Dohna ist die zweitälteste Stadt im Freistaat Sachsen. Sie befindet sich im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Dohna-Müglitztal.

Geographie Lage Die Stadt Dohna liegt etwa 15 km südöstlich von Dresden und südlich von Heidenau am Eingang zum Müglitztal als Tor zum Osterzgebirge. Sie befindet sich damit am östlichen Rand der Nordabdachung des östlichen Erzgebirges, dem so genannten Elbtalschiefergebiet zwischen Gottleuba und Dohna. Die Burg Dohna wurde auf einem schmalen Granitsporn, der von der Müglitz umflossen wird, errichtet. Die Stadt selbst liegt auf dem Taschenberg, einer Flussterrasse mit einem Untergrund aus Plänersandstein.

Ortsteile Dohna gliedert sich in die Kernstadt und die beiden Ortschaften Meusegast und Röhrsdorf. Die Kernstadt besteht im Wesentlichen aus der Altstadt und der Unterstadt. Zur Ortschaft Meusegast gehören neben Meusegast selbst auch Köttewitz und Krebs. Die deutlich größere Ortschaft Röhrsdorf schließt neben Röhrsdorf selbst auch die Ortsteile Borthen, Bosewitz, Burgstädtel, Gamig, Gorknitz, Sürßen und Tronitz ein.

Viele der heute noch im Stil der slawischen Rundlingsdörfer erkennbaren Dorfplätze sind über die Jahrhunderte erhalten geblieben. Beispiele hierfür sind die Rundplatzdörfer (Rundlinge) Sürßen, Borthen, Burgstädtel, Gorknitz und Bosewitz.

Geschichte mini|links|Rundturm mit ehemaliger Burgschänke mini|links|Stadtansicht um 1845 mini|Bahnhof und Stadt 1912 mini|Blick über die Stadt mini|Südostansicht der Schlossbergbebauung mit dem runden Turm von 1830 mini|Medaille 1902, zur 500-jährigen Zugehörigkeit Dohnas zum Fürstenhaus Wettin mini|hochkant|links|Marienkirche mini|hochkant|Statue des Fleischerbrunnens am Dohnaer Markt Dohna ist die zweitälteste Stadt Sachsens. Der Name wird als der altsorbische Ort Donin angesehen, der dem Don bzw. Dohna gehörte.Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte, Faber und Faber Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86730-038-4, S. 53. Archäologisch lassen sich Siedlungen bis in die Bronzezeit etwa 1800–1600 v. Chr. (Wallanlagen Robisch und Burgberg) zurückverfolgen. Der Burgberg beherrscht den Eingang in das Müglitztal und wird durch eine Schleife der Müglitz gesichert.

Daher waren Burg und Siedlung an dieser Stelle für die Kontrolle der Handelswege (Salzstraßen) im Müglitztal (Böhmischer Weg) und über die Höhen (Kulmer Steig beziehungsweise Alte Dresden-Teplitzer Poststraße) von besonderer Bedeutung. Der Annalista Saxo erwähnte zwischen 1148 und 1152 Dohna zum Jahr 1040:MGH SS 6, 684. Das Heer von König Heinrich III. sammelte sich bei Dohna und unternahm über den Kulmer Steig einen siebentägigen Einfall nach Böhmen.Bardo (1031–1051) - RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 1027] - 1040 Aug. 15 bis 31, Dohna: Sammlung eines heeres bei der burg Dohna und siebentägiger einfall in Böhmen. Saxones quoque cum metropolitano Mogontie Bardone et Ekkihardo marchione in predicta sancte Virginis festivitate Donin convenerunt, et eandem regionem, divina eos, ut patuit, protectione comitante, cum parva admodum manu die dominica 9 kal. Septembris violenter introierunt, et per 9 dies potestative peragrantes, cede, preda, incendio vastaverunt, donec tandem, venerabili viro Guntario monacho cum legatione regis adveniente et acta docente reditumque suadende, pace data et accepta, victores exierunt. Annalista Saxo. in: MGH SS 6, 684; .. Saxones autem cum metropolitano Mogontiaco Bardone et Ekkehardo marchione [Misnensi] convenerunt et eandem regionem [Bohemiam], divina eos ut claruit protectione comitante, cum parva admodum manu, die dominica 9 Kal. Septembris violenter introierunt, et per novem dies potestative peragrantes, cede, praeda incendioque vastaverunt, donec venerabili viro Guntario monacho cum legatione regis adveniente, pace data et accepta, victores redierunt. Ann. Magdeb. in: MGH SS 16, 172. RIplus Regg. EB Mainz 1 [n. 1027], in: Regesta Imperii Online, URI: regesta-imperii.de (Abgerufen am 23. Juli 2020). Im Jahr 1076 belehnte Heinrich IV. den Herzog Vratislav II. von Böhmen mit den Gauen Budissin und Nisan, zu dem auch Dohna gehörte. Dieser gab Nisan mit Dohna als Mitgift seiner Tochter in die Ehe mit Wiprecht von Groitzsch, allerdings unter der Lehnshoheit von Vratislav II.

