Netflix, Inc. (von Net, kurz für Internet und als ein im Englischen umgangssprachlicher Ausdruck für ) ist ein US-amerikanisches Medienunternehmen, das sich mit dem kostenpflichtigen Streaming und der Produktion von Filmen und Serien beschäftigt.

Das Unternehmen wurde von Reed Hastings und Marc Randolph 1997 im kalifornischen Los Gatos gegründet und agierte zunächst als Online-Videothek mit dem Versand von Filmen auf DVD und Blu-ray an seine Abonnenten. Im Jahre 2007 stieg Netflix ins Video-on-Demand-Geschäft ein und machte die Inhalte per Streaming für Abonnenten zugänglich. Bis März 2020 hatte der Mediendienst knapp 3000 Film- und Fernsehsendungen als Streaming angeboten. The publisher cautions the data presented on its website may not reflect the entirety of the Netflix library. Bis Ende März 2022 wurden bei Netflix seit der Unternehmensgründung 221,64 Millionen bezahlte Abonnements abgeschlossen, davon 74,58 Millionen in den USA und Kanada. Im Jahre 2020 übertraf der Börsenwert des Unternehmens mit knapp 195 Milliarden US-Dollar erstmals den der Walt Disney Company.

Geschichte Gründung mini|Erstes Logo, von 1997 bis 2000 mini|Logo 2000 bis 2001 mini|Netflix-Logo von 2001 bis 2014

Netflix wurde am 29. August 1997 im kalifornischen Scotts Valley von Marc Randolph und Reed Hastings gegründet. Randolph arbeitete im Jahr 1997 als Marketingleiter für Hastings’ Firma Pure Atria und war gleichzeitig Mitbegründer von MicroWarehouse, einem Computer-Versandunternehmen.

Hastings verkaufte Pure Atria 1997 für 700 Millionen US-Dollar an die Rational Software Corporation. Dies war der bis dahin größte Unternehmenskauf in der Geschichte des Silicon Valley. Sie kamen auf die Idee für Netflix, als sie zwischen ihren Häusern in Santa Cruz und dem Hauptquartier von Pure Atria in Sunnyvale pendelten und darauf warteten, dass die staatlichen Regulierungsbehörden den Zusammenschluss genehmigten.

Randolph bewunderte das junge E-Commerce-Unternehmen Amazon und wollte eine breite Kategorie von Artikeln finden, die mit einem ähnlichen Modell über das Internet verkauft werden könnten. Sie lehnten VHS-Bänder als zu teuer für den Lagerbestand und zu empfindlich für den Versand ab. Als sie von DVDs erfuhren, die am 24. März 1997 erstmals in den USA eingeführt wurden, testeten sie das Konzept des Verkaufs und Verleihs von DVDs per Post, indem sie eine CD an Hastings’ Haus in Santa Cruz schickten. Als die CD intakt ankam, entschlossen sie sich, ihre Geschäftsidee auszuprobieren. Hastings wird oft zitiert, er habe beschlossen, Netflix zu starten, nachdem er in einem Blockbuster-Geschäft mit einer Geldstrafe von 40 US-Dollar belegt worden war, weil er zu spät gekommen war, um eine Kopie des Films Apollo 13 zurückzugeben. Randolph sagte später, Hastings habe die Anekdote erfunden. Berichten zufolge hat Blockbuster Hastings Mitte der 2000er Jahre angewiesen, diese Geschichte nicht mehr zu erzählen, nachdem das Unternehmen in seinen Unterlagen keine solche Transaktion finden konnte.

Das Unternehmen, in das Hastings und Marc Randolph 2,5 Millionen US-Dollar Startkapital investierten, begann mit 30 Mitarbeitern und einem Sortiment von 925 Filmen als Online-DVD-Vermietung. Dies war fast der gesamte Katalog gedruckter DVDs zu diesem Zeitpunkt. Bei ihrem Verleih warben sie damit, dass keine Gebühren bei einer verspäteten Rückgabe von DVDs anfielen. Im Jahr 1998 versuchte Amazon, das selbst noch wenige Jahre zuvor ein Startup gewesen war, Netflix zu kaufen.

Die ersten Jahre und Börsengang Netflix führte im September 1999 sein monatliches Flatrate-Preismodell einGordon Ecco: Netflix – Ein Streamingdienst mischt die Unterhaltungsbranche auf. In: bluemind.tv. 25. April 2014, abgerufen am 28. April 2014. und ließ das Einzelmietmodell Anfang 2000 fallen. Ersteres bewarb das Unternehmen mit der unbegrenzten Vermietung von Filmtiteln pro Kunde, bis es im Jahr 2004 wegen irreführender Werbung verklagt wurde und der Rechtsstreit in einem Vergleich beigelegt wurde. Außerdem bewarb das Unternehmen seine Aboverträge als leicht verständlich, da alle anfallenden Kosten (Versand- und Bearbeitungsgebühren etc.) unter einer Pauschalgebühr für die Kunden zusammengefasst wurden.

