mini|General Friedrich Jobst Volckamer von Kirchensittenbach (1944) Friedrich Jobst Guido Otto Volckamer von Kirchensittenbach (* 16. April 1894 in Oberstdorf; † 3. April 1989 in München) war ein deutscher General der Gebirgstruppe im Zweiten Weltkrieg.
Leben Herkunft und Familie Friedrich Jobst Volckamer von Kirchensittenbach war General der Gebirgstruppe a. D. und der Sohn des Zollbeamten Jakob Albin Friedrich Christoph Jobst Volckamer von Kirchensittenbach und dessen Ehefrau Emma, geborene Klapper († 1914). Am 26. Juli 1925 heiratete er Irmgard Marie Emma von Eyb (1899–1989), Tochter des Bezirksamtmannes Kurt von Eyb.
Bayerische Armee Nach dem Erwerb der Hochschulreife (15. Juli 1913) trat er am 1. Oktober 1913 als Einjährig-Freiwilliger in die 7. Kompanie des 19. Infanterie-Regiments „König Viktor Emanuel III. von Italien“ der Bayerischen Armee ein. Am 13. November 1913 wurde er zum Fahnenjunker befördert. Im Jahr 1914 erfolgten die Beförderungen zum Unteroffizier am 7. Januar, zum Fähnrich am 1. Juli sowie zum Leutnant am 27. September (Patent vom 7. Januar 1913). Während des Ersten Weltkriegs war er an der Westfront als MG-Zugführer, Kompanieführer sowie Bataillons-, Regiments- und stellv. Brigadeadjutant eingesetzt und wurde am 6. April 1918 zum Oberleutnant befördert. Für seine Leistungen zeichnete man ihn mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes sowie dem Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern und Krone aus.Reichswehrministerium (Hrsg.): Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Mittler & Sohn, Berlin 1924, S. 170.
Weimarer Republik Ende April bis Anfang Mai 1919 war Friedrich Volckamer von Kirchensittenbach kurzzeitig Mitglied im Freikorps Epp, wurde jedoch bald in die Vorläufige Reichswehr übernommen und diente im Jäger-Bataillon 41 des Reichswehr-Schützen-Regiments 41. Mit der Bildung der Reichswehr setzte er seinen Dienst im 19. (Bayerisches) Infanterie-Regiment fort. Dort erfolgte am 1. November 1926 seine Beförderung zum Hauptmann.
Zeit des Nationalsozialismus Am 1. September 1934 wurde er zum Major befördert. Er übernahm 1935 das II. Bataillon im Gebirgsjäger-Regiment 99 in Augsburg, mit dem er 1936 unter dem späteren Generaloberst Eduard Dietl in Füssen einzog. Ab 1. Mai 1940 war er Kommandeur des Gebirgsjäger-Regiments 141 in der 6. Gebirgs-Division.
Friedrich Volckamer von Kirchensittenbach führte im Balkanfeldzug das Gebirgsjäger-Regiment 141 der 6. Gebirgs-Division. Anschließend wurde er Chef des Stabes der Inspektion des Erziehungs- und Bildungswesens im OKH und schließlich stellvertretender Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens. Im Dezember 1942 verließ er als Generalmajor befördert diesen Posten, um den Befehl über die 8. Jäger-Division an der Ostfront bis 1944 zu übernehmen.
Das Deutsche Kreuz in Gold wurde Generalleutnant Friedrich Volckamer von Kirchensittenbach am 3. November 1943 und das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 26. März 1944 verliehen.Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 761. Im Oktober 1944 kam er als Kommandierender General des L. Armeekorps in den Kurland-Kessel und übernahm dort im März 1945 als General der Gebirgstruppe die 16. Armee.
Bei Kriegsende geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1955 infolge von Konrad Adenauers Moskau-Reise entlassen wurde. Sein von ihm für die Wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte verfasster Bericht über die Zeit der Kriegsgefangenschaft wurde 1984 als Buch Ohne Zorn und Eifer. Bericht einer Gefangenschaft 1945–1955 veröffentlicht.
Auszeichnungen 1941: St. Alexander-Orden III. Klasse am Ring 1941: Kommandeurskreuz des Sterns von Rumänien mit Schwertern 1941/42: Bulgarisches Militär-Verdienst-Kreuz II. und I. Klasse 1945: Ärmelband Kurland
Schriften Gemeinsam mit Wolfgang Vogelsgesang: Leiden sind Lehren – Das Leben des Friedrich Jobst Volckamer von Kirchensittenbach. 1980. Ohne Zorn und Eifer. Bericht einer Gefangenschaft 1945 bis 1955. 1984, ISBN 978-3-925967-02-3.
Literatur Richard Frodl: Rede am 7. April 1984 in Schloß Blutenburg zur Veröffentlichung des Buches Ohne Zorn und Eifer. 1984. Franz Thomas, Günter Wegmann: Die Ritterkreuzträger der Deutschen Wehrmacht 1939–1945. Band 2, Band 6, Biblio 1994, S. VII und S. 579.
Weblinks Nachlass Bundesarchiv N 91
Einzelnachweise
Kategorie:Oberleutnant (Bayern) Kategorie:Major (Reichswehr) Kategorie:General der Gebirgstruppe Kategorie:Kommandeur eines Gebirgsjäger-Regiments (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Kommandeur einer Jäger-Division (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Kommandierender General des L. Armeekorps (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Oberbefehlshaber einer Armee (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes Kategorie:Träger des Deutschen Kreuzes in Gold Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (IV. Klasse) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1894 Kategorie:Gestorben 1989 Kategorie:Mann