mini|Altarstein mini|Inschrift des Steins mini|Inschrift des Steins Der Altarstein ist ein bearbeiteter Sandsteinfelsen in der Hinteren Sächsischen Schweiz. Er befindet sich in Ottendorfer Flur südwestlich des Raumbergs am „Stimmersdorfer Weg“ in einem Seitental des Kirnitzschtals, knapp nördlich der Grenze zu Tschechien und erinnert der Überlieferung nach an verfolgte böhmische Protestanten, die den Stein angeblich als Altar für Gottesdienste genutzt haben sollen. Die älteste Erwähnung des Steins stammt bereits aus der Zeit um 1490.
Wie beim in der Nähe befindlichen Luchsstein wurde auch beim Altarstein ein bereits vorhandener Sandsteinblock bildhauerisch bearbeitet. Der Altarstein hat zwei bearbeitete Felder mit Inschriften. Die eine Inschrift erinnert an die von den Protestanten während des Dreißigjährigen Kriegs abgehaltenen Gottesdienste:
Die zweite Inschrift wurde erst 1893 angebracht. Sie nennt – mit nach 1893 ausgeführten Ergänzungen – die Namen aller Förster des Hinterhermsdorfer Forstreviers von 1632 bis 1943. Ihr fielen allerdings wesentlich ältere Inschriften aus den Jahren 1639 und 1640 zum Opfer, die Wappen, die sächsischen Kurschwerter, Jagdhörner sowie einen hussitischen Kelch zeigten. Die Inschriften aus den Jahren 1639 und 1640 erwähnt Alfred Meiche noch 1929 mit dem Hinweis, dass in diesen Jahren der Altarstein besonders von vor den Kriegswirren Geflüchteten als Altar benutzt wurde.Alfred Meiche: Sagenbuch der Sächsischen Schweiz und ihrer Randgebiete, 2. Auflage Dresden 1929, S. 162 Wilhelm Lebrecht Götzinger schreibt 1812: „Das ist besonders während den schwedischen Grausamkeiten in den Jahren 1639 und 1640 geschehn, womit die eingegrabenen Jahreszahlen übereinstimmen, besonders aber als die hatzfeldischen Truppen die ganze Gegend so misshandelten, daß alle Ortschaften fast ein Vierteljahr lang sich hier verbergen mussten. - Welche zahllosen Thränen mögen an diesem Altare versiegt, welche lauten Seufzer hier zum Himmel gestiegen sein!“W. L. Götzinger, Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der sächsischen Schweiz, 2. Auflage, Dresden 1812, Fotomechanischer Neudruck der Originalausgabe, Zentralantiquariat der Deutschen Demokratischen Republik, Leipzig 1973, Seite 396
Erwähnt wurde der Altarstein bereits wesentlich früher. In einer Grenzurkunde wurde um das Jahr 1490 bereits der Grenzverlauf zwischen der Markgrafschaft Meißen und dem Königreich Böhmen vom Prebischtor bis zum „alterstein“ vermerkt. Auch die Erste Kursächsische Landesaufnahme durch Matthias Oeder im Jahr 1592 nennt den „Alterstein“. Alfred Meiche datiert diese Bezeichnung auf das Jahr 1547. Die Bezeichnung des Steins reicht demnach weit vor die Zeit der böhmischen Protestantenverfolgung zurück.
Einzelnachweise
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