mini|Weil von Süden mini|Denkmal für jüdische Opfer auf dem KZ-Friedhof Schwabhausen mini|Petzenhausen von Norden mini|Geretshausen von Südosten

Weil ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geografie Der Ort Weil liegt circa neun Kilometer nordöstlich von Landsberg und ist von Augsburg und München 30 bzw. 50 Kilometer entfernt. Er wird in Süd-Nord-Richtung vom Verlorenen Bach durchflossen, in seinem Unterlauf Friedberger Ach genannt.

Gliederung Es gibt sechs Gemarkungen, die in der Fläche den ehemaligen Gemeinden entsprechen, und 14 Gemeindeteile: Das Pfarrdorf Beuerbach mit dem Weiler Adelshausen und den Einöden Mangmühle, Wolfmühle und Zellhof Das Pfarrdorf Geretshausen mit der Einöde Aumühle Das Pfarrdorf Pestenacker Das Pfarrdorf Petzenhausen Das Pfarrdorf Schwabhausen bei Landsberg mit dem Weiler Machelberg Das Pfarrdorf Weil mit den Weilern Missenhof und Neuweil

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn von Norden): Prittriching, Egling an der Paar, Geltendorf, Eresing, Windach, Penzing, Kaufering und Scheuring.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ortsname Weil ist römischen Ursprungs und lautete ursprünglich Villa (Gutshof).

Weil gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Landsberg des Kurfürstentums Bayern. Der Deutschorden (Kommende Blumenthal) besaß hier eine offene Hofmark.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Weil.

Gebietsreform Die heutige Gemeinde Weil entstand am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform aus den Gemeinden Weil, Beuerbach, Geretshausen, Pestenacker, Petzenhausen und Schwabhausen bei Landsberg.

Einwohnerentwicklung Auf dem Gebiet der Gemeinde lebten Jahr Einwohner 1970 2278 1987 2608 1991 2918 1995 3141 2000 3321 2005 3626 2010 3765 2015 3775 2018 3833 2019 3854 2023 4018 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2688 auf 3833 Einwohner bzw. um 42,6 %.

Politik Gemeinderat Nach den Gemeinderatswahlen seit 2014 setzte sich der Gemeinderat wie folgt zusammen: Liste202620202014Website der Gemeinde Weil%Sitze%Sitze %Sitze Dorfgemeinschaft Weil (DG Weil)38,5638,71 6 34,98 6 Freie Wählergruppe Schwabhausen (FWG Schwabhausen)24,2425,94 4 26,90 4 Dorfgemeinschaft Geretshausen (DG Geretshausen)11,8212,63 2 12,18 2 Dorfgemeinschaft Petzenhausen (DG Petzenhausen)12,329,27 2 10,49 2 Freie Wähler Pestenacker (FW Pestenacker)6,816,26 1 8,56 1 Dorfgemeinschaft Beuerbach (DG Beuerbach)6,517,18 1 6,89 1

Wappen

Einige eingemeindete Orte wie Pestenacker führen neue eigene Wappen außerhalb von Amtshandlungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Überregional bekannt wurde Weil durch Ausgrabungen von steinzeitlichen Feuchtbodensiedlungen im Tal des Verlorenen Bachs bei Pestenacker.

Auf dem Ehrenfriedhof im Gemeindeteil Schwabhausen wurden 130 Opfer der NS-Gewaltherrschaft nahe der Bahnlinie in drei Sammelgräbern bestattet.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 198 Die Gemeinde Weil spricht von 120 TotenGemeinde Weil; Geschichte des Ortsteils Schwabhausen andere Stellen von 140 Toten und mehr im Internet Archive. Ein britisches oder amerikanisches Aufklärungsflugzeug hatte am 27. April 1945 an dieser Stelle einen abgestellten Munitionszug entdeckt. Vom Begleitschutz des Munitionszugs wurde daraufhin angeblich absichtlich ein von Juden besetzter Zug mit bis zu 3400 Gefangenen aus dem KZ-Außenlagerkomplex Kaufering abgestellt. Die kurz darauf erschienenen Tiefflieger beschossen diesen Zug. Viele der etwa 500 die Flucht ergreifenden Gefangenen wurden erschossenKZ-Komplex Außenkommando Kaufering. Die verwundeten Juden kamen ins Lazarett der Erzabtei Sankt Ottilien. Wahrscheinlich erreichten nur 1769 Gefangene den Zielbahnhof Dachau. Auf den über den Sammelgräbern errichteten Gedenksteinen wurden jüdische Inschriften angebracht.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Weblinks

Gemeinde Weil Schwabhausen – Bilder des KZ-Friedhofes im Ortsteil Schwabhausen bei Alemannia Judaica

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Landsberg am Lech Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)