Heinz Thiel (* 10. Mai 1920 in Magdeburg; † 9. März 2003 in Potsdam) war ein deutscher Filmregisseur.

Leben Thiel arbeitete zunächst als Journalist. Am 30. Mai 1938 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. September desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.953.538).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/44440131Harry Waibel: Diener vieler Herren. Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-63542-1, S. 337. Er wurde als Offizier in einer Propagandakompanie eingesetzt. Der Bericht Thiels im Völkischen Beobachter vom 4. März 1943 über die Kesselschlacht von Demjansk stieß auf das Missfallen Heinrich Himmlers, der die Rolle des Kommandeurs der SS-Division Totenkopf, Theodor Eicke, nicht ausreichend gewürdigt sah. Himmler verlangte, dass Thiel einen zweiten Aufsatz zu Demjansk verfassen solle. Thiels Halten oder Sterben! SS-Obergruppenführer Eicke in der Festung von Demjansk erschien im Völkischen Beobachter vom 8. April 1943 und wurde von Himmler als „sehr gut“ beurteilt.Niels Weise: Eicke. Eine SS-Karriere zwischen Nervenklinik, KZ-System und Waffen-SS. Schöningh, Paderborn 2013, ISBN 978-3-506-77705-8, S. 314f.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam er an das Theater Dessau, wo er als Dramaturg tätig wurde. Im Jahr 1952 gründete er in Halle das Theater der Jungen Garde.Zehn Filme. Regisseur Heinz Thiel gestorben. In: Süddeutsche Zeitung, 11. März 2003, Ausgabe Deutschland, S. 13.

Im Jahr 1954 begann er bei der DEFA in Babelsberg zu arbeiten. Zunächst als Regie-Assistent unter anderem von Slatan Dudow in Der Hauptmann von Köln angestellt, führte er 1959 bei Im Sonderauftrag zum ersten Mal selbst Langfilm-Regie. Es folgten zahlreiche Filme, darunter 35 Folgen der sogenannten „Stacheltiere“. Nach der Wende war Thiel als Talkmaster aktiv und veröffentlichte 1996 sein Buch Die nackte DEVA. Thiel verstarb 2003 in Potsdam.

Filmografie Langfilme 1954: Rauschende Melodien (Regie-Assistenz) 1956: Der Hauptmann von Köln (Regie-Assistenz) 1956: Heimliche Ehen (Regie-Assistenz) 1959: Im Sonderauftrag 1960: Zu jener Stunde 1961: Gewissen in Aufruhr (TV-Mehrteiler, Darsteller) 1961: Fünf Tage – Fünf Nächte (Co-Regie, Darsteller) 1962: Der Kinnhaken 1962: Tanz am Sonnabend – Mord? 1963: Reserviert für den Tod 1964: Schwarzer Samt 1965: Alexander und Chanakaya 1966: Irrlicht und Feuer (Fernsehfilm, Zweiteiler) 1967: Brot und Rosen 1968: Heroin 1969: Krupp und Krause / Krause und Krupp (TV-Mehrteiler) 1970: Hart am Wind 1958/72: Sonnensucher (Regie-Assistenz) 1977: DEFA Disko 77

Kurzfilme 1956: Das Stacheltier – Frisch Gesellen, seid zur Hand! 1956: Das Stacheltier – So’n Theater! 1956: Das Stacheltier – Ham wa nich! 1956: Das Stacheltier – Prometheus. Olympische Spiele mit dem Feuer 1957: Das Stacheltier – Interview mit Konrad Wolf 1958: Das Stacheltier – Der Lebenslauf (nur Drehbuch) 1960: Das Stacheltier – Schrott 1961: Das Stacheltier: Ein Pferd müßte man haben 1961: Das Stacheltier – Wir kennen uns doch 1963: Das Stacheltier – Wie die Alten sungen 1965: Das Stacheltier – Aber genau!

Weblinks

Heinz Thiel Biografie bei der DEFA-Stiftung (verfasst von Guido Altendorf)

Einzelnachweise

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