mini|Die erste Kodifizierung der slowakischen Grammatik durch Anton Bernolák aus dem Jahr 1790 Slowakisch ist eine stark flektierende Sprache mit sechs grammatischen Fällen.
Alphabet
Slowakisch wird mit dem lateinischen Alphabet geschrieben und benutzt zur Wiedergabe der slowakischen Laute diakritische Zeichen und sind folgendermaßen sortiert:
Kleinschreibung: a, á, ä, b, c, č, d, ď, dz, dž, e, é, f, g, h, ch, i, í, j, k, l, ĺ, ľ, m, n, ň, o, ó, ô, p, q, r, ŕ, s, š, t, ť, u, ú, v, w, x, y, ý, z, ž
Großschreibung: A, Á, Ä, B, C, Č, D, Ď, Dz, Dž, E, É, F, G, H, Ch, I, Í, J, K, L, Ĺ, Ľ, M, N, Ň, O, Ó, Ô, P, Q, R, Ŕ, S, Š, T, Ť, U, Ú, V, W, X, Y, Ý, Z, Ž
Beim Sortieren und in Verzeichnissen (Telefonbuch) und Wörterbüchern werden sämtliche mit einem Weichheitszeichen (siehe unten) versehene Buchstaben sowie der Buchstabe CH als selbständige und eigenständige Buchstaben behandelt (die weichen Buchstaben folgen jeweils auf den entsprechenden „normalen“ Buchstaben, das CH folgt auf den Buchstaben H im Alphabet).
Da die diakritischen Zeichen im Web nicht immer korrekt dargestellt werden, werden slowakische Namen (Orts- und Personennamen) oft ohne sie geschrieben, es gibt auch einige slowakische Webseiten, die bewusst auf die diakritischen Zeichen verzichten. In der westlichen Presse werden dagegen viele Zeichen oft falsch (oft genau umgekehrt) verwendet.
Phonetik Das Lautsystem der slowakischen Sprache besteht aus Vokalen (Selbstlauten), Konsonanten (Mitlauten) und Diphthongen (Zwielauten). Zur Aussprache siehe Slowakische Sprache.
Vokale kurz a ä e i o u y lang á é í ó ú ý
Diphthonge ia, ie, iu, ô
Konsonanten b, c, č, ď, dz, dž, f, g, h, ch, j, k, l, ĺ, ľ, m, n, ň, p, (q), r, s, š, t, ť, v, (w), x, z, ž
Einteilungen Orthographische Einteilung hart
d
g h ch
k l n
t
weich c č ď dz dž j ľ ň š ť ž ambivalent b f m p r s v z Als harte Endung wird eine Endung bezeichnet, die auf einen harten oder ambivalenten Konsonanten folgt, von einer weichen Endung spricht man, wenn ein weicher Konsonant vorausgeht.
Einteilung für Zwecke der Assimilation bei der Aussprache stimmhaft b d ď dz dž g h j l ľ m n ň r v z ž stimmlos p t ť c č k ch f s š
Die Konsonanten b/p bis v/f, d. h. diejenigen, die ein stimmloses/stimmhaftes Äquivalent haben, heißen auch „Paarlaute“, die übrigen „Unpaarlaute“ oder „Sonoren“.
Silbenfunktion Die Konsonanten l und r können, ĺ und ŕ müssen silbenbildend sein (d. h. wie Vokale fungieren).
Wortarten Im Slowakischen werden folgende Wortarten gebeugt (flektiert, d. h. dekliniert oder konjugiert oder gesteigert): Substantive, Adjektive, Pronomen, Numeralien und Verben. Adverbien werden gesteigert, bleiben aber sonst unflektiert. Die restlichen Wortarten (Präpositionen, Konjunktionen, Partikel und Interjektionen) ändern ihre Form nie.
Hauptwörter werden in der slowakischen Sprache wie im Deutschen nach Geschlecht (Genus), Fall (Kasus) und Zahl (Numerus) kategorisiert.Christa Lüdtke, Katarina Savchuk-Augustinova: Kontrastive Analyse Slowakisch-Deutsch. In: Hans-Jürgen Krumm (Hrsg.): Deutsch als Fremd- und Zweitsprache: ein internationales Handbuch. Band 1, De Gruyter, Berlin 2010, S. 693–699. Darin (S. 695): Die nominalen Kategorien Genus, Kasus und Numerus sind in beiden Sprachen vorhanden, allerdings weist das Slowakische mit seinen 6 Kasus (neben den aus dem Deutschen bekannten Kasus noch Lokativ und Instrumental) sowie der Unterscheidung zwischen belebten und unbelebten Maskulina einen weitaus größeren Formenreichtum auf. ()
Die Form von Adjektiven, Pronomen und Numeralien richten sich nach den Kategorien des Hauptworts, auf das sie sich beziehen. Dieser Bezug ist im Gegensatz zum Deutschen nicht nur in attributiver Stellung wirksam (pekný dom [ein/das hübsche(s) Haus], moja taška [meine Tasche], dve mestá [zwei Städte]), sondern die Anpassung erfolgt auch beim prädikativem Gebrauch (dom je pekný [das/ein Haus ist hübsch], taška je moja [die/eine Tasche ist meine], mestá sú dve [die Städte sind zwei]).
