Arnshausen ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Bad Kissingen im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen in Bayern. Die Gemarkung Arnshausen hat eine Fläche von 9,305 km². Sie ist in 2019 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4608,68 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Brandmühle und Schlettenmühle.

Geographische Lage Das Pfarrdorf Arnshausen liegt drei Kilometer südlich von Bad Kissingen und ist von dort aus über die B 286 zu erreichen. Sie führt durch Arnshausen, nach dem Ortsende nach Oerlenbach und Eltingshausen und mündet in die B 19 in Richtung Schweinfurt. Entlang der B 286 in Richtung Schweinfurt befindet sich das Naturschutzgebiet Hörieth, das viele geschützte Tiere und Pflanzen beherbergt. Durch Arnshausen verläuft der Fränkische Marienweg.

Arnshausen ist im Norden vom Hochberg, im Osten vom Hard, südlich vom Hard vom Zuckberg und im Südwesten vom Scheinberg (Standort des Wittelsbacher Turms) umgeben. In den Talgründen von Arnshausen befinden sich mittlerer und oberer Buntsandstein, in den südlichen Abhängen dagegen Wellenkalk.

Durch Arnshausen fließt der aus dem Bad Kissinger Stadtteil Reiterswiesen kommende Lollbach, in den innerhalb des Arnshäusener Gebiets der Gösslesgraben mündet. Danach mündet der Lollbach in die am Westrand des Stadtteils vorbeifließende Fränkische Saale.

234 Hektar der Fläche Arnshausens bestehen aus Wald.

Geschichte Anfänge Archäologische Funde von Silexgeräten lassen eine Besiedlung der Gegend in der Jungsteinzeit vermuten. Zudem wurden aus dieser zeitgeschichtlichen Epoche einige Steingeräte und eine Arkadenrandscherbe am Finsterberg nahe Arnshausen gefunden.Denis A. Chevalley, Stefan Gerlach: "Denkmäler in Bayern - Stadt Bad Kissingen, 1998

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Arnshausen fällt in das Jahr 1242.Andrea Buschner: Dorfchronik von Arnshausen. 1994 Auf dieses Jahr wird eine Schenkungsurkunde datiert, in der der Ort „Arnishusen“ genannt wird und über die der Minnesänger Otto von Botenlauben dem Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg den Ort zusammen mit seinem Besitz einschließlich der Burg Botenlauben und des Klosters Frauenroth übereignete. Bei der Erwähnung einer Wüstung in einer Fuldaer Tradition aus den Jahren 815 und 816 („In page Salageue ad Arinebrunnen“ oder „Arnebrunnen“ oder „Arinsbrunnen“) ist ein Zusammenhang mit Arnshausen oder gar mit dem Gnadenort Terzenbrunn jedoch nicht sicher.Beiträge zur Ortsgeschichte

Der Name des Ortes erfuhr im Lauf der Zeit einige Wandlungen von „Arnshusen“ bzw. „Arnoldshusen“ (um 1303) über „Arnszhusen“ (1445)Hans von Bronn verkauft seine Burggüter in Botenlauben, Quelle vom 24. Januar 1445 - und „Arltzhusen“ (1511) zu „Arntzhausen“ (um 1582).

Zu Arnshausen gehörten damals noch die drei Hufen „Iringhausen“ (Wohnsitz des Frankenkönigs Iring, dem Burgherrn der oberhalb von Iringhausen gelegenen Eiringsburg), „Stupfel“, der in Euerdorf weiterbestand, und „Lollbach“, das, soweit bekannt, im Jahr 822 in einer Fuldaer Tradition das erste Mal urkundlich erwähnt wurde; ab dem Jahr 1340 ist Lollbach als Wüstung anzusehen.

Mittelalter Das erste bekannte Kirchengebäude von Arnshausen stammt aus dem Jahr 1240. Eine Arnshausener Pfarrei ist durch die Stiftung einer Frühmess „ad St.Sebastianus“ zu Euerdorf durch Kunz v. Hutten-Birkenfeld erstmals für das Jahr 1435 belegt (wahrscheinlich entstand sie bereits vor 1390) und umfasste Burg Botenlauben mit ihren Höfen, Iringhausen-Eirungsburg, Lollbach, Reiterswiesen und Stupfel. In dieser Zeit entstand die heute als „Totenweg“ bekannte Verbindungsstraße, auf der Verstorbene aus Reiterswiesen zur Bestattung nach Arnshausen gebracht wurden. Von Anfang an war der Apostel Petrus Patron der Pfarrei; in einem Zins-Register über das Amt Bodenlauben aus dem Jahr 1584 wird das erste Mal die heute übliche Benennung „St. Peter und Paul“ erwähnt.

Ab dem Jahr 1244 gehörte Arnshausen zu dem von Bischof Hermann I. von Lobdeburg geschaffenen Amt Botenlauben, dessen Sitz im Jahr 1525 nach Ebenhausen verlegt wurde. Mit Auflösung des Amtes Bodenlauben im Jahr 1670 kam Arnshausen gemeinsam mit Eltingshausen, Hain, Holzhausen, Maibach, Oerlenbach, Pfersdorf, Poppenhausen, Rannungen und Rottershausen zu Ebenhausen.

