Rhönklub e. V. 200px|verweis=Logo des Rhönklubs VereinsdatenGründung 6. August 1876 Adresse/Kontakt Geschäftsstelle des HauptvorstandesSchloßplatz 136129 Gersfeld (Rhön)Präsident Klaus NeisserMitglieder 20.000 (Stand: März 2025) Internet Homepage rhoenklub.de
Der Rhönklub e. V. (kurz RK) ist ein länderübergreifender Heimat- und Wanderverein in Bayern, Hessen und Thüringen mit Sitz in Gersfeld. Eingetragen ist er in das Vereinsregister des Amtsgerichts Fulda (VR 483). Mit 20.000 Mitgliedern in 77 Zweigvereinen gehört er zu den großen deutschen Wandervereinen im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine.
Ziele Der Rhönklub wurde am 6. August 1876 in Gersfeld mit dem Ziel gegründet, die Rhön als Wandergebiet zu erschließen. Heutige Zielsetzung ist die Erhaltung der wertvollen Natur- und Kulturlandschaft der Rhön unter ökologischen Gesichtspunkten, insbesondere:
der Erhalt seltener Pflanzen die Pflege heimischer Tiere und der allgemeine Schutz der Kreaturen die Bewahrung wertvoller Kulturgüter die Pflege heimischen Brauchtums der Erhalt des bodenständigen Liedgutes das bewusste Sprechen der Mundart die Bemühungen um alte Kulturgüter
Geschichte Gründung mini|Gasthaus „Zum Hirsch“ in Gersfeld (Gründungsstätte des Rhönklubs) Am 6. August 1876 kam es auf Anregung des Fuldaer Arztes Justus Schneider (1842–1904) im Gasthaus „Zum Hirsch“ in Gersfeld zur Gründung des Rhönklubs. Da in anderen Gegenden Deutschlands bereits Gebirgsvereine gegründet waren, fasste er den Entschluss, zur Gründung eines Rhönklubs aufzurufen.
Die Einladung zur Gründungsversammlung hatte folgenden Wortlaut:
Obwohl die Rhön schon immer ein „geteiltes“ Land war, fanden sich aus 16 Orten weit mehr Rhönfreunde in Gersfeld ein, als erwartet. Der Rhönklub wurde mit großer Begeisterung gegründet, Justus Schneider wurde der erste Präsident und Fulda Sitz des Vereins. Die Vertreter der 16 anwesenden Städte und Dörfer (Bad Brückenau, Bad Kissingen, Bad Neustadt an der Saale, Bischofsheim in der Rhön, Dermbach, Fladungen, Fulda, Geisa, Gersfeld, Hammelburg, Hilders, Hünfeld, Mellrichstadt, Ostheim vor der Rhön, Tann (Rhön), Weyers) gründeten zeitnah „Sektionen“.
Toten-Ehrenmal mini|Gedenkstätte auf dem Heidelstein in der Rhön Die Idee zum Toten-Ehrenmal auf dem Heidelstein entstand 1923, es wurde im selben Jahr eingeweiht. Jährlich im September wird dort der Verstorbenen des Rhönklubs im Rahmen der „Heidelsteinfeier“ gedacht.
Frühe Jahre Im Jahre 1926 zählte der Rhönklub 70 Zweigvereine. Ein großes Wanderwegenetz war aufgebaut worden, auf den Bergen entstanden Rhönklubhütten. Der Volksschullehrer Karl Straub hatte 1929 erstmals im Auftrag des Hauptvorstandes des Rhönklubs einen Rhönkalender herausgegeben, der bis heute jährlich aufgelegt wird.
