mini|hochkant|Jozef Gregor Tajovský
Jozef Gregor Tajovský, eigentlich Jozef Gregor (* 14. Oktober 1874 in Tajov (, ), Bz.Neusohl, Komitat Sohl, Österreich-Ungarn (heute Slowakei); † 20. Mai 1940 in Bratislava) war ein slowakischer realistischer Schriftsteller, Dramatiker, Publizist, Lehrer und Politiker.
Leben mini|links|Das Geburtshaus von Jozef Gregor Tajovský in Tajov, 1920er Jahre Tajovský wurde in einer mehrköpfigen Familie eines Schusters geboren, verbrachte aber den größeren Teil seiner Kindheit bei seinen Großeltern. Von 1886 bis 1889 besuchte er eine Schule in der nahegelegenen Stadt Banská Bystrica, dann setzte er seine Studien 1889–93 auf einer Lehrerbildungsanstalt in Kláštor pod Znievom fort. Dort begann er, seine erste literarische Werke zu verfassen.
Nach dem Abschluss begann er, als Lehrer zu arbeiten und war anfangs in Banská Bystrica, wechselte bis 1898 seine Werkstätte nach Horná Lehota, Kolárovice, Dohňany, Lopej, Pohorelá und Podlavice. Grund dafür war seine nationale Überzeugung, gegenüber der damals aktuellen Magyarisierungspolitik der ungarischen Staats- und Kirchenhoheit. Daher hörte er auf zu unterrichten und studierte 1898–1900 an einer Wirtschaftsakademie in Prag. Danach wurde er Beamter der Vidiecka ľudová banka (etwa: Ländliche Volksbank) und Tatra banka und war zugleich auch Redakteur für die Ľudové noviny (Volkszeitung). Er heiratete 1907 in Nădlac (damals ungarisch Nagylak) Hana Lilgová (* 1885; † 1958), die als Hana Gregorová in der Literatur tätig war. 1912 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Slowakischen Nationalpartei gewählt und war nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges für kurze Zeit Redakteur der Zeitung Národný hlásnik. 1915 musste er als Soldat an der Ostfront dienen, desertierte jedoch aus der k.u.k. Armee. Er kämpfte mit tschechoslowakischen Soldaten und trat 1917 in Russland in die Tschechoslowakischen Legionen bei, wo er den Rang eines Hauptmanns erreichte.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er 1919 über die Vereinigten Staaten in die neu entstandene Tschechoslowakei zurück, wo er sich zuerst in Turč. Sv. Martin, später in Bratislava niederließ und als Vorstehender eines Legionärbüros tätig war. 1925 wurde er als Oberstleutnant der Tschechoslowakischen Armee pensioniert und widmete sich danach völlig der Literatur. Zusammen mit seiner Ehefrau förderte er junge slowakische Autoren.
Tajovský starb 1940 in Bratislava und wurde in seinem Heimatort Tajov begraben.
Werk mini|hochkant|V. l. n. r.: Ehefrau Hana Gregorová, Tochter Dagmar (* 1916; † 2004) und Jozef Gregor Tajovský, 1922 mini|hochkant|Bucheinband von Smutné nôty Jozef Gregor Tajovský gilt als ein Vertreter des slowakischen Realismus. In seinen Werken werden das Schicksal und Leben des slowakischen Volks, seiner Probleme, aber auch Moralität. Oft ist auch die Gegend seines Heimatgebiets dargestellt, mit einem Betonung auf soziale und aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Neben heftiger Kritik der Verhältnisse benutzt er oft auch Humor.
Er schrieb am meisten Geschichten und Drama, seltener Novellen, Feuilleton, daneben auch einige politische Artikel. Es gibt auch eine Reihe Übersetzungen russischer Literatur (A. P. Tschechow, L. N. Tolstoi)
Prosa 1893 – Na mylných cestách (Auf irreführenden Wegen), prosaisches Debüt 1896 – Čarodejné drevo (Wunderholz) 1896 – Starého otca rozpomienky (Erinnerungen des Großvaters) 1896 / 1900 – Rozprávky pre ľud (Volksmärchen) 1897 – Ferko 1897 – Rozpomienka (Erinnerung) 1897 – Omrvinky (Krümel) 1897 – Z dediny (Aus dem Dorf) 1898 – Jastraby (Habichte) 1900 – Rozprávky (Märchen) 1901 – Úžerník a iné články (Wucherer und andere Artikel) 1902 – Mládenci (Jungen) 1903 – Maco Mlieč (Mlieč der Petz) 1903 – Apoliena 1904 – Nové časy (Neue Zeiten) 1904 – Besednice (Feuilleton) 1907 – Smutné nôty 1908 – Mamka Pôstková 1909 – Horký chlieb (Bitteres Brot) 1909 – Na chlieb (Aufs Brot) 1909 – Mišo 1910 – Umrel Tomášik (Tomášik ist gestorben) 1910 – Lacná kúpa a predsa draho padla! (Billiger und doch teuer gekommener Kauf!) 1910 – Spod kosy (Von der Sense) 1911 – Tŕpky 1911 – Jano Mráz 1911 – Kosec Môcik (Schnitter Môcik) 1912 – Slovenské obrázky (Slowakische Bilder) 1918 – Malý slovenský zemepis (Kleine slowakische Erdkunde) 1919 – Prvý máj (Erster Mai) 1919 – Rozprávky z Ruska (Geschichten aus Russland) 1920 – Na front a iné rozprávky (Auf den Front und andere Geschichten) 1920 – Rozprávky o československých légiách v Rusku (Geschichten über die Tschechoslowakischen Legionen in Russland) Drama 1896 – Anička, Theaterstück (nicht herausgegeben) 1898 – Sľuby (Versprechen), Theaterstück 1898 – Konačka, Theaterstück (nicht herausgegeben) 1898 – Jej budúci (Ihr Nächster), Theaterstück (nicht herausgegeben) 1899 – Námluvy, Theaterstück (nicht herausgegeben) 1900 – Ženský zákon (Weibliches Gesetz), Theaterstück 1901 – Nový život (Neues Leben), Drama 1903 – Medveď (Bär), Drama 1906 – Matka (Mutter) 1909 – Statky-zmätky (Güter-Durcheinander), Theaterstück 1911 – V službe (Im Dienste), Theaterstück 1911 – Hriech (Sund), Drama 1912 – Tma (Dunkelheit) ursprünglich Medzník, 1907 1915 – Tragik z prinútenia (Ein Tragiker aus Gezwungenheit), Drama 1915 – Jubileum (Jubiläum), Drama 1922 – Sova Zuza (Eule Zuza), Puppenspiel 1923 – Smrť Ďurka Langsfelda (Tod von Ďurko Langsfeld), historisches Theaterstück 1930 – Jej prvý román (Ihr erster Roman), Komödie 1934 – Blúznivci (Träumer), historisches Theaterstück 1934 / 1935 – Sokolská rodina (Falken-Familie), Komödie (nicht aufgeführt) 1938 – Hrdina (Held), historisches Theaterstück Publizistik 1914 – Výklad programu Slovenskej národnej strany (Erklärung des Programms der Slowakischen Nationalpartei) 1917 / 1918 – Vojna a mier (Krieg und Frieden) 1918 – Malý kultúrny zemepis Slovenska 1-2 (Kleine Kulturerdkunde der Slowakei, Teile 1 und 2) 1919 – O samospráve Slovenska (Über die Selbstverwaltung der Slowakei) 1919 – Malý kultúrny zemepis východného Slovenska (Kleine Kulturerdkunde der Ostslowakei)
Würdigung Nach Jozef Gregor Tajovský ist ein Theater in Zvolen, einige Bildungseinrichtungen in der Slowakei und Rumänien (Nădlac), sowie Straßen in mehreren slowakischen Städten genannt. Im Heimatort Tajov ist dem Schriftsteller ein Denkhaus gewidmet.
Weblinks Jozef Gregor Tajovský auf osobnosti.sk (slowakisch)
Lebenslauf und Werke zum Herunterladen auf zlatyfond.sme.sk (slowakisch)
Kategorie:Autor Kategorie:Drama Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Slowakisch) Kategorie:Angehöriger der Tschechoslowakischen Legionen Kategorie:Träger des Tomáš-Garrigue-Masaryk-Ordens (1. Klasse) Kategorie:Slowake Kategorie:Geboren 1874 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Mann