mini|hochkant=1.2|Wegen seines gläsernen Hecks erhielt er den Spitznamen „Schneewittchensarg“: der Volvo P 1800 ES mini|hochkant=1.2|Mercedes-Benz W 125 „Silberpfeil“ Automobile Spitznamenmotorvision.de: heise.de: Autos und Ihre Spitznamen sind inoffizielle Bezeichnungen, Spott- oder Kosenamen für bestimmte Automodelle. Solche Spitznamen gibt es seit Beginn der automobilen Entwicklung. Schmeichelhaft, liebevoll, spöttisch oder abwertend entstehen sie oft für Fahrzeuge, die aufgrund ausgeprägter Eigenschaften das besondere Interesse des Publikums wecken. Einige der erfolgreichsten Modelle der Automobilgeschichte sind unter ihrem Spitznamen bekannter als unter der offiziellen Bezeichnung.

Der erste Volkswagen hieß zu Produktionsbeginn offiziell nicht „Käfer“, aber Ende der 1960er Jahre wurde das im 20. Jahrhundert meistgebaute Automobil im deutschsprachigen Raum unter diesem Namen vertrieben. Auch Volkswagen verwendete ihn schließlich selbst in der Werbung (Der Käfer … er läuft … und läuft … und läuft …). In den USA wird der Käfer „Beetle“, in Mexiko „Vocho“, in Brasilien „Fusca“ und in Frankreich „Coccinelle“ (Marienkäfer) genannt.

„Tin Lizzie“ („Blechliesel“) von Ford bezeichnet das Ford-T-Modell, das erste Volksauto und eines der meistgebauten Automobile.

Auch zahlreiche andere Autotypen haben im Volksmund Spitznamen erhalten, die über einfache Abkürzungen, wie z. B. Diplo für den Opel Diplomat oder Commo für den Opel Commodore hinausgingen.

Neben den hier genannten Spitznamen für bestimmte Autotypen bzw. Automodelle gibt es sie auch für spezifische einzelne Fahrzeuge (wie z. B. „Herbie“ und „Dudu“ für den VW Käfer aus den bekannten Filmen), Fantasiefahrzeuge (wie z. B. das „Batmobil“), Spezialfahrzeuge wie das „Papamobil“, Rennwagen wie das „Pink Pig“ (ein Porsche 917/20, auch „Die Sau“ genannt wegen seiner Lackierung), das „Turbinchen“ (ein Porsche 996 Turbo in der Rennversion von Jürgen Alzen Motorsport) oder die „Schwarze Witwe“ (ein Opel Rekord C als RenntourenwagenArtikel aus ams; abgerufen am 12. Juni 2014).

„Silberpfeil“ ist der inoffizielle Name der deutschen Grand-Prix-Rennwagen von Mercedes-Benz und Auto Union von 1934 bis 1939. Auch der 1954/55 von Mercedes-Benz in der Formel 1 eingesetzte W 196 und der 1952 und 1955 werksseitig eingesetzte Sportwagen 300 SL(R) wurden so genannt. Später wurden – bis in die heutige Zeit – einige Rennwagen ebenfalls so bezeichnet.

Auch Bezeichnungen für eine bestimmte Gruppe von Automobilen sind verbreitet, z. B. „Bauernporsche“ für Sportversionen von Alltagsautos oder „motorisierte Einkaufskörbe“ für kleine Einkaufsflitzer. Im süddeutschen Raum ist der Begriff „Rennsemmel“ für kleine sportliche Autos geläufig.

Zudem geben manche Autobesitzer ihrem Wagen einen individuellen (Spitz)namen. Umgekehrt wurde der Name der Frankfurter Prostituierten Rosemarie Nitribitt, die zeitweise einen schwarzen Mercedes 190 SL mit roten Ledersitzen fuhr, nach deren spektakulärer Ermordung auf den Fahrzeugtyp übertragen.Artikel zur Affäre in der Welt; abgerufen am 2. November 2010

Auch Motorräder erhielten mitunter Spitznamen. So wurde z. B. die DKW RM 350 wegen ihres kreischenden Motorgeräusches auch „Singende Säge“ genannt. Als den „Grünen Elefanten“ kennt man die Zündapp KS 601, als „Schwarze Josefine“ eine 250er Zweitakt-Zweizylinder-Tornax und „Gummikuh“ werden die ersten Vollschwingenmodelle von BMW genannt. Die Honda CX 500 schließlich bekam den wenig schmeichelhaften Beinamen „Güllepumpe“.

Bei Lastkraftwagen gibt es das Beispiel der Frontlenker-Lkw von Mercedes-Benz, die 1963 auf den Markt kamen. Sie hatten keine Motorhaube mehr, sondern eine kubische Kabine, in der der Fahrer über der Vorderachse saß. Die Fahrerhäuser waren nicht kippbar, sodass die Wartung durch zahlreiche Klappen und Türchen erfolgen musste, die über das ganze Fahrzeug verteilt waren. Dieser Umstand brachte diesen Fahrzeugen bei Fahrern und Mechanikern rasch den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Adventskalender“ ein. Der von 1958 bis 1961 gebaute Typ LP 333 wurde wegen seiner zwei lenkbaren Vorderachsen scherzhaft „Tausendfüßler“ genannt.

Herkunft bzw. Ursprung Meist ist ein äußeres Merkmal der Ursprung für den Spitznamen eines Autotyps. Der „Adenauer-Mercedes“, der „Strich-Achter“, „Die Göttin“ für den Citroën DS oder der „Gangster-Citroën“ sind einige der Ausnahmen, die ihren Spitznamen auf andere Weise erlangten.

Recht häufig wurden in Deutschland Fahrzeuge der Marken Mercedes, VW und Fiat mit Spitznamen versehen. Fast jede Modellgeneration des Ford Taunus (1939 bis 1976) erhielt einen anderen Namen im Volksmund, zumeist weil das amerikanisierte Design den deutschen Geschmack verfehlte und als überladen, kitschig oder hässlich galt. In der DDR gab es nur sehr wenige Automodelle; der Trabant erhielt viele Spitznamen.

Spitznamen für Automodelle sind seltener geworden. Zumeist erhalten heute solche Autos Spitznamen, deren Design allgemein als misslungen angesehen wird.[Ob Bulli, Barockengel oder Nutten-Ferrari: Kosenamen für Autos sind out, meinen Experten. Doch der Volksmund war und ist stets einfallsreich, wenn es um den eigenen Pkw geht. Ganz aussterben werden Auto-Spitznamen wohl nie. Frankfurter Rundschau vom 14. April 2011]

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