Sigismund Gargas (auch Zygmunt Gargas) (* 1876 in Polen; † 1948 in den Niederlanden) war ein polnischer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler sowie Publizist. Er forschte und publizierte besonders zu Fragen der innereuropäischen Immigration. Seine Studie zur Minderheit gilt als früher Beitrag zur soziologischen Vorurteilsforschung.Vgl. Papcke, Sven, Deutsche Soziologie im Exil. Gegenwartsdiagnose und Epochenkritik 1933–1945. Campus, Frankfurt am Main 1993, S. 112. In Berlin hatte Gargas ein Informationsbüro, das über eine Rotterdamer Nachrichtenagentur britischen Regierungs- und Wirtschaftskreisen politische Informationen aus Deutschland zukommen ließ und dafür inhaftiert wurde. Wegen Landesverrats wurde damit zusammenhängend im sogenannten Fechenbach-Prozess auch der Journalist und Schriftsteller Felix Fechenbach verurteilt.Roland Flade: Leben und Tod Felix Fechenbachs. In: Roland Flade, Barbara Ott (Hrsgg.): Felix Fechenbach, Der Puppenspieler. Ein Roman aus dem alten Würzburg. Königshausen & Neumann, Würzburg 1988, ISBN 3-88479-376-4, S. 7–30; hier: S. 20–22.

Schriften (Auswahl) Poglądy ekonomiczne w Polsce XVII wieku. Lemberg : Towarzystwo Wydawnicze, 1903 (Zygmunt Gargas) Rozwój przemysłu a podatki. Lemberg : Gubrynowicz i Schmidt, 1908 Zur Regelung des Auswanderungswesens in Österreich, Wien: Perles, 1913 Kriegswirtschaftliche Probleme in Holland, Dresden; Leipzig: Globus, 1918 Geschichte der Nationalökonomie im alten Polen, Berlin: R. L. Prager, 1925 Die Minderheit. Eine soziologische Studie, Haag: Gebr. Belinfante, 1926 Das internationale Passproblem, Haag: Gebr. Belinfante, 1927 Die Staatenlosen, Leiden: Brill, 1928

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