Einer großen Pestepidemie im Jahr 1350 fiel fast die gesamte Bevölkerung von Arnshausen zum Opfer. Weitere Pestepidemien forderten im Ort 245 (1568–1569) sowie 96 (1610–1611) Todesopfer.

Im Jahr 1410 verlor die Pfarrei auf Grund schwindender Bevölkerungszahlen durch die Pest und damit zurückgehende Einnahmen ihre Selbständigkeit und kam zur Pfarrei Bad Kissingen. Arnshausen sowie seine frühere Filiale Reiterswiesen wurden vom Kissinger Kaplan mitbetreut; dessen Aufzug wurde von beiden Orten finanziert. Bis 1743 scheiterten mehrere Versuche, eine neue Pfarrei in Arnshausen zu gründen, aus finanziellen Gründen.

Arnshausen zu Beginn der Neuzeit mini|Kirche St. Peter und Paul

Am 29. April 1503 tauschte Vikar Johann Eckart mit dem Herbstädter Pfarrer Georg Beutler eine Kapelle mit Namen Stae Crucis. Es ist jedoch unklar, ob es sich dabei um den Gnadenort Terzenbrunn oder eine inzwischen abgegangene Kapelle handelte.

An der Stelle des heutigen Dorfplatzes von Arnshausen entstand im Jahr 1599 die erste Schule des Ortes. In dem am 31. Mai 1989 abgerissenen Schulgebäude fand der Unterricht in zwei Klassen statt. Von 1885 bis 1973 wurden sechs Klassen in einem Anwesen in der Iringstraße unterrichtet, das vorher als Gasthaus gedient hatte. Das heutige Schulgebäude entstand im Jahr 1973 am Unteren Zollweg.

Etwa aus dem Jahr 1613 ist der Abriss der alten Arnshausener Kirche bekannt; die Einweihung der neuen Kirche erfolgte möglicherweise 1617.St. Peter + Paul Bad Kissingen Arnshausen, Kirchenweihe 2. Oktober 1977 Zwischen 1614 und 1669 kam es mehrfach zu Beschwerden von Arnshausen und dem Nachbardorf Reiterswiesen, da es keinen Kaplan in Kissingen gab und so in beiden Dörfern keine Gottesdienste stattfanden. Eine Veränderung trat erst ein, als beide Orte selbstständige Pfarreien wurden (Arnshausen im Jahr 1743, Reiterswiesen im Jahr 1759).

mini|200px|Der Terzenbrunn mini|200px|links|Zwölfte Station des Kreuzwegs auf dem Friedhof von Arnshausen. mini|200px|Plantanz-Gedenkstein vor der St.-Peter-und-Paul-Kirche

Im Jahr 1681 entstand in ihrer heutigen Form die Kapelle Terzenbrunn.Elisabeth Keller: Die Flurdenkmale im Landkreis Bad Kissingen, Band 1, Eigenverlag des Landkreises Bad Kissingen, 1978Werner Eberth: Valentin und Hans Weidner (1848–1919), (1875–1953). Bildhauer des Historismus in Franken, Ergänzungen zum „Kissinger Heft“ Band 1, Beiheft zur Ausstellung: „Der Bad Kissinger Bildhauer Valentin Weidner“ 1992, Theresienbrunnen-Verlag, Bad Kissingen 1996 Sie ersetzte einen kleineren Vorgängerbau; der Standort ist seit dem 17. Jahrhundert als Gnadenort bekannt.

Bereits 1727 unternahm Pfarrer Johann Michael Rahnfeld gemeinsam mit seiner Schwester und seinem kinderlosen Schwager Paulus Degant einen ersten Versuch zur Neuerrichtung einer Arnshausener Pfarrei. Rahnfeld und Degant beabsichtigten, das von den Eltern geerbte Anwesen zur Errichtung eines Pfarrhofes zu stiften. Das Gründungsvorhaben scheiterte jedoch an Bedenken des Curatus Johann Georg Platz. Weitere Versuche durch Rahnfeld folgten in den Jahren 1732 und 1737. Ein weiterer Vorstoß vom 7. Oktober 1740 brachte den gewünschten Erfolg. Die Neugründung wurde am 3. Mai 1743 unter Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim offiziell vollzogen. Mit der verschollenen Stiftungsurkunde wurde Rahnfeld als erster Pfarrer der neu gegründeten Pfarrei eingesetzt. Nach 13 Jahren Tätigkeit starb er am 30. Oktober 1757 im Alter von 84 Jahren.

Im Jahr 1803 entstand am Dorfrand der Friedhof von Arnshausen, der in den Jahren 1956 und 1982 vergrößert wurde. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand entlang der Friedhofsmauer ein Kreuzweg. Die Friedhofsmauer, das Friedhofskreuz sowie der Kreuzweg gehören zu den Bad Kissinger Baudenkmälern und sind unter der Nummer D-6-72-114-162 in der Bayerischen Denkmalliste registriert. Das auf einem Tischsockel befindliche Friedhofskreuz besteht aus Sandstein. handelt es sich um Nischenhäuschen mit stichbogigen Eintiefungen, in denen sich die Passionsreliefs befinden.