Gegen Mitte des 12. Jahrhunderts, wohl schon 1143 oder 1144 unter König Konrad III., kam die Burggrafschaft Dohna als Reichslehen an den Adligen Heinricus de Rodewa,Heinricus de Rodewa in einer Urkunde Konrads für das Kloster Chemnitz vom Februar 1143; Heinrich wird als Zeuge genannt. Vgl. die Edition der Urkunde bei: Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich, bearb. v. Friedrich Hausmann (= MGH DD, Bd. 9), Wien/Köln/Graz 1969, Nr. 86, S. 152–154, hier S. 154 Z. 17. Zur Ersterwähnung vgl. Karlheinz Blaschke, Dohna. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. 3, München u. a. 1983, Sp. 1166; Dohna – ein kurzer geschichtlicher Überblick auf der Website der Stadt Dohna der spätestens 1156 in ihrem Besitz istHeinricus castellanus de Donin in einer Urkunde des Markgrafen Konrad I. von Meißen vom 30. November 1156; Heinrich wird als Zeuge genannt. Vgl. Codex diplomaticus Saxoniae regiae, I A 2: Die Urkunden der Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen 1100–1195, hg. von Otto Posse, Leipzig 1889, Nr. 262, S. 176–179, hier S. 178 Z. 37. Vgl. dazu , S. 43. und zum Begründer des edelfreien Adelsgeschlechts der Donins (erstmalige Erwähnung 1127 im Pleißenland zwischen Altenburg, Chemnitz und Zwickau beiderseits der Pleiße) wurde.

Als reichsunmittelbare Burggrafen hatten die Donins großen Einfluss auf die Besiedlung des Osterzgebirges. Mit der weiträumigen Rodung und Anlage einer Vielzahl von Dörfern gelangten sie zu großem Besitz und dadurch auch zu Macht und Einfluss; sie strebten sogar die Landesherrschaft an. Zeugnisse dafür sind das Ausstellen eigener Urkunden, Städtegründungen, eigene Ministeriale, ein eigenes Münzregal (siehe Doninsche Brakteaten) und Rechtsprechung. Große Bedeutung erlangte der Dohnaer Schöppenstuhl als adliges Lehnsgericht. Ihre Burggrafschaft lag zwischen der Markgrafschaft Meißen und dem Königreich Böhmen und reichte von Gottleuba im Osten bis Rabenau im Westen sowie von der Elbe im Norden bis zum Erzgebirge im Süden (einschließlich Lauenstein, Bärenstein und Frauenstein). Sie hatten die Befestigungshoheit, da sie königliche Statthalter waren. Ihnen stand der 3. Pfennig und 1/3 des Zolls der Dresdner Elbbrücke zu. Den Auftrag zur Errichtung der Planstadt Dresden erhielt der Burggraf Conrad von Dohna 1170 von Kaiser Barbarossa, welcher auch den Bau der ersten steinernen Dresdner Brücke im 13. Jahrhundert beinhaltete. Um 1221 oder eventuell bis 1226 errichtete der Burggraf von Dohna am Brückenkopf eine kastellartige Curie, seinen Gerichtshof.

1228 befestigte er den Hof zu einer Wasserburg, da er Streit um seine Rechte in Dresden mit dem Meißner Markgrafen hatte. Den Adelstanz zu Dresden im Jahre 1400 nutzte der Burggraf für die gesuchte Gelegenheit, eine offene Fehde mit dem Meißner Markgrafen Wilhelm dem Einäugigen ausbrechen zu lassen. Dieser jedoch belagerte fortan die Burg Dohna, was Burggraf Jeschke zur Flucht aus dieser drängte. Er flüchtete nach Weesenstein, weiter nach Königstein und anschließend nach Ungarn, wo er nach seiner Ergreifung in Ofen (Budapest) als Landfriedensbrecher enthauptet wurde. Die Burg Dohna war bis zur Niederlage der Donins in der Dohnaischen Fehde 1402 Mittelpunkt der reichsunmittelbaren Herrschaft. 1402 wurde die Burg durch Bergleute aus Dippoldiswalde und Freiberg vollständig zerstört. Die Burggrafschaft wurde vom Meißner Markgrafen in Besitz genommen.

Wie die gesamte Region wechselte auch die Zugehörigkeit des Ortes Dohna zwischen Böhmen und der Mark Meißen.