Im Jahr 2000 – als Netflix trotz seiner knapp 300.000 Abonnenten rote Zahlen schrieb und der Versand seiner DVDs vollständig von externen Postdienstleistern abhängig war – fragte das Unternehmen bei Blockbuster an, ob es an einem Kauf von Netflix für 50 Millionen US-Dollar interessiert sei. Im selben Jahr trat Ted Sarandos als Chief Content Officer der Firma bei.

Während Netflix als Dot-Com-Unternehmen Anfang 2001 ein schnelles Wachstum verzeichnete, entließ das Unternehmen nach dem Platzen der Dotcom-Blase sowie auch den Anschlägen vom 11. September ein Drittel der 120 Mitarbeiter. Der Verkauf von DVD-Playern nahm jedoch mit jeder Preisreduzierung rasant zu, sodass Netflix Anfang 2002 einen enormen Anstieg seines Abonnementgeschäfts verzeichnete. Im September 2002 berichtete die New York Times, dass Netflix zu dieser Zeit etwa 190.000 DVDs pro Tag an seine 670.000 Abonnenten verschickte.

Netflix leitete am 29. Mai 2002 seinen Börsengang ein, bei dem 5,5 Millionen Stammaktien zum Preis von 15,00 US-Dollar je Aktie an Investoren verkauft wurden. Am 14. Juni 2002 verkaufte das Unternehmen weitere 825.000 Stammaktien zum gleichen Preis je Aktie. Nachdem Netflix bis dahin seine Geschäftsjahre immer mit einem Minusgeschäft beendet hatte, erzielte Netflix im Geschäftsjahr 2003, bei einem Umsatz von 272 Millionen US-Dollar, mit 6,5 Millionen US-Dollar seinen ersten Gewinn. 2005 waren 35.000 verschiedene Filme bestellbar; Netflix versandte damals täglich eine Million DVDs.

Das Gründungsmitglied Randolph schied 2004 aus dem Unternehmen aus.

mini|DVD-Versand mit Netflix

Vom DVD-Verleih zum Streaming-Dienst Seit einiger Zeit hatte das Unternehmen erwogen, Filme online anzubieten, aber erst Mitte der 2000er Jahre waren die Datenübertragungsrate und die Internetkosten für Downloads von Filmen für den Massenkonsum annehmbar. Die ursprüngliche Idee war eine Hardware namens „Netflix-Box“, mit der Filme in einem Zeitfenster über Nacht heruntergeladen werden konnten. Bis 2005 hatten sie Filmrechte erworben und die Box und den Service entworfen und waren bereit, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Nachdem YouTube populär wurde, wurde das Konzept der Verwendung eines Hardwaregeräts verworfen und stattdessen durch ein Streaming-Konzept ersetzt, das im Jahr 2007 testfähig wurde.

Netflix hatte bis dahin ein personalisiertes Videoempfehlungssystem namens Cinematch entwickelt, das auf dem Fernsehverhalten sowie den Bewertungen jedes seiner Kunden basierte. Am 1. Oktober 2006 warb Netflix mit einem Preisgeld von einer Million US-Dollar um Programmierer, denen es gelingen würde, einen verbesserten Videoempfehlungsalgorithmus zu entwickeln.

Im Februar 2007 hatte Netflix eine Milliarde DVDs verschickt und begann, sich von seinem ursprünglichen Kerngeschäftsmodell des DVD-Versands zu entfernen, indem es Video-on-Demand bzw. Streaming einführte. Netflix gewann in den Jahren von 2006 bis 2011 trotz des kontinuierlichen Rückgangs des DVD-Versands weiter an Kunden.

Als Netflix 2007 begann, den Abonnenten Streaming anzubieten, konnten anfangs nicht mehr als 1000 Filme und TV-Shows angeboten werden (und damit nur 1 % im Vergleich zu seinem DVD-Postversand-Angebot). Da die Nachfrage jedoch weiter zunahm, stieg die Anzahl der für das Streaming verfügbaren Titel und erreichte im Juni 2009 etwa 12.000 Titel. Das Empfehlungssystem Cinematch, das auch Independentfilme mit einbezog, war ein Faktor für länger anhaltende Kundenbindung bzw. Kundenzufriedenheit und sorgte andererseits dafür, dass Filme kleinerer Filmstudios einem größeren Publikum in den USA zugänglich wurde, sodass auch Independent-Filmstudios davon profitierten.

