Chalais (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Nordosten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Périgord-Limousin. Die Bewohner werden Chalaisiens und Chalaisiennes genannt.

Die Gemeinde liegt im Regionalen Naturpark Périgord-Limousin.

Geografie

Chalais liegt etwa 21 Kilometer ostsüdöstlich von Nontron und etwa 40 Kilometer nordnordöstlich von Périgueux in der Région naturelle des Nontronnais, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.

Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Neben dem Ortskern besteht die Gemeinde aus folgenden Lieu-dits, Weilern, Gehöften, einer Mühle und einem Schloss: Boucherie, Château de Mavaleix, Chez Pabot, Chirolle, L'Age, La Basse Pouyade, La Croix de Marafret, La Fond des Anes, La Fonderie, La Forge, La Gilardie, La Guillaumas, La Haute Pouyade, La Rame, La Teyssonière, Landes de Grelette, Landes de Puyrigaud, Las Pradeaux, Laubanie, Lavaud, Le Bois de Filleuls, Le Clau de Micout, Le Mas, Le Moulin de Lascombas, Le Noir, Le Petit Mas, Le Pont Fermier, Le Puy, Le Touroulet, Les Champs, Les Rivaux, Maison-Rouge, Marafret, Mavaleix, Puy de Bost, Puyrigaud, Réchignac, Sausse, Source captée de Fontachouet und Vergnelibert.

Der topographisch höchste Punkt des Gemeindegebiets mit Höhe befindet sich an der Nordgrenze zur Nachbargemeinde La Coquille beim Lieu-dit Le Bois de Filleuls, der tiefste Punkt mit liegt im äußersten Südosten südöstlich des Lieu-dit L’Age an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Paul-la-Roche. Das Zentrum befindet sich auf etwa Höhe.

Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in Chalais

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Chalais schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

Wälder – 33,9 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 33,6 % Wiesen – 31,1 % Strauch- und/oder Kräutervegetation – 1,4 %

Die landwirtschaftliche Nutzung steht im Vordergrund. Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzflächen hat sich seit 1990 von 63,5 % auf 64,7 % leicht erhöht.

Klima Chalais besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000

Jahresmittel: 11,9 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 2,3 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 5,1 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 14,8 °C Jahresniederschlag: 1093 mm Niederschlagstage im Januar: 14,3 Niederschlagstage im Juli: 7,3

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 45 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971–2000 über 11,4 °C für 1981–2010 auf 11,8 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren.

Hydrografie mini|Hydrographische Karte von Chalais Die Ostgrenze der Gemeinde Chalais zu Saint-Paul-la-Roche wird von der nach Süden entwässernden Valouse gebildet. Ebenfalls in südlicher Richtung fließt der Touroulet, der in der Nähe des Ortskerns aus dem Zusammenfluss des linksseitigen Ruisseau de la Pouyade und des rechtsseitigen Ruisseau de Jalinie hervorgegangen ist und dessen Verlauf dann die Westgrenze der Gemeinde zu Saint-Jory-de Chalais markiert. Zwischen Valouse und Touroulet entspringt etwas südöstlich vom Ortskern ein kleiner Bach, der Ruisseau le Maroussie; er zieht nach Südwest und mündet dann im Gemeindegebiet von Saint-Jory-de-Chalais als linker Seitenarm in den Touroulet.

Valouse und Touroulet und ihre Nebenarme gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.

Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in der Gemeinde Chalais beträgt 20 Kilometer.

Geologie mini|Geologische Karte von Chalais Die Gemeinde Chalais liegt vollständig auf metamorphem Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central.

Die Gesteine – vorwiegend Paragneise, glimmerschiefrige Paragneise, Orthogneise und leptynitische Orthogneise – gehören zur Unteren Gneisdecke des Zentralmassivs. Ausgangsgesteine der Paragneise (ζ1-2) waren neoproterozoische Grauwacken, die glimmerschiefrigen Paragneise der Dronne-Gruppe (ζ1) entstanden aus tonreichen Grauwacken, bei den Orthogneisen (ζ3mi) dürfte es sich um Leukogranite des Kambriums handeln, die leptynitischen Komponenten (rλ3) sprechen für Gesteine mit granitischer bzw. Rhyolithischer Zusammensetzung.

Die Foliation der Metamorphite streicht entweder Nordost-Südwest mit flachem Einfallen von 20 bis 25° nach Südost oder liegt flach.

Die Gesteine wurden im Devon von einer mittel- bis hochgradigen Regionalmetamorphose erfasst, die überall die Staurolithzone, stellenweise aber auch die Disthen-Staurolithzone (im Südosten bei L'Age) oder gar die Disthenzone (nördlich des Ortskerns) erreichte.

Unmittelbar westlich des Ortskerns verläuft eine NNO-SSW-streichende Störung, an der die Grundgebirgsgesteine brekziiert oder kataklastisch verformt wurden; ferner wurde ein massiver Quarzkörper (Q) mit eingeschleppt.

Tertiäre Hüllsedimente sind sehr weitverbreitet, sie verdecken in der Regel Höhenlagen zwischen den Flusstälern. Zuunterst liegt umgelagertes Kolluvium (Formationen AC und ACF), das bei Mavaleix noch von einer sehr ausgedehnten Lage alluvialer Flussschotter aus dem Pliozän oder Pleistozän (Formation Fs) überlagert wird. Im Talboden des Touroulets liegt holozänes Alluvium (Formation K).

Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Chalais Naturrisiken manifestieren sich in Chalais als Dürren Waldbrände Bodensetzungen Radonemanationen.

Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, ist ein kleiner Teil des Gemeindegebiets im Nordwesten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Chalais der Zone 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes wurde in den latinisierten Formen Chalesium am Ende des 12. Jahrhunderts (1190) und Calesium im 14. Jahrhundert (1365) erwähnt. Die Schreibweise Chalaix erschien im 18. Jahrhundert (1760). Auf der Carte de Cassini wird der Ort im 18. Jahrhundert als Chalaix bezeichnet. Bis 2009 trug die Gemeinde dann den Namen Chaleix.

Das Wort kommt vermutlich aus einer gallischen Wurzel oder vielleicht sogar aus dem vor-indoeuropäischen °kal (), gefolgt von der Endung -ensem. Der Name Chalais geht zurück auf die vorkeltische Wurzel kal- mit der Bedeutung Stein, Fels, gefolgt von der Endung -ensem.Tanet, Hordé, Seite 93

Die Wirtschaft des Dorfes entwickelte sich um seine zahlreichen Schmieden, die seit gallorömischer Zeit in Betrieb sind. Jahrhundertelang waren sie der wichtigste Wirtschaftszweig in der Gemeinde, wo bis zur Französischen Revolution Kanonen gegossen wurden.

Was das architektonische Erbe betrifft, so ist die Kirche, deren Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen, eines der ältesten Gebäude der Gemeinde. Besucher können aber auch das Schloss Mavaleix mit seinen Türmchen entdecken, das aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammt. Es wurde im 17. Jahrhundert restauriert und umfasst das ehemalige Haus des Eisenmeisters, das heute als Hotel dient.

Im 19. Jahrhundert wurde in der Gemeinde ein Bahnhof gebaut, um den Transport des Eisens von den Schmieden zu erleichtern. Etwa zur gleichen Zeit wurde das Rathaus in einer ehemaligen Klosterschule eingerichtet.

Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in ChalaisJahrEinwohner 1962 562 1968 513 1975 456 1982 385 1990 425 1999 435 2006 442 2007 443 2012 393 2016 398 2017 404 2019 405

Quellen: EHESS, INSEE

Die Bevölkerungszahlen in Chalais waren bis 1982 stark rückläufig, sie haben sich aber seitdem stabilisiert.

Verwaltung Bürgermeister in Chalais ist seit März 2014 der zur Divers droite gehörende Industrielle Jean-Louis Faye. Er wurde im Mai 2020 wiedergewählt.

Präsidentschaftswahlen 2022 Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang Stimmen % Stimmen % Emmanuel MacronEn marche ! EM 48 20,69 % 123 58,57 % Marine Le Pen Front national FN 65 28,02 % 87 41,43 % Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 45 19,40 % Éric Zemmour Reconquête 8 3,45 % Valérie Pécresse Les Républicains LR 11 4,74 % Jean Lassalle Résistons ! R 15 6,47 % Anne Hidalgo Parti socialiste PS 8 3,45 % Fabien Roussel Parti communiste français PC 14 6,03 % Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 3 1,29 % Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 10 4,31 % Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 4 1,72 % Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 1 0,43 % Gesamt 232 100 % 210 100 % Gültige Stimmen 232 95,08 % 210 88,98 % Ungültige Stimmen 12 4,92 % 26 11,02 % Wahlbeteiligung 244 76,97 % 236 74,45 % Enthaltungen 73 23,03 % 81 25,55 % Registrierte Wähler 317 317Quelle: Ministère de l'Intérieur Die Präsidentschaftswahlen 2022 in Chalais konnte Emmanuel Macron deutlich für sich entscheiden.

Sehenswürdigkeiten Der älteste Teil der romanischen Kirche Saint-Agnan besteht aus dem Chor und dem Vierungsturm und stammt aus dem späten 11. bzw. frühen 12. Jahrhundert. Schloss Mavaleix aus dem 13. Jahrhundert, seit 1947 als Monument historique eingeschrieben Ehemalige Schmiede von Mavaleix aus dem 16. Jahrhundert, Fassaden und Dächer der Wohngebäude seit 1972 als Monument historique eingeschrieben

Fotogalerie

Bildung Chalais verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 154 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Chalais erwerbstätig, entsprechend 70,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 12 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (18). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 10,1 % (2016) auf 7,8 % (2022).

Branchen und Betriebe 38 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Chalais wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt38Fertigung, Bergbau und andere Industrien615,8 %Baugewerbe615,8 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1539,5 %Finanzen und Versicherungen12,6 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten410,5 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln410,5 %Andere Dienstleistungen25,3 %

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde auf Rinderzucht zur Erzeugung von Milch und/oder Fleisch. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 33 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 24 im Jahr 2000, auf 10 im Jahr 2010 und stieg auf 12 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 63,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 789 Hektar im Jahre 1988 auf 717 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen signifikant von 23,9 Hektar auf 59,7 Hektar.

Verkehrsanbindung