mini|hochkant|Rémy Julienne (2009) Rémy Julienne (* 17. April 1930 in Cepoy, Loiret; † 21. Januar 2021 in Montargis, Loiret) war ein französischer Stuntman. Mit mehr als 1.400 Produktionen (darunter 400 Kinofilme, diverse Fernsehserien und Werbespots) gehört er zu den weltweit erfolgreichsten Vertretern seines Fachs. Julienne zählte jahrzehntelang zu den weltweit führenden Experten für spezielle Auto-Stunts.Yannick Dehée, Christian-Marc Bosseno: Dictionnaire du Cinéma Populaire Français. Paris 2004, S. 457.
Leben mini|Szene aus der Show Juliennes im „Walt Disney Studios Park“ in Paris (2005) Julienne begann seine Laufbahn im Moto-Cross und errang hier zwischen 1957 und 1962 eine Reihe von Titeln, bevor er 1964 als Stuntman im Film Fantômas debütierte. Bis Ende der 1990er-Jahre wirkte er an vielen international sehr erfolgreichen Filmen mit spektakulären Autostunts mit, so 1969 im englischen Kultfilm Charlie staubt Millionen ab, in mehreren Louis-de-Funès-Filmen – darunter z. B. Balduin, der Heiratsmuffel (1968) oder Die Abenteuer des Rabbi Jacob (1973) – sowie zuletzt an den Filmen Taxi (1998) und Taxi Taxi (2000).
1970 drehte er einen Werbespot als Protagonist für das FIAT Model 124. 1973 widmete ihm Filmrealisator Mario Cortesi eine halbstündige Dokumentation mit dem Titel Er stirbt 1000 Tode.
Zwischen 1981 und 1995 war er außerdem für die Stunt-Koordination der James-Bond-Filme In tödlicher Mission (1981), Octopussy (1983), Im Angesicht des Todes (1985), Der Hauch des Todes (1987), Lizenz zum Töten (1989) und GoldenEye (1995) verantwortlich.
Zu einem schweren Zwischenfall kam es 1999 während der Dreharbeiten zu Taxi Taxi, als während eines Stunts ein Kameramann zu Tode kam.Tödlicher Unfall beim ‚Taxi, Taxi‘-Dreh hat Folgen. (, abgerufen am 26. April 2011) Julienne warf anschließend Produzent Besson vor, das Budget habe nicht ausreichend Mittel für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen. In der gerichtlichen Aufarbeitung wurde der Hauptteil der Schuld jedoch Julienne zugeschrieben, den das Gericht für schuldig befand, als Stunt-Koordinator im entsprechenden Stunt die Geschwindigkeit des Fahrzeugs und die Länge des Sprungs falsch berechnet zu haben. Julienne wurde anschließend wegen fahrlässiger Tötung zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 13.000 Euro verurteilt;Wegen tödlichem Stunt verurteilt. (blick.ch, abgerufen am 26. April 2011.) ein Berufungsgericht senkte die Strafe im Jahr 2009 auf sechs Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 2.000 Euro.
Neben seiner Arbeit für Film und Fernsehen gestaltete Julienne die Stunt-Show „Moteurs… Action!“ im Pariser „Walt Disney Studios Park“, bei der bis zu fünfmal am Tag ein Auto-Stunt vorgeführt wird, der anschließend in einer „Kino-Fassung“ auf der Leinwand gezeigt wird.Ein Mann für alle Fälle. (www.geo.de), abgerufen am 26. April 2011
Rémy Julienne bestritt in den 1970er-Jahren einige Sportwagenrennen. Unter anderem wurde er 1976 Gesamtsechzehnter beim zur Sportwagen-Weltmeisterschaft dieses Jahres zählenden 6-Stunden-Rennen von Dijon.
Julienne starb im Januar 2021 im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer COVID-19-Infektion.Bertrand Guyard, Rémy Julienne, l'as des as de la cascade, est mort du Covid-19 à 90 ans, lefigaro.fr, 22. Januar 2021
Zitate „Man muss Autos und Beteiligte zur rechten Zeit am rechten Ort haben und choreographieren wie ein Ballett, dann kann gar nichts schief gehen.“zitiert nach Die Stuntkoordinatoren. (, abgerufen am 26. April 2011.)
Filmografie (Auswahl) mini|Peugeot 406 aus dem Film Taxi, bei dem Julienne die Auto-Stunts koordinierte 1964: Fantomas 1966: Die große Sause 1968: Balduin, der Heiratsmuffel 1969: Charlie staubt Millionen ab 1971: Der Coup 1973: Durch Paris mit Ach und Krach (Elle court, elle court la banlieue) 1973: Die Abenteuer des Rabbi Jacob 1974: Zwei wie Pech und Schwefel 1976: Brust oder Keule 1977: Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo 1978: Der Sanfte mit den schnellen Beinen (La carapate) 1979: Ein Mann räumt auf 1980: Der Puppenspieler 1981: James Bond 007 – In tödlicher Mission 1982: Target – Gewalt gegen Gewalt (Jugando con la muerte) 1982: Louis und seine verrückten Politessen 1983: James Bond 007 – Octopussy 1984: Die öffentliche Frau 1984: Sheena – Königin des Dschungels 1985: James Bond 007 – Im Angesicht des Todes 1986: Ein Mann und eine Frau – 20 Jahre später 1987: James Bond 007 – Der Hauch des Todes 1987: Der Profi 2 1989: James Bond 007 – Lizenz zum Töten 1990: Feuer, Eis & Dynamit 1995: James Bond 007 – GoldenEye 1996: Crash Kids 1996: Mein Mann Picasso 1996: Maximum Risk 1997: Der Hexenclub von Bayonne 1998: Alle meine Väter 1998: Taxi 2000: Taxi Taxi 2001: Das geheimnisvolle Grab 2002: Riders 2005: A Sound of Thunder 2006: The Da Vinci Code – Sakrileg
Motorsport-Statistik
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 1976 Bourgogne BMW 3.5 CSL 16 1977 Lola T294 DNF
Weblinks
Rémy Julienne bei Racing Sports Cars
Einzelnachweise
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