Zweiter Weltkrieg und die Nachkriegsjahre Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übernahm Oswald Milker die Vereinsführung und rettete den Rhönklub über die Zeit des Nationalsozialismus. Er musste sich 1941 in „Rhönbund“ umbenennen, und das eigenständige Vereinsleben kam zum Erliegen, aber er überlebte.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit ruhte zunächst jegliche Vereinstätigkeit, doch bereits 1946 erschien die erste Nummer der Rhönwacht als einfaches Doppelblatt. Nur noch 3000 Mitglieder zählte der Gesamtverein. 16 Zweigvereine in Thüringen wurden in der DDR als „faschistische Vereine“ verboten. Der Eiserne Vorhang trennte den Verein. Ostflüchtlinge kamen in die Rhön, ihnen gab der Verein eine neue Heimat.
Der fünfte Präsident Josef Hans Sauer schuf den Posten des Hauptkulturwartes. Der Rhönklub dürfe nicht nur ein Wanderverein sein, sondern müsse sich auch um die Pflege und Erhaltung von Traditionen, Brauchtümern und Kulturgütern der Rhönheimat bemühen.
1976 zählte der Rhönklub in 71 Zweigvereinen über 15.000 Mitglieder. Alfons Lühn, der sechste Präsident, steigerte die Mitgliederzahl. Er setzte eine Satzungsänderung durch, der zufolge dem Naturschutz eine größere Bedeutung beigemessen werden konnte.
Nach seinem Ausscheiden übernahm 1989 mit Regina Rinke erstmals eine Frau aus dem bayerischen Teil der Rhön die Leitung des Rhönklubs.
Wiedervereinigung 1989 vollzog sich die politische Wende, für den Rhönklub bedeutete die Einheit Deutschlands die Öffnung nach Thüringen. Spontan entstanden in 19 Orten Thüringens neue oder auch alte Rhönklub-Zweigvereine. Die erste Gründung erfolgte bereits am 6. Dezember 1989 in Oberalba. Am 28. Dezember 1989 gründete sich der Zweigverein Dermbach wieder, der 1876 bereits zu den Gründungsvereinen gezählt hatte.
Deutscher Wandertag 2008 in der Rhön Vom 26. bis 30. Juni 2008 veranstaltete der Rhönklub in Fulda und der Rhön den 108. Deutschen Wandertag unter dem Motto „Wandern & Mehr“.
Jubiläumsfest 2026 in Gersfeld Am 8. und 9. August 2026 feierte der Rhönklub in Gersfeld sein 150-jähriges Jubiläum.
Gliederung miniatur|Gedenkstein „Rhön Klub Zweigverein Hammelburg 1876–1988“ im NSG Sodenberg-Gans Die 77 Zweigvereine gehören dem Hauptverband an. Bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Rhönklub zur Verwaltungsvereinfachung das Gebiet der Rhön in Gaue eingeteilt. Es gab einen Nord-Ost-Gau, einen Nord-West-Gau, einen Süd-Ost-Gau und einen Süd-West-Gau. Später entschied man sich zur Umbenennung und benannte die Gaunamen nach den Flüssen der Rhön. Durch den Wegfall des Werragaues (in der ehemaligen DDR gelegen) kam es nach dem Krieg zur Gründung des Ulstergaues. Im Jahr 2008 wurden die Gaue in Regionen umbenannt. 2011 fusionierten die Regionen Saale und Sinn zur Region Saale/Sinn. So gibt es nun die Region Werra, Region Fulda, Region Saale/Sinn, Region Ulster.
