Die Liste historischer Stromausfälle umfasst Ereignisse, bei denen es zu einem großflächigen Stromausfall aufgrund einer Unterbrechung der Versorgung mit elektrischer Energie kam.

Große historische Stromausfälle

Datum nach Ortszeit.

Datum Region Vorfall 9. November 1965 Nordosten der USA Bei dem Stromausfall in Nordamerika im November 1965 im Nordosten der USA und in Teilen Kanadas fiel am 9. November 1965, 17:45 Uhr, der Strom aus. Etwa 30 Millionen Menschen waren davon betroffen. Viele befürchteten in den Zeiten des Kalten Kriegs, dass ein Atomkrieg die Ursache gewesen sei. Erst nach sechs Tagen wurde der Auslöser, ein defektes Strom-Relais in Ontario (Kanada), gefunden. 13. Juli 1977 New York City, NY, USA In New York City und in Gebieten des Westchester County nördlich von New York fiel in der Nacht durch Blitzeinschläge der Strom aus. Es kam zu Plünderungen und Unruhen, 3800 Menschen wurden festgenommen, und die Feuerwehr musste über 1000 Feuer löschen. und13.–18. Februar 1979 Nord-, Mittel- und Ostdeutschland Im Katastrophenwinter 1978/79 knickten viele Strommasten um; in der DDR brach die Braunkohleversorgung der Kraftwerke zusammen. 13. März 1989 Québec, Kanada (auch USA?) Nach einem Sonnensturm waren 6 Mio. Menschen für 9 Stunden ohne Strom. Darauf folgte ein geomagnetischer Sturm.Sonnenstürme : Grazer Station für das Weltraumwetter orf.at, 16. November 2022, abgerufen am 28. November 2022. 9. Mai 2000 Südportugal Am 9. Mai 2000 kurz nach 22:00 Uhr fiel in Südportugal einschließlich Lissabon über zwei Stunden lang der Strom aus. Electricidade de Portugal (EDP), zuvor teilprivatisiert mit nur noch halb so vielen Mitarbeitern, bzw. Netzbetreiber Redes Energéticas Nacionais (REN) berichteten später, der Auslöser des Ausfalls sei ein Storch gewesen, der gegen eine Hochspannungsleitung in Lavos (Figueira da Foz, ungefähr Landesmitte) geprallt sei, was einen Brand im großen Umspannwerk „Subestação de Rio Maior“ verursacht habe. Infolgedessen erschien die Geschichte um den „o apagão da cegonha“ (der Blackout des Storchs) im Panoramateil europäischer Zeitungen, die teils auch noch 2025„Manche Menschen in Portugal fühlten sich an einen Blackout im Jahr 2000 erinnert. Damals fiel der Strom im gesamten Süden des Atlantikstaats aus …“ – sueddeutsche.de: Notfallpläne aktiviert: Blackout legt Spanien und Portugal lahm. 28. April 2025, 19:30 Uhr.https://observador.pt/2025/04/28/portugal-ja-ficou-as-escuras-por-causa-de-uma-cegonha-e-de-um-incendio-em-franca/ darauf Bezug nehmen. Störche verursachen zwar öfters Stromausfälle, doch meist lokal begrenzt ohne Kettenreaktionen. 2000 Kalifornien, USA In Kalifornien gab es regelmäßig Stromausfälle aufgrund von Energieknappheit. Insbesondere im Jahr 2000 kam es vermehrt zu Stromausfällen durch nicht ausreichende Stromerzeugungskapazitäten. Erst nach der Enron-Pleite 2003 wurde bekannt, dass einige Betreiber die Knappheit künstlich herbeigeführt hatten, um die Marktpreise zu manipulieren. 3. April 2003 Bagdad, Irak Infolge des Irakkriegs lag die Fünf-Millionen-Metropole nahezu vollständig im Dunkeln. 14. August 2003 Nordosten der USA und Teile von Kanada Am 14. August 2003 kam es zu einem großflächigen Stromausfall im Nordosten der USA sowie in Teilen Kanadas. Der Ausfall war die Folge einer Marktaufsplittung und mangelnder Investitionen nach der Deregulierung des Strommarktes. Jahrzehnte alte Netze mit schlechter Wartung konnten die ständig steigende Last nicht mehr verkraften. Ein Zusammenbruch war schon seit Jahren vorausgesagt worden. 23. September 2003 Schweden In Südschweden und Ostdänemark fiel um 12:36 der Strom aus, wovon knapp 4 Millionen Menschen über mehrere Stunden betroffen waren; ca. 6,5 GW Leistung fehlten. Als Ursache wird eine Verkettung von mehreren Fehlern gesehen. Das Netz befand sich in einem normalen Betriebszustand, allein zwei HGÜ-Verbindungen waren zu Wartungszwecken deaktiviert. Zuerst kam es wegen eines defekten Dampfventils zu einer Schnellabschaltung im schwedischen Kernkraftwerk Oskarshamn. Einige Minuten später trat in einem Westküsten-Umspannwerk ein doppelter Sammelschienenfehler auf. Dies führte zum Abschalten von Übertragungsleitungen sowie weiterer Kraftwerke, so dass in Südschweden ein Leistungsdefizit auftrat. Die letzte noch aktive 400-kV-Leitung, die Südschweden mit dem Rest der NORDEL-Zone verband, wurde überlastet und eine Schutzabschaltung trennte das Netz auf. Daraufhin entwickelte sich im unterversorgten, isolierten Netzsegment Südschwedens und dem verbundenen Ostteil Dänemarks ein Frequenzkollaps. 28. September 2003 ItalienUCTE – Final Report of the Investigation Committee on the 28 September 2003 Blackout in Italy (PDF; 2,3 MB). In Italien und der Vatikanstadt kam es am 28. September 2003, 3:30 Uhr zu einem Stromausfall. Ursache war die Unterbrechung zweier Stromleitungen aus Frankreich und der Schweiz nach einem Lichtbogen zwischen Baum und Leitung an der Lukmanierleitung auf dem Gebiet der Gemeinde Ingenbohl. Da es am Wochenende und mitten in der Nacht geschah, kam es aber zu keinen größeren Zwischenfällen. Die Feier zur Weißen Nacht – eine Kulturnacht