Die Wettiner belehnten nach der militärischen Niederlage der Donins im Jahr 1402 ihre Vasallen für Treue und militärische Verdienste mit den Gütern der Burggrafschaft Dohna, beispielsweise 1410 Günther und Heinrich von Bünau mit Liebstadt und der Burg Kuckuckstein sowie den dazugehörigen Dörfern.

Die Burg Dohna blieb bis 1460 Verwaltungssitz (dieser wurde 1457 nach Pirna in die Burg Sonnenstein verlegt) und verfiel danach. Auf dem benachbarten Taschenberg entstand unter dem Schutz der Burg eine Ansiedlung. Diese wird 1445 erstmals als „Stettichin“ (Städtchen) bezeichnet und erscheint ab 1590 in den Urkunden als Stadt. Die volle Stadtverfassung erhielt Dohna allerdings erst 1845.

Der Name des Städtchens variierte von Donin (1107, 1160, 1206), Donyn (1288, 1408), Doneyn (1454) bis Dhonin, Donow und schließlich Dohna. Seine Herkunft erklärt HeyGustay Hey: Die slawischen Siedlungen im Königreich Sachsen. Wilhelm Baensch K. S. Hofverlagsbuchhandlung, Dresden 1893, S. 68. mit „Besitz des Doň“ (vom böhmischen Personennamen Zdoň).

Die Wirtschaft wurde hauptsächlich von Bauern und Handwerkern geprägt, insbesondere von Fleischern, Posamentierern und der Strohhutherstellung.

Die Fleischerzunft von Dohna hatte 1462 das Recht erhalten, ihre Waren nach Dresden zu liefern.Alfred Meiche: Sagenbuch der Sächsischen Schweiz und ihrer Randgebiete. 2. Auflage. der überarbeiteten 2. Auflage von 1929. Altis-Verlag GmbH, Berlin 1997, ISBN 3-910195-02-4, S. 153. Von diesem wichtigen Privileg zeugt heute noch das Freigut am Markt sowie der 1912 geweihte Fleischerbrunnen.

Da die gesamte Region oft von Kriegen betroffen war, hatte selbstverständlich auch Dohna unter Not, Elend und Krankheiten im Dreißigjährigen, im Siebenjährigen und im Napoleonischen Krieg zu leiden. Im letzteren wurde in der „Kaisernacht“ 1813 die Stadt während der Kämpfe zwischen russischen und französischen Truppen stark verwüstet. Daran erinnern noch eine Reihe von Kanonenkugeln und Hausinschriften.

1927 wütete ein starkes Hochwasser im Ort und die Müglitz richtete schwere Schäden an.

Mit der Gemeindegebietsreform im Freistaat Sachsen wurde die Gemeinde Köttewitz-Krebs am 1. März 1994 eingegliedert.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt. Am 1. Januar 1999 kamen Meusegast und Röhrsdorf zur Stadt Dohna.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands Seit dem 1. Januar 2002 bildet die Stadt Dohna mit der Nachbargemeinde Müglitztal eine Verwaltungsgemeinschaft.

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Borthen 1. Januar 1993 Zusammenschluss mit Röhrsdorf und Gorknitz zur Einheitsgemeinde Röhrsdorf Bosewitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Gorknitz Burgstädtel 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Borthen Gorknitz 1. Januar 1993 Zusammenschluss mit Röhrsdorf und Borthen zur Einheitsgemeinde Röhrsdorf Köttewitz 1. Januar 1970 Zusammenschluss mit Krebs zu Köttewitz-Krebs Köttewitz-Krebs 1. März 1994 Krebs 1. Januar 1970 Zusammenschluss mit Köttewitz zu Köttewitz-Krebs Meusegast 1. Januar 1999 Röhrsdorf 1. Januar 1993 Zusammenschluss mit Borthen und Gorknitz zur Einheitsgemeinde Röhrsdorf Sürßen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Gorknitz Tronitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Gorknitz

Politik

Stadtrat Der Stadtrat setzt sich seit der Stadtratswahl am 9. Juni 2024 wie nebenstehend dargestellt zusammen. Ergebnisse früherer Wahlen sind tabellarisch aufgelistet. +letzte StadtratswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %CDU530,0526,5838,7Freie Wähler Dohna529,5734,5837,9AfD127,1117,9––Linke15,129,4213,7Grüne15,017,4–3,8SPD13,3–4,3–4,0FDP–––––1,8Wahlbeteiligung72,2 %68,9 %54,6 %

Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2008 Ralf Müller (CDU). +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Ralf MüllerCDU69,9201566,3200852,12001Friedhelm PutzkeFW53,3199491,2

Wappen 80px|links Beschreibung: In Blau ein zinnengekrönter schwarzgefugter goldener Rundturm mit offenem Torbogen, zwei kleinen Rundfenstern und rotem Spitzdach mit Goldknauf.