Hugo-Heinz Schmick (* 30. März 1909 in Gelsenkirchen; † 19. Oktober 1982 in Pasing) war ein deutscher Chirurg, SS-Führer und KZ-Arzt.
Leben Schmick wurde als Sohn des Ingenieurs Heinrich Schmick und seiner Ehefrau Laura, geb. Merckens, geboren.Bundesarchiv: R 9361-III/553480, R 9361-III/177870. Nach dem Abschluss seiner Schullaufbahn am Gymnasium Gelsenkirchen an Ostern 1928 absolvierte Schmick ein Studium der Medizin, bis zur Physikumsprüfung 1930 an den Universitäten in Marburg und Greifswald, danach bis zum medizinischen Staatsexamen in 1934 in Göttingen. Ebenfalls in Göttingen promovierte Schmick 1935 mit der Dissertationsschrift Wandlungen in der Technik der geburtshilflichen Operationen in den letzten 10 Jahren zum Doktor der Medizin.
Zum 1. August 1935 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.681.138).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/37901542 Als Mitglied der SS (SS-Nummer 84.693) erreichte er im November 1942 den Rang eines SS-Obersturmbannführers der Reserve der Waffen-SS.Hugo-Heinz Schmick auf www.dws-xip.pl Ab 1936 war er als Truppenarzt bei der Leibstandarte SS Adolf Hitler eingesetzt. Von Oktober 1939 bis Juli 1940 war Schmick Lagerarzt im KZ Sachsenhausen und führte dort Menschenversuche mit dem Kampfgas Gelbkreuz an Häftlingen durch. Danach war er bis Mai 1941 im SS-Lazarett Hohenlychen tätig. Von August 1943 bis August 1944 war Schmick an der chirurgischen Abteilung der Universitätsklinik in Jena beschäftigt.Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007, S. 543. Ab April 1944 führte Schmick zusätzlich im KZ Buchenwald mehrere Monate Medizinversuche an Häftlingen zur „Beizung mit konzentrierter Carbolsäure bei infizierten Wunden“ durch.Uwe Hoßfeld, Jürgen John, Oliver Lehmuth und Rüdiger Stutz (Hrsg.): „Kämpferische Wissenschaft“. Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus, Köln 2003, S. 373. Von Oktober 1944 an war Schmick als Kommandeur der Sanitätsabteilung bei der SS-Gebirgs-Division Nord eingesetzt.Stefan Klemp: KZ-Arzt Aribert Heim. Die Geschichte einer Fahndung, Prospero Verlag, Münster / Berlin 2010, S. 65.
Nach Kriegsende war Schmick als Chirurg in Gräfelfing tätig. Wegen der Menschenversuche im KZ Buchenwald leitete die Staatsanwaltschaft München 1960 ein Ermittlungsverfahren gegen Schmick ein, das jedoch eingestellt wurde. Auch wegen der Kampfgasversuche im KZ Sachsenhausen wurde gegen Schmick ermittelt.
Literatur
Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. 3. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1997, ISBN 3-596-14906-1. Uwe Hoßfeld, Jürgen John, Oliver Lehmuth und Rüdiger Stutz (Hrsg.): „Kämpferische Wissenschaft“. Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus. Böhlau Verlag, Köln 2003, ISBN 3-412-04102-5. Stefan Klemp: KZ-Arzt Aribert Heim. Die Geschichte einer Fahndung, Prospero Verlag, Münster / Berlin 2010, ISBN 978-3-941688-09-4.
Weblinks
Einzelnachweise
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