mini|Palais Hondheim, Julius Söhn um 1890 mini|Düsseldorf, Akademie- und Dammstraße, Palais Hundheim mini|Akademiestraße 1, Portal der Akademie mini|Arresthaus und Feuerwehr im Gebäudekomplex an der Akademiestraße, vor 1880

Das Hondheimsche Palais war ein historischer Gebäudekomplex an der Ecke Akademiestraße und der heute nicht mehr vorhandenen DammstraßeBebauungsplan 5376/033 „Dammstraße / Schulstraße“ - Düsseldorf in Düsseldorf, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/gestern_heute/data_bilddokumentation_detail/052_2.shtml

Geschichte Der Doppelbau wurde zwischen 1709 und 1713 von Matteo Alberti auf Veranlassung von Kurfürst Johann Wilhelm für das Generalkriegskommissariat gebaut. Das Gebäude lag damals zwischen Rheintor und Hafenstraße an der Kommissariatstraße (vormals „achter der Mauer am Bergerthor [hinter der Mauer vom Berger Tor]“)Beiträge zur Geschichte des Niederrheins, 3. Band, Düsseldorfer Geschichtsverein, 1888, S. 421 und bestand aus zwei Flügeln. An der Rückseite lag der alte Berger Hafen. Neben dem Kommissariat, das auch der Pate für den Namen Kommissariatsstraße war, wurden auch kurpfälzische Zentralbehörden sowie die Geheime Kammerkanzlei in diesen Gebäuden untergebracht. Nach der Verlegung der Behörden erwarb deren Leiter, Freiherr Lothar Friedrich von Hondheim (auch Hontheim oder Huntheim geschrieben), das Anwesen.Hugo Weidenhaupt (Hrsg.): Düsseldorf Geschichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert. Band 2 Von der Residenzstadt zur Beamtenstadt (1614–1900). Schwann 1988, ISBN 3-491-34222-8, S. 70 Nachdem von Hondheim das Gebäude aus Kostengründen wieder an die damaligen Obrigkeit abgetreten hatte, diente es später unterschiedlichster Nutzung, zum Beispiel war zeitweise auch ein Ballsaal vorhanden.

1752 wurde im Westflügel das „Königliche Arrest- und Corrections-Haus“ eingerichtet. 1782 überließ Kurfürst Carl Theodor einen Teil, den linken Teil des Doppelgebäudes, Lambert Krahe für die Kurfürstliche Akademie der Schönen Künste zu Düsseldorf, mit dortigem Standort bis 1806Ottomar Moeller: Die Baugeschichte von Düsseldorf, Der Hontheimer Hof, Geschichte der Stadt Düsseldorf, Düsseldorfer Geschichtsverein, Düsseldorf, 1888 S. 378–379, so wie einer Kupferdruckerei in der Hafenstraße 4.Vermischte Nachrichten: „… Kupferstiche können täglich in Augenschein genommen werden …“, R. Sartori, Kupferdrucker bei der Kurfürstlichen Akademie, Havenstraße S.B.N.158, in Gülich und bergische wöchentliche Nachrichten, Nr. 19,1798„… und No. 4 (Hafenstraße) gehörte zum nebenan gelegenem Hause auf der Akademiestraße.“, in Heinrich Ferber: Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf, Lieferung II, 1890, S. 72 Einer der bekannteren Inspektoren der Kurfürstlichen Gemäldegalerie war nach Krahe Aloys Cornelius, der Vater des Malers Peter Cornelius, der im Palais auch zeitweise wohnte. Von Cornelius ist überliefert, dass er bei einer Arbeit an einem Gemälde durch „furchtbaren Lärm“ in einer angrenzenden Elementarklasse gestört wurde. Bei dem darauf folgenden Ordnungsaufruf packte er den ersten erreichbaren Schüler und zerbrach auf dessen Rücken seinen Malstock. Der ergriffene junge Schüler war Heinrich Heine.Alfons Houben, in: Düsseldorf Wie es damals war - wie es heute ist, 1983, WI-Verlag, S. 166.