Zweigvereine Rhönklub AschaffenburgWebsite des Rhönklubs Aschaffenburg Rhönklub Bachrain Rhönklub Bad BrückenauWebsite des Rhönklubs Bad Brückenau Rhönklub Bad KissingenWebsite des Rhönklubs Bad Kissingen Rhönklub Bad Königshofen Rhönklub Bad Neustadt Rhönklub Bad SalzungenWebsite des Rhönklubs Bad Salzungen Rhönklub Bastheim Rhönklub Batten-FindlosWebsite des Rhönklubs Batten-Findlos Rhönklub Bischofsheim-KreuzbergWebsite des Rhönklubs Bischofsheim-Kreuzberg Rhönklub BreitungenWebsite des Rhönklubs Breitungen Rhönklub Burghaun Rhönklub BurkardrothWebsite des Rhönklubs Burkardroth Rhönklub Dalherda Rhönklub Dermbach Rhönklub Dietershausen Rhönklub DipperzWebsite des Rhönklubs Dipperz Rhönklub Eichenzell Website des Rhönklubs Eichenzell Rhönklub Eisenach Rhönklub "Eisgraben" in Hausen (Rhön)Website des Rhönklubs "Eisgraben" Rhönklub Eiterfeld Rhönklub EltersWebsite des Rhönklubs Elters Rhönklub FladungenWebsite des Rhönklubs Fladungen Rhönklub FlorenbergWebsite des Rhönklubs Florenberg Rhönklub FuldaWebsite des Rhönklubs Fulda Rhönklub GaritzWebsite des Rhönklubs Garitz Rhönklub GeisaWebsite des Rhönklubs Geisa Rhönklub GersfeldWebsite des Rhönklubs Gersfeld Rhönklub Hammelburg Rhönklub Hanau Rhönklub Hettenhausen Rhönklub HildersWebsite des Rhönklubs Hilders Rhönklub HofbieberWebsite des Rhönklubs Hofbieber Rhönklub HünfeldWebsite des Rhönklubs Hünfeld Rhönklub Kaltennordheim Rhönklub Kaltensundheim Rhönklub Kleinsassen Rhönklub Klings Rhönklub KünzellWebsite des Rhönklubs Künzell Rhönklub LahrbachWebsite des Rhönklubs Lahrbach Rhönklub MeiningenWebsite des Rhönklubs Meiningen Rhönklub MelkersWebsite des Rhönklubs Melkers Rhönklub MellrichstadtWebsite des Rhönklubs Mellrichstadt Rhönklub Milzgrund Rhönklub MottenWebsite des Rhönklubs Motten Rhönklub MünnerstadtWebsite des Rhönklubs Münnerstadt Rhönklub NeuhofWebsite des Rhönklubs Neuhof Rhönklub NiesigWebsite des Rhönklubs Niesig Rhönklub Oberalba Rhönklub OberbachWebsite des Rhönklubs Oberbach Rhönklub Oberelsbach Rhönklub OberweißenbrunnWebsite des Rhönklubs Oberweißenbrunn Rhönklub Ostheim Rhönklub PetersbergWebsite des Rhönklubs Petersberg Rhönklub PoppenhausenWebsite des Rhönklubs Poppenhausen Rhönklub Roßdorf Rhönklub Rother Kuppe Rhönklub SalzWebsite des Rhönklubs Salz Rhönklub SchmalkaldenWebsite des Rhönklubs Schmalkalden Rhönklub Schmalnau Rhönklub Schondrahöhe in Völkersleier Rhönklub Schwarzenfels Rhönklub SchweinfurtWebsite des Rhönklubs Schweinfurt Rhönklub SeifertsWebsite des Rhönklubs Seiferts Rhönklub SimmershausenWebsite des Rhönklubs Simmershausen Rhönklub Stockheim Rhönklub TannWebsite des Rhönklubs Tann Rhönklub Thalau Rhönklub UnterelsbachWebsite des Rhönklubs Unterelsbach Rhönklub Unterwaldbehrungen Rhönklub VachaWebsite des Rhönklubs Vacha Rhönklub WalddörferWebsite des Rhönklubs Walddörfer Rhönklub Weyhers Rhönklub Wickers Rhönklub Wildflecken Rhönklub WürzburgWebsite des Rhönklubs Würzburg Rhönklub Wüstensachsen
Berghäuser und Wanderhütten mini|Rhönklubhütte in Oberbach mini|Würzburger Karl-Straub-Haus in den Schwarzen Bergen Der Rhönklub und dessen Zweigvereine haben in den ersten Jahren und Jahrzehnten nach ihrer Gründung sechs große Berghäuser und mehr als 30 Hütten in allen Teilen der Rhön errichtet und verpachtet, die Wander- und Naturfreunde zum Verweilen und Rasten einladen sollen. Die großen Häuser bieten Übernachtungsmöglichkeiten – von der einfachen Unterkunft über Zimmer mit Dusche/Bad und WC bis zur Ferienwohnung –, Gastronomie und Kinderspielplätze.
Folgende Häuser und Hütten gibt es in der Rhön: Berggasthof Rother Kuppe Burganlage Lichtenburg Dermbacher Hütte Emberghütte Fuldaer Haus Karl-Heise-Hütte Kissinger Hütte Melkerser Wanderhütte Meininger Hütte Melkerser Wanderhütte Milseburghütte Neustädter Haus Öchsenberghütte Rauschenberghütte Rhönklubhütte am Eichenzeller Wartturm Rhönklubhütte Eiterfeld Rhönklubhütte Oberbach Salzunger Hütte Schweinfurter Haus Waldheim Niesig Wanderhütte auf dem Pleß Würzburger Karl-Straub-Haus
Vereinszeitschrift Das erste Erscheinen der Vereinszeitschrift Die Rhön (ehemals Rhönwacht) fiel in die Amtszeit des zweiten Präsidenten Karl Wegener. Seit 1912 erscheint diese Zeitschrift vierteljährlich. Ihre Herausgabe wurde nur kurz durch die beiden Kriege unterbrochen. Weil es eine Webseite der Musikgruppe Rhoenwacht gibt, über die rechtsradikales Liedgut verbreitet wird, wurde die Zeitschrift 2009 in Die Rhön – Wandern & mehr umbenannt.
Präsidenten Amtszeit Präsident 1876–1904 Justus Schneider 1904–1913 Karl Wegener 1913–1939 Hugo Pfeiffer 1939–1961 Oswald Milker 1961–1976 Josef Hans Sauer 1976–1989 Alfons Lühn 1989–2011 Regina Rinke 2011–2013 Ewald Klüber 2014–2024 Jürgen Reinhardt seit 2024 Klaus Neisser
Auszeichnungen Folgenden Zweigvereine des Rhönklubs erhielten die Eichendorff-Plakette: 1976: Zweigverein Bad Kissingen 1987: Zweigvereine Mellrichstadthttps://www.mainpost.de/regional/rhoengrabfeld/wandern-natuerlichste-und-gesuendeste-sportart-die-es-gibt-art-9362599 und Weyhershttp://www.rhoenklub-weyhers.de/Verein/ 1988: Zweigvereine Bischofsheim-Kreuzberghttp://www.rhoenklub-bischofsheim.de/html/chronik.html, Gersfeld, Hünfeldhttp://www.rhoenklub-huenfeld.de/rhoenklub-huenfeld.de/index.php4?page=10&nav=4 und Poppenhausenhttps://osthessen-news.de/n1208845/poppenhausen-abschied-von-johannes-neuwirth---36-jahre-ehrenamt-im-rh-nklub.html 1989: Zweigverein Hilders 1997: Zweigverein Vachahttps://www.wanderindex.de/wanderverbaende/hauptverband/eichendorffplakette.html 2006: Zweigverein Bad Königshofenhttps://www.mainpost.de/regional/rhoengrabfeld/im-einklang-mit-der-natur-die-heimat-erleben-art-3921102 2011: Zweigverein Kassel 2012: Zweigverein Wüstensachsenhttps://www.osthessen-news.de/n1216792/ehrenberg--wandern-und-heimatgedanke-rhoenklub-wuestensachsen-erhaelt-eichendorff-plakette.htmlhttp://www.fuldaer-nachrichten.de/?p=100301 2013: Zweigverein Hofbieber
Siehe auch Liste der Vereine im Deutschen Wanderverband
Literatur Jürgen Reinhardt: 125 Jahre Rhönklub Zweigverein Fulda e.V. 1876–2001. Imhof, Petersberg 2001, ISBN 3-932526-15-5. Jürgen Reinhardt: 150 Jahre Rhönklub Zweigverein Fulda e.V. 1876–2026. Imhof, Petersberg 2026, ISBN 978-3-7319-1619-2.