Als im Jahr 1803 die Ämter durch Landgerichte ersetzt wurden, kam Arnshausen gemeinsam mit Reiterswiesen und der Burg Botenlauben zum Bezirksamt Hammelburg im Landgericht Euerdorf; 1879 wurden Bezirksamt und Landgericht Kissingen für Arnshausen zuständig.

Zwischen 1822 und 1837 wurde die durch Arnshausen führende Verbindungsstraße zwischen Kissingen und Oerlenbach, die heutige B 286, gebaut. Ein Beschluss vom 3. Dezember 1822 regelte die Entschädigung der Bauern, auf deren Ackerflächen der Straßenneubau erfolgte. Ein Beschluss des Landgerichts Euerdorf vom 9. Mai 1828 verfügte den Bau einer Verbindungsstraße nach Reiterswiesen, die als heutige Arnshäusner Straße von der B 286 abzweigt. Das Straßennetz von Arnshausen wurde von 1926 bis 1929 durch Anbringung einer Teerschicht sowie 1967 durch eine dreifache Teerschicht und Gehsteige an beiden Straßenseiten in Stand gesetzt.

Im Jahr 1885 fand der erste sicher belegte Arnshäusener Plantanz statt auf: mainpost.de, 3. Februar 2008., von dem Pfarrer Georg Michael Stock ausführlich im Pfarrbuch berichtete (Die in R. Emmerichs Chronik des Dorfes Arnshausen genannte Jahreszahl 1867 gilt als unsicher). Dem Plantanz von 1885 folgten weitere in den Jahren 1893, 1897 und 1905, in diesem Jahr wurden Geldstrafen für das heimliche Fällen des erforderlichen Baumes verhängt, 1907 (Diesmal wurde ein Baum aus dem Staatswald zugewiesen; als man beim Transport die Ecke Kurhausstraße/Ludwigstraße nicht schaffte, wurden einige Meter des Baumes abgesägt und verkauft), 1926, 1950, 1976, 1977, 1987 und 2007 statt.

Bayerisches Königreich An den Schlachten des „Deutschen Krieges“ von 1866, die auch nahe Arnshausen stattfanden, waren drei Männer aus dem Ort beteiligt. Durch diesen Krieg kamen, ebenso wie es zwei Jahre vorher im „Deutsch-Dänischen Krieges“ von 1864 der Fall gewesen war, viele Flüchtlinge nach Arnshausen, die in den Jahren 1867 bis 1871 wieder in ihre Heimat zurückkehrten.

In den Jahren 1867/68 sowie 1870/71 wurde entlang des südlichen Waldrands von Arnshausen die Bahnlinie Schweinfurt-Kissingen gebaut. Die Steigung der Bahnstrecke verhinderte den Bau eines Bahnhofs in Arnshausen.

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik mini|Wittelsbacher Turm Dem Ersten Weltkrieg fielen 23 von 105 Arnshausener Bewohnern zum Opfer.

Der seit 1870 bestehenden Eisenbahnlinie Schweinfurt-Kissingen folgte in den Jahren 1919/20 der Bau der Eisenbahnlinie Kissingen-Hammelburg. Die Errichtung der Bahnlinie machte sich im Ort durch einen Zuwachs von Felddiebstählen und Verwüstungen bemerkbar.

Im Jahr 1907 wurde nach Plänen des Architekten Carl Krampf auf dem Scheinberg zum 700-jährigen Jubiläum der Wittelsbacher im Jahr 1880 der Wittelsbacher Jubiläumsturm errichtet.

Im Jahr 1922 wurde Arnshausen an die Stromversorgung der Kreiselektra angeschlossen.

Zweiter Weltkrieg Der Zweite Weltkrieg forderte in Arnshausen 46 Tote und Vermisste. Während des Krieges wurde die Kapelle des Gnadenortes Terzenbrunn ab dem Jahr 1939 zum Scheinbahnhof umfunktioniert, der einerseits feindliche Flugzeuge von Arnshausen ablenken sollte, andererseits die Tanklager im nahen Oerlenbach schützen sollte. Zu diesem Zweck wurden zwölf Tankattrappen aus Holz angefertigt. Die für die Errichtung des Scheinbahnhofs benötigten Bauarbeiter wurden in Arnshausen und Reiterswiesen untergebracht. In: Main-Post. 25. April 2011.

Arnshausen nach 1945 Im Jahr 1957 erfolgte die Installation einer Wasserleitung zur Versorgung des Ortes mit Wasser aus der Quelle im Brühl am Seeweg. Die Wasserleitung ersetzte die Wasserversorgung durch den Dorfbrunnen, der zunächst als Ziehbrunnen und dann – ab 1885 – als Pumpbrunnen in Betrieb gewesen war.