Die Landtagswahl in Baden-Württemberg 1968 fand am 28. April statt. Die SPD verlor stark, die CDU musste ebenfalls Verluste hinnehmen. Zugewinne gab es für die FDP/DVP und vor allem für die NPD, die aus dem Stand 9,8 % der Wählerstimmen erobern konnte. Die von Ministerpräsident Hans Filbinger geführte Große Koalition aus CDU und SPD wurde fortgesetzt.
Ausgangslage Die von Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger geführte CDU-FDP/DVP-Koalition wurde 1966 durch eine von Ministerpräsident Hans Filbinger geführte CDU-SPD-Koalition abgelöst. Als Oppositionspartei im Landtag fungierte bis 1966 die SPD, danach die FDP/DVP. Die Wahl fand kurz nach den „Osterunruhen“ statt, die sich nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 ereigneten. Dieses Ereignis war nach Meinung der meisten Beobachter Hauptgrund für das schlechte Abschneiden der SPD und das höchste Ergebnis der NPD, das diese jemals bei Landtagswahlen erreicht hat.Eckhard Jesse: Extremismus und Demokratie, Parteien und Wahlen. Historisch-politische Streifzüge. Böhlau, Köln 2015, S. 138 f.
Ergebnis + Ergebnis der Landtagswahl vom 28. April 1968 Partei Stimmen Anteil Sitze Kreis-wahl-vor-schläge Direkt-mandate Sitze 1964 CDU 1.718.261 44,23 % 60 70 60 59 SPD 1.124.696 28,95 % 37 70 9 47 FDP/DVP 560.145 14,42 % 18 70 1 14 NPD 381.569 9,82 % 12 70 DL 88.187 2,27 % 70 AUD 11.030 0,29 % 44 FSU 441 0,01 % 4 Einzelbewerber 318 0,01 % 1 gültige Stimmen 3.884.647 100,00 % 97,84 % 127 399 70 120 ungültige Stimmen 85.895 2,16 % Wähler Wahlbeteiligung 3.970.542 100,00 % 70,75 % Nichtwähler 1.641.700 29,25 % Wahlberechtigte 5.612.242 100,00 %
+Ergebnisse nach RegierungsbezirkenStatistisches Landesamt: Endgültige Ergebnisse der Wahl zum fünften Landtag von Baden-Württemberg am 28. April 1968 (PDF; 1040 KB).NordwürttembergNordbadenSüdbadenSüdwürttemberg-Hohenzollern Anzahl/Stimmen % Kreis-wahl-vor-schläge Direkt-man-date Sitze Anzahl/Stimmen % Kreis-wahl-vor-schläge Direkt-man-date Sitze Anzahl/Stimmen % Kreis-wahl-vor-schläge Direkt-man-date Sitze Anzahl/Stimmen % Kreis-wahl-vor-schläge Direkt-man-date Sitze Wahlberechtigte2.202.4201.253.6921.152.7941.003.336 Wähler1.591.08972,2867.13269,2800.58169,4711.74070,9Gültige Stimmen1.565.03498,4844.65097,4778.33497,2696.62997,9CDU604.34438,6272020366.37143,4161313392.83450,5141414354.71250,9131313SPD477.97630,527615271.75932,21639204.27126,2147170.69024,5136FDP/DVP275.12717,6271991.06710,816396.23612,414397.71514,0133NPD159.42210,227593.16611,016369.4328,914259.5498,5132DL42.7252,72720.0102,41614.2841,81411.1681,613AUD5.3520,3232.0860,267970,142.7950,411FSU880,011910,021620,01 —Einzelbewerber — —3180,01 —Überhang- undAusgleichsmandateCDU: 2 ÜberhangmandateFDP: 1 AusgleichsmandatCDU: 1 ÜberhangmandatCDU: 1 ÜberhangmandatCDU: 1 ÜberhangmandatSPD: 1 Ausgleichsmandat
Trivia Die FDP erreichte bei dieser Wahl letztmals ein Direktmandat bei einer Landtagswahl in einem Flächenland.Vgl. dagegen Bürgerschaftswahl in Hamburg 2020 #Ergebnis.
Siehe auch Liste der Mitglieder des Landtags von Baden-Württemberg (5. Wahlperiode) Kabinett Filbinger II
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#1968 Kategorie:Hans Filbinger Badenwurttemberg Landtagswahl