Es gibt, wie im Deutschen, drei grammatische Geschlechter (rody): männlich (Maskulinum), weiblich (Femininum), sächlich (Neutrum).
Bei der Deklination werden sechs Fälle (pády) unterschieden (im Deutschen gibt es nur die ersten vier): Nominativ (nominatív) - beantwortet die Frage Wer/Was? - Kto/Čo? Genitiv (genitív): beantwortet entweder die Frage Wessen? bzw. Von wem/von was? - Koho/Čoho? oder wird von folgenden Präpositionen verlangt: bez (ohne), blízko (nahe bei), do (in [wohin?]; bis zu), doprostred (in die Mitte von), mimo (außerhalb), namiesto (statt), okolo (um…herum), od (von [engl. from]), okrem (außer), počas (während), podľa (laut, nach, gemäß), pomimo (an … vorbei), pomocou (mithilfe von, anhand von), pozdĺž (entlang), u (bei [jemandem]), uprostred (inmitten), vedľa (neben), vnútri (im Inneren von), vyše (über [mehr als, oberhalb]), z (aus), za (während, zur Zeit von) Dativ (datív): beantwortet entweder die Frage Wem?/Welcher Sache? bzw. An wen/An was? - Komu/Čomu?, oder wird von folgenden Präpositionen verlangt: k (zu), kvôli (wegen), napriek (trotz), naproti (gegenüber [Lage]), oproti (gegenüber [Lage]; gegen, verglichen mit), proti (gegen), voči (gegenüber [persönliches Verhältnis]) Akkusativ (akuzatív): beantwortet entweder die Frage Wen/Was? - Koho/Čo?, oder wird von folgenden Präpositionen verlangt: cez (durch, über), medzi (zwischen [wohin?]), na (auf, an [wohin?]), nad (über [wohin?]), o (an [wohin?]; in [Zeit]; um [Komparativ]), po (bis an; während; holen), pod (unter [wohin?]), pre (für; wegen), pred (vor [wohin?]), v (in, an, zu [Ziel, Glaube]), vzhľadom na (in Anbetracht von), za (hinter [wohin?]; binnen; für [Preis, Stellvertretung]) Lokativ (lokál) - wird von folgenden Präpositionen verlangt: na (auf, an [wo?]), o (über, von [Thema]), po (nach [zeitlich]; entlang, auf; je; mittels), pri (bei, an), v (in [wo?]); der Lokativ kommt nie ohne eine dieser Präpositionen vor und wird daher als Präpositionalfall bezeichnet.Fälle, auf slovake.eu (Slowakischlernseite), abgerufen am 23. März 2016. Er dient ausschließlich der statischen, nicht der dynamischen LokalisierungSimona Frastikova: Das schillernde Positionsverb "sitzen": Eine kontrastive korpusbasierte Untersuchung des Valenzpotentials verbaler Lemmata. Logos Verlag, Berlin 2015, S. 32 f., Anm. 58. und wird oft auch für Zeitangaben verwendet. Instrumental (inštrumentál): beantwortet entweder die Frage Mit wem (Durch wen)/Womit (Wodurch)? - Kým/Čím?, oder wird von folgenden Präpositionen verlangt: medzi (zwischen, unter [wo?]), nad (über [wo?]), pod (unter, unterhalb [wo?]), pred (vor [wo?]), s (mit), za (hinter [wo?]) Außerdem gab es auch einen Vokativ, dieser wurde aber wegen weitgehender Formengleichheit als Nominativ aufgefasst und wird an den Schulen nicht mehr gelehrt. Dennoch haben sich einige Relikte und Sonderformen erhalten, die besonders in „altertümlicher“ (etwa in Märchen) oder ironisierender Sprache in Erscheinung treten: človek → človeče, syn → synku, kmotor → kmotre. Auch in der Bezeichnung der Fälle schlägt sich die frühere Existenz des Vokativs noch nieder: So wird im Slowakischen der Lokativ traditionell als der 6. Fall und der Instrumental als der 7. Fall gezählt, da früher der Vokativ als der 5. Fall galt.
Hinsichtlich des Numerus unterscheidet man wie im Deutschen zwei Numeri (Zahlformen): Einzahl Mehrzahl Den Dual gibt es im Slowakischen seit dem 14. Jahrhundert nicht mehr. Der einzige Überrest in der Schriftsprache sind einige Formen der Zahlwörter, z. B. dvoma bei dva.
Artikel Im Slowakischen gibt es im Gegensatz zum Deutschen keine Artikel. Die Wortart Artikel existiert in den meisten slawischen Sprachen nicht. Allerdings wird im Slowakischen in der Praxis in der Funktion eines bestimmten Artikels zur Klarstellung oft das Pronomen ten - tá - to (der - die - das) verwendet. Wo im Deutschen ein unbestimmter Artikel stünde, steht wiederum im Slowakischen meistens gar nichts oder es wird zur Klarstellung das Pronomen nejaký ((irgend-)ein) verwendet.
