisco de Quibdó benannt. Am 2. Februar 1813 erklärte Quibdó seine Unabhängigkeit und wurde 1825 Distrikthauptstadt. 1948 wurde Quibdó die Hauptstadt der Provinz Chocó.
1966 brannten weite Teile der Stadt nieder und mussten neu errichtet werden. Das Umland von Quibdó und vor allem die entlegenen ländlichen Regionen Chocós gehörten lange Zeit zum Aufmarschgebiet paramilitärischer AUC Einheitenregionale operierende Einheiten des Bloque Pacífico de las Autodefensas und FARC-Guerrilleros, was militärische Operationen der kolumbianischen Armee zur Kontrolle des Atratogebietes mit sich zog.
Sehenswürdigkeiten Die Stadt bietet mehrere touristische Sehenswürdigkeiten wie die dem Heiligen Franz von Assisi geweihte Kathedrale, Palacio Municipal, Palacio Episcopal, den Konvent der Claretianer und das Denkmal des Poeten César. Aufgrund seiner Lage, der Naturschätze, Regenwälder und seiner Artenvielfalt bietet die Umgebung von Quibdó Möglichkeiten des Ökotourismus.
Kultur Zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi veranstalten die zwölf Bezirke von Quibdó von September bis Oktober die Fiesta de San Pacho, eine Feier der afro-kolumbianischen Chocó-Ethnie. Dieses Fest verbindet volkstümliche Religion synkretistisch mit dem Katholizismus. Messen und Andachten wechseln sich mit Karnevalsumzügen und anderen Feiern ab, bei denen kostümierte und tanzende Gruppen mit Musik und Festwagen durch die Bezirke ziehen. Prozessionen mit den Heiligenfiguren des Franziskus auf dem Río Atrato und in der Stadt schließen das Fest ab.
Die Fiesta wurde 2012 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Wirtschaft Die Wirtschaft in Quibdó wird durch den Abbau natürlicher Ressourcen (Gold und Platin), Holzwirtschaft und Landwirtschaft (Bananen, Kochbananen, Maniok und lokalen Früchten wie Borojo (Alibertia patinoi), Pfirsichpalmen (Bactris gasipaes), Ananas, Kaschu (Anacardium occidentale), Caimito (Chrysophyllum cainito), Almirajó (Patinoa almirajo), Lulo (Solanum quitoense) und andere) bestimmt.Contexto Regional. prevencionviolencia.univalle.edu.co
Verkehr Da die Verkehrsgegebenheiten auf dem Landweg durch Tropenregen häufig beeinträchtigt sind, ist die Flugverbindung von Bogotá, Medellín oder Cali zum Flughafen El Caraño (IATA-Code: UIB) die geeignetste Anreisemöglichkeit. Im Jahr 2010 wurde ein neues Flughafenterminal fertiggestellt.
Die wichtigste Verkehrsader der Region stellt der Río Atrato dar.
Bildung Quibdó verfügt über mehrere staatliche und private Universitäten. Dazu gehören Universidad Tecnológica del Chocó, Universidad Antonio Nariño, Universidad Cooperativa de Colombia, Fundación Universitaria Remington, UNADUniversidad Nacional Abierta y a Distancia und SENA.Servicio Nacional de Apredizaje
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Hansel Camacho (* 1956), Salsamusiker und Schauspieler
darunter Sportler
Francisco Maturana (* 1949), Fußballspieler und -trainer Alexis García (* 1960), Fußballspieler und -trainer Mabel Mosquera (* 1969), Gewichtheberin Hámilton Ricard (* 1974), Fußballspieler Jésus Sinisterra (* 1975), Fußballspieler Wason Rentería (* 1985), Fußballspieler Danilson Córdoba (* 1986), Fußballspieler Jackson Martínez (* 1986), Fußballspieler Carlos Sánchez (* 1986), Fußballspieler Jennifer Padilla (* 1990), Sprinterin Jhon Arias (* 1997), Fußballspieler Carlos Cuesta (* 1999), Fußballspieler Carlos Andrés Gómez (* 2002), Fußballspieler
Weblinks
Website der Gemeinde Quibdó
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Kolumbien Kategorie:Gemeinde im Departamento del Chocó