Der Straßenname wurde im Hinblick auf die neue Nutzung in der Mitte der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Akademiestraße geändert. 1810 wurde die Akademie ausgelagert und es folgte das Innenministerium des Großherzogtums Berg. Nach Ende der Franzosenzeit folgten wieder Justizbehörden mit Friedens- und Strafgericht und Gefängnis, in welches im November 1848 Ferdinand Lassalle, nach Festnahme, gebracht wurde.Aus Düsseldorf, vom 23. November 1848, in Düsseldorfer Journal und Kreisblatt (No. 307), vom 24. November 1848 Von 1841 bis 1867 war Friedrich Eduard Gerst der Gefängnispfarrer. Dieser wurde im Volksmund nur kurz Pastor Jääsch genannt.Zeichnung Pastor Jääsch vorm Strafhotel, von pastor-jaeaesch.de Am ehemaligen Zugang mit Mauerresten an der Schulstraße 2a vor dem Filmmuseum erinnert eine Plakette an ihn.Spurensuche: Das erste Düsseldorfer Stadtgefängnis, vom Katholischer Gefängnisverein e.V., auf lokalkompass.de, abgerufen am 16. März 2018 Zu seinem Gedenken wurde nach dem Umbau des Bereiches um den neuangelegten Berger Hafen, der Zugang zwischen Hetjens-Museum und Gebäude der Stadtverwaltung, Pastor-Jääsch-Weg genannt.Internetportal/Düsseldorf/Stadtarchiv, unter: Schulstraße. Bei der Zuschüttung des Berger Hafens (alter Sicherheitshafen), der sich im Bereich der Hafenstraße – zwischen Altstadt und Zitadelle – erstreckte, wurde dieser mit einem Damm vom Rhein abgetrennt, auf welchem 1831 die nicht mehr vorhandene Dammstraße angelegt wurde. Diese verband die Akademiestraße mit der Schulstraße.

Mit der Polizei-Verordnung betreffend der Bezeichnung der Straßen und der Nummerierung der Häuser in Düsseldorf vom 20. Juli 1858 (Hausnummernkonkordanz) erhielt die südliche Seite der Akademiestraße die Nr. 1 (vormals 1219) für das Arresthaus, Nr. 3 (vormals Nr. 1219) für das Friedensgericht und Nr. 5 (vormals Nr. 1211, Ostflügel) für das Landgericht.Heike Blumreiter (Hrsg.): Die Düsseldorfer Polizeiverordnung von 1858, Die alten und neuen Hausnummern, Mit einer Einführung in die Entstehung der Hausnumerierung im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, Stadtarchiv Düsseldorf, Band 12, Düsseldorf, 2005, ISBN 3-926490-11-X In der Nr. 5 an der Ecke zur Hafenstraße wurde von 1874 bis 1879 das Historische Museum untergebracht.Geschichte des Stadtmuseums Düsseldorf: Beschluss zur Gründung eines historischen Museums durch die Stadtverordnetenversammlung, 5. Mai 1874, Standort: Palais Hontheim, Feuerwehrhaus, Akademiestraße 5 (heute Hafenstraße) 1872 hatte die erste Berufsfeuerwehr von Düsseldorf im Ostflügel ihr Domizil. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die Justiz mit dem Gefängnis auszog, wurden im Westflügel wieder Verwaltungsbüros eingerichtet.

Bei einem Luftangriff in der Nacht vom 23. zum 24. April 1944 wurde das Palais zerstört. Nach dem Krieg wurde ein neuer Gebäudekomplex an der aktuellen Ecke Akademie- und Hafenstraße errichtet. Verschiedene Behörden, wie zuerst Stadtsteueramt und danach das Städtische Institut für Datenverarbeitung und Kommunikationsbehörden, hatten und haben hier ihren Sitz.Alfons Houben, in: Düsseldorf Wie es damals war - wie es heute ist, 1983, WI-Verlag, S. 167.

Beschreibung Paul Sültenfuss beschreibt die von Adolph von Vagedes gestalteten Innenräume im Stil des Empire:

Auch Josef Kleesattel hat den Saal gesehen und beschreibt diesen im Stadium des Zerfalls:

Weblinks

Gründung der Kunstakademie – 1762 (Jahreseintrag für Düsseldorfer Zeitleiste): „Wilhelm Lambert Krahe gründete um 1762 eine Zeichenschule. Nach mehreren Umzügen kam die Anstalt, die sich nach Angaben Krahes seit etwa 1767 Akademie nannte, im Jahr 1783 im Palais Hontheim in der dann so genannten Akademie-Straße unter.“ Landeshauptstadt Düsseldorf – Die Akademiestraße Landeshauptstadt Düsseldorf – Die Dammstraße

Literatur Theo Lücker: Steine sprechen. Kleiner Wegweiser durch die Düsseldorfer Altstadt. Verlag T. Ewers, Düsseldorf 1977, S. 114–116 [Nr. 59 Et Kaschott].

Einzelnachweise

Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Düsseldorf Kategorie:Bauwerk in der Carlstadt (Düsseldorf) Kategorie:Erbaut in den 1710er Jahren Kategorie:Wikipedia:WikiProjekt Düsseldorf/Kategoriewartung