Substantive Substantive (Hauptwörter) werden im Slowakischen immer klein geschrieben. Groß geschrieben wird im Slowakischen lediglich am Satzanfang und bei Eigennamen. Die Substantive werden im Slowakischen durch ihre Deklination nach Geschlecht, Zahl und Fall markiert. Diese drei Eigenschaften werden gemeinsam durch eine Nachsilbe (Suffix) und/oder oft durch kleine Änderungen im Stamm ausgedrückt.
Geschlecht Die Geschlechter bei den slowakischen Substantiven stimmen nicht immer mit dem Deutschen überein. Das Geschlecht kann oft an der Endung des Nominativs erkannt werden: männlichen Geschlechts (maskulin) sind folgende Substantive: männliche Lebewesen: muž (der Mann), učiteľ (der Lehrer)auch Tiere: pes (der Hund), vták (der Vogel) mit hartem Mitlaut (h, ch, k, g, d, t, n, l), eventuell mit Zwitterlaut (b, p, m, v, r, s, z) am Stammende: stôl (der Tisch), zošit (das Heft), kvet (die Blume), strom (der Baum), dom (das Haus) einige mit weichem Mitlaut (c, č, š, ž, ť, ď, j, ň) am Stammende: stroj (die Maschine), nôž (das Messer), Paríž („Paris“) weiblichen Geschlechts (feminin) sind folgende Substantive: mit der Endung -a: kniha (das Buch), taška (die Tasche), stolička (der Stuhl), ceruzka (der Bleistift), BratislavaAchtung! Es gibt auch männliche Hauptwörter mit der Endung -a, dies sind zumeist Substantive, die männliche Personen bezeichnen: hrdina (der Held), sudca (der Richter) mit der Endung -osť (meist abstrakt): mladosť (die Jugend), radosť (die Freude) mit der Endung -áreň: lekáreň (die Apotheke) einige mit weichem Mitlaut am Ende: posteľ (das Bett), Viedeň („Wien“) sächlichen Geschlechts (neutrum) sind folgende Substantive: mit den Endungen -o und -e: pero (der Federhalter), okno (das Fenster), slnko (die Sonne), pole (das Feld)Achtung! Es gibt auch männliche Hauptwörter mit der Endung -o, dies sind zumeist Substantive, die männliche Personen bezeichnen: strýko (der Onkel), ujo (der Onkel) mit der Endung: -ie: zdravie (die Gesundheit), šťastie (das Glück) mit der Endung -a bei jungen Lebewesen: dievča (das Mädchen), dieťa (das Kind), mača (das Kätzchen)
Deklination Zur Erleichterung des Erlernens der Sprache wird die Deklination der Hauptwörter in zwölf Muster (nach Geschlecht und Endung im Nominativ) eingeteilt.
Im Einzelnen bestehen sehr viele Ausnahmen von den unten angegebenen Musterendungen und es kommt auch oft zu Änderungen im Stamm (v. a. fast immer im Genitiv der Mehrzahl). Im Folgenden wird auf diese Ausnahmen nur ausnahmsweise eingegangen.
Männliche Deklination In dieser Deklination wird grundsätzlich zwischen belebten und unbelebten Substantiven sowie zwischen weicher und harter Endung des Wortstammes unterschieden.
+männliche Deklinationsübersicht chlap - belebt & konsonantische Endung Fall Einzahl Mehrzahl Nominativ chlap chlap-i (-ovia), (-ia)6 Genitiv chlap-a chlap-ov Dativ chlap-ovi chlap-om Akkusativ chlap-a chlap-ov Lokativ chlap-ovi chlap-och Instrumental chlap-om chlap-mi (-ami) 4
hrdina - belebt & vokalische Endung Fall Einzahl Mehrzahl Nominativ hrdin-a hrdin-ovia Genitiv hrdin-u hrdin-ov Dativ hrdin-ovi hrdin-om Akkusativ hrdin-u hrdin-ov Lokativ hrdin-ovi hrdin-och Instrumental hrdin-om hrdin-ami
dub - unbelebt & harte Endung Fall Einzahl Mehrzahl Nominativ dub dub-y (-e) 7 Genitiv dub-a (-u) 1 dub-ov Dativ dub-u dub-om Akkusativ dub dub-y Lokativ dub-e (-u) 2,(-i) 7 dub-och Instrumental dub-om dub-mi (-ami) 4
stroj - unbelebt & weiche Endung Fall Einzahl Mehrzahl Nominativ stroj stroj-e Genitiv stroj-a (-u)8 stroj-ov Dativ stroj-u stroj-om Akkusativ stroj stroj-e Lokativ stroj-i stroj-och Instrumental stroj-om stroj-mi (-ami)4
Für Fremdwörter, die auf -i, -y, -e, -í, -é, -ě, -ä enden sowie für Personennamen, die auf -ü, -ö enden, gibt es ein fünftes Paradigma: