Die Ungarische Nationalbank (ungarisch: Magyar Nemzeti Bank) ist die Zentralbank Ungarns. Ihr hauptsächliches Ziel ist, Preisniveaustabilität zu garantieren. Die Bank ist auch dafür zuständig, die nationale Währung, den ungarischen Forint, auszugeben. Das geschieht, indem sie die Bargeldzirkulation kontrolliert, den Leitzins setzt, offizielle Wechselkursraten veröffentlicht und die nationalen Devisen- und Goldreserven beeinflusst. Die Magyar Nemzeti Bank kontrolliert somit die Geldpolitik ihres Landes. Sie ist Mitglied im Europäischen System der Zentralbanken.

Geschichte links|mini|Aktie der Ungarischen Nationalbank vom 20. Juni 1924 In der Zeit Österreich-Ungarns war die Oesterreichisch-Ungarische Bank die Zentralbank der Monarchie, mit Sitz in Wien und Budapest. oenb.at, abgerufen am 12. August 2012. Sie wurde nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst und die neue Königlich-Ungarische Staatsbank gegründet. Die erste unabhängige ungarische Zentralbank, die Ungarische Nationalbank, nahm ihre Tätigkeit am 24. Juni 1924 in Form einer Aktiengesellschaft auf. Die kommunistische Führung, die ab 1948 regierte, ließ im Zuge der Planwirtschaft keinen Spielraum für eine eigenständige Notenbankpolitik. Mit dem Gesetz über die Ungarische Nationalbank vom Oktober 1991 wurde die Unabhängigkeit der Zentralbank wiederhergestellt. Das Gesetz LVIII von 2001 über die Magyar Nemzeti Bank legte fest, dass die ungarische Regierung und die MNB für die Festlegung des Wechselkurssystems zuständig sind. Seit dem 26. Februar 2008 ist der Forint gegenüber dem Euro frei floatend. Seit dem Amtsantritt Viktor Orbáns ist die Euro-Einführung zurückgestellt.

Aufgaben Die MNB hält an einem mittelfristigen Inflationsziel von ungefähr 3 % fest. Dieses Ziel ist etwas höher als das grundsätzlich akzeptierte Inflationsniveau in Europa. Dies wird damit begründet, dass man der ungarischen Wirtschaft die Möglichkeit geben wolle, mit seinen Preisen auf das europäische Niveau aufzuschließen.

Der Präsident der Zentralbank wird vom ungarischen Präsidenten auf Vorschlag des Premierministers ernannt. Seine Amtszeit dauert sechs Jahre. Das wichtigste Entscheidungsorgan der ungarischen Zentralbank ist der monetäre Rat.

Im Ungarischen Gesetz ist die Rolle der MNB wie folgt festgeschrieben: „Das vorrangige Ziel der MNB soll es sein, Preisstabilität zu erreichen und zu erhalten. Ohne das Erreichen des ersten Zieles zu beeinträchtigen, soll die MNB die Wirtschaftspolitik der Regierung unterstützen, indem sie die ihr zur Verfügung stehenden geldpolitische Instrumente nutzt.“

Gouverneure RangNameMandatRangNameMandatRangNameMandat1Sándor Popovics(1924–1935)11János Vörös(1952–1955)21Zsigmond Járai(2001–2007)2Béla Imrédy(1935–1938)12László Háy(1956–1956)22András Simor (2007–2013)3Lipót Baranyai(1938–1943)13Dénes Szántó(1956–1960)23György Matolcsy(2013–2025)4Gyula Pósch(1943–1944)14Béla Sulyok(1960–1961)24Mihály Varga(2025-heute)5László Temesváry(1944)15Andor László (1961–1975)6Imre Oltványi(1945)16Mátyás Tímár(1975–1988)7Artúr Kárász(1945)17Ferenc Bartha(1988–1990)8Imre Oltványi(1945–1946)18Surányi György(1990–1991)9Ernő Csejkey(1946–1949)19Péter Ákos Bod(1991–1994)10Ferenc Jeszenszky(1949–1952)20György Surányi(1995–2001)

Gebäude Der 1905 vom Architekten Ignác Alpár entworfene Hauptsitz der MNB befindet sich in der Innenstadt Budapests am Szabadság tér, direkt neben der US-Botschaft.

Seit ihrem Bestehen sammelt die Ungarische Nationalbank zudem historische Zahlungsmittel, die 1974 in einer Dauerausstellung in einem Museum öffentlich zugänglich gemacht wurden.József Vadas: Museen in Budapest. Corvina Verlag, Budapest 1993, ISBN 963-13-3827-4, S. 124.

Der ungarische Rechnungshof kritisierte die Renovierung des Gebäudes als zu teuer.

Stiftung der Ungarischen Nationalbank Im Jahr 2014, unter der Präsidentschaft von György Matolcsy, gründete die ungarische Zentralbank mehrere Pallas-Athene-Stiftungen mit einer Kapitalzuführung von 266,4 Milliarden Forint. Der Zweck der Stiftung war es, Bildung, Kultur und Wissenschaft, besonders die Forschung von Ökonomen, zu unterstützen und zu fördern. Im Jahr 2019 wurden die Aufgaben der Stiftungen von der Nachfolgestiftung Pallas-Athene-Domus-Meriti-Stiftung (PADME) übernommen. Im Jahr 2025 war die Stiftung nicht mehr aktiv. Der Ungarische Rechnungshof führte eine Untersuchung durch, in der festgestellt wurde, dass die Stiftung enorme Summen in verschiedene Investitionen gesteckt hatte, die nicht den ursprünglichen Zielen entsprachen. Bei der Verwaltung des Stiftungsvermögens wurde schwere finanzielle Misswirtschaft festgestellt.

Siehe auch Liste der Zentralbanken Forint

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Einzelnachweise

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