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Weitere Expansion Um ihr Geschäftsmodell auszubauen, erwarb Netflix im August 2010 für etwa eine Milliarde US-Dollar für fünf Jahre die Rechte am Onlinevertrieb von Filmen der Filmstudios Paramount Pictures, Lions Gate Entertainment und Metro-Goldwyn-Mayer.

Bis September 2010 war Netflix ausschließlich in den Vereinigten Staaten verfügbar und begann dann seine internationale Expansion mit Kanada.Netflix To Launch In Germany, Austria, Switzerland, France, Belgium And Luxembourg In Late 2014, Netflix, 20. Mai 2014, abgerufen am 21. Mai 2014.Gordon Ecco: Netflix – Netflix startet in Deutschland bereits im September. In: bluemind.tv. 22. Juli 2014, abgerufen am 22. Juli 2014. Im Dezember 2010 hatte Netflix einen Marktwert von etwa zehn Milliarden Dollar.

Für das dritte Quartal 2011 meldete das Unternehmen einen weltweiten Umsatz von 822 Millionen US-Dollar. Mit dem Jahr 2011 wurde Netflix in Lateinamerika und der Karibik angeboten.

2012 expandierte Netflix nach Europa und war zunächst in Großbritannien, Irland und Skandinavien verfügbar, 2013 erfolgte der Markteintritt in den Niederlanden und seit September 2014 ist Netflix in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien und Luxemburg verfügbar.Sascha Geldermann: Sieben Fakten zum Deutschland-Start von Netflix. In: Augsburger Allgemeine. 1. September 2014.Fabian Schmid: Zehn Fragen zum Netflix-Start in Österreich. In: der Standard. 29. Juni 2014.

Netflix gehört zu den ersten Unterstützern der FIDO-Allianz, die seit 2013 den Industriestandard Universal Second Factor (U2F) für eine allgemein anwendbare Zwei-Faktor-Authentisierung entwickelt hat.

Im ersten Quartal 2014 meldete Netflix erstmals über eine Milliarde US-Dollar Umsatz.

Im Januar 2016 wurde Netflix in 130 weiteren Staaten freigeschaltet, womit Netflix außer in der Volksrepublik China, Nordkorea, Syrien und auf der Krim weltweit verfügbar wurde.Netflix is now available around the world. In: Netflix.com. 6. Januar 2016, abgerufen am 6. Januar 2016 (englisch). Im Juli 2016 hatte Netflix allein in den Vereinigten Staaten 47 Millionen Abonnenten und war damit der größte Video-Anbieter des Landes. Gemessen an den Nutzerzahlen hatte Netflix in den USA bereits mehr Zuschauer als jeder einzelne herkömmliche Fernsehsender.

Im August 2017 kaufte Netflix dem Comic-Zeichner Mark Millar Millarworld ab. Im Mai 2018 ging Netflix eine Kooperation mit dem von Barack und Michelle Obama gegründeten Medienunternehmen Higher Ground Productions ein. Seit 2019 ist Netflix Mitglied der Motion Picture Association, eines Verbands der amerikanischen Filmproduktionsgesellschaften.

Im Jahre 2020 konnte Netflix aufgrund der veränderten Lebensumstände in der Coronakrise 36,5 Millionen neue Abonnenten gewinnen und verzeichnete Ende des Jahres zum ersten Mal über 200 Millionen zahlende Kunden. Bis Ende Juni 2021 hatte das Unternehmen 209,18 Millionen Nutzer, davon 73,95 Millionen in den USA und Kanada, 68,70 Millionen im EMEA-Raum, 38,66 Millionen in Lateinamerika und 27,88 Millionen in der Asien-Pazifik-Region.

Aufgrund der weltweiten Beliebtheit südkoreanischer Filme, Fernsehserien und Popmusik verstärkt Netflix stetig das Engagement in Südkorea, sowohl um Abonnenten dort anzusprechen als auch um international von der koreanischen Welle zu profitieren. Zwischen 2015 und 2020 investierte Netflix 700 Mio. US-Dollar in koreanische Inhalte. Im Jahr 2021 wurden ca. 500 Mio. US-Dollar geplant. Ende 2020 schloss Netflix Partnerschaften mit dem Medienkonzern sowie Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft CJ ENM und dem Fernsehsender JTBC ab. Anfang 2021 investierte Netflix in zwei neue Produktionsstudios in Südkorea.

Im Juli 2021 verpflichtete Netflix Mike Verdu als Vizepräsidenten für die Videospiel-Entwicklung. Wenig später gab der Konzern bekannt, dass er nach ersten Experimenten mit interaktiven Inhalten nun in die Gaming-Branche expandieren wolle. So sollen zukünftig allen Abonnenten neben den bisherigen Kategorien Film und Serien auch Spiele angeboten werden. Zunächst seien werbefreie Mobile Games geplant.