Drum – Wahrheit um jeden Preis (Originaltitel: Drum) ist ein südafrikanisch-US-amerikanisch-deutsches Filmdrama aus dem Jahr 2004 von Regisseur Zola Maseko mit Taye Diggs und Gabriel Mann in den Hauptrollen.
Handlung Der Film spielt in den 1950er Jahren und beruht auf realen Personen und Begebenheiten. Er handelt von den Mitarbeitern des südafrikanischen Magazins Drum, das im Johannesburger Stadtteil Sophiatown hergestellt wird. Südafrika wird in dieser Zeit von der Apartheid beherrscht, Menschen unterschiedlicher Hautfarbe arbeiten nicht gleichberechtigt zusammen. Eine Ausnahme bildet die Redaktion von Drum, wo Schwarze und Weiße kollegial miteinander umgehen. Im Mittelpunkt stehen der junge Redakteur Henry Nxumalo, dargestellt vom US-Amerikaner Taye Diggs, und der Cheffotograf, der in Deutschland geborene Jürgen Schadeberg, gespielt von Gabriel Mann. Sophiatown ist damals der Ort, an dem die urbane Kultur der schwarzen Südafrikaner am stärksten ausgeprägt ist. Die Redaktion von Drum, etwa die Journalisten Can Themba und Todd Matshikiza, sowie Nelson Mandela, der auch in der Realität oft in Drum porträtiert wurde, werden ebenfalls im Film dargestellt.
Der Film beginnt mit einer Reportage Nxumalos von einem Boxkampf, an dem Nelson Mandela als Zuschauer (Lindane Nkosi) teilnimmt. Nxumalo lässt seine Frau Florence (Moshidi Motsheegwa) zu Hause und beginnt eine Affäre mit einer Sängerin. Der Herausgeber von Drum, Jim Bailey (Jason Flemyng), bittet Nxumalo, eine Reportage über die kriminelle Szene in den Townships zu schreiben. Nxumalo willigt ein. Bei seinen Recherchen in Sophiatown sieht er, wie Gangsterboss Slim (Zola) einen Menschen tötet. Bestärkt von seiner Frau und Nelson Mandela und mit der Hilfe von Jürgen Schadeberg, traut sich Nxumalo, als investigativer Journalist tätig zu sein. Er lässt sich auf einer Kartoffelfarm anstellen und berichtet als verdeckter Ermittler von den katastrophalen Lebensbedingungen auf der Farm. Schließlich lässt er sich ins Gefängnis werfen, um anschließend über die Bedingungen zu berichten. Diese Aktionen bringen ihm großen Erfolge ein.
Nxumalo kämpft gegen Rassismus und Apartheid, die auch in Sophiatown zu finden sind. Er hat aber auch als Journalist keine Chance gegen die Machthaber, die die Bewohner Sophiatowns vertreiben und den Stadtteil abreißen lassen. Am Ende des Films wird er Opfer einer Verschwörung. Nxumalo wird von unbekannten Tätern erstochen, als er versucht, sich gegen den Abriss Sophiatowns zu stellen.
Hintergründe Ursprünglich plante Zola Maseko eine sechsteilige Fernsehserie namens Sophiatown Short Stories, für die aber nicht genug finanzielle Mittel zur Verfügung standen. Drum – Wahrheit um jeden Preis ist Masekos erster Feature-Film. Das Budget betrug rund 30 Millionen Rand, (englisch), abgerufen am 23. April 2011. damals etwa vier Millionen Euro. Die Aufnahmen erfolgten in Südafrika. Sie begannen im Mai 2004 und dauerten rund sechs Wochen. Am 29. Mai 2004 wurde der Produzent Dumisani Dlamini durch einen Kopfschuss getötet. Der Soundtrack besteht überwiegend aus Jazzmusik der Art, die in den 1950er Jahren besonders in Sophiatown populär war.
Anders als im Film dargestellt wurde Nxumalo erstochen, als er einen Abtreibungsskandal untersuchte.
Nxumalo, Schadeberg und Bailey wurden durch US-amerikanische Schauspieler verkörpert, die übrigen Darsteller stammen aus Südafrika.
Erstaufführungen Die Premiere fand im September 2004 beim Toronto International Film Festival in Toronto statt. Anschließend wurde er auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt, etwa in Deutschland als Eröffnungsfilm des Filmfest München am 25. Juni 2005 sowie in einer synchronisierten Fassung ab dem 1. Dezember 2005 im Verleih. In südafrikanische Kinos kam der Film im Juli 2006. In den USA erschien der Film jedoch nur als DVD-Version.
Kritiken Der Film wurde überwiegend positiv beurteilt.
Auszeichnungen Durban International Film Festival 2005: „Bester südafrikanischer Film“ Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou 2005, Étalon de Yennenga als „Bester Film“
Sonstiges 1988 erschien der Dokumentarfilm Have You Seen Drum Recently? von Jürgen Schadeberg, der dasselbe Thema behandelt.
Weblinks
Offizielle Website zum Film
Artikel zur Rolle des Post-Apartheid-Films in Südafrika, speziell Drum (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2004 Kategorie:Filmdrama Kategorie:Südafrikanischer Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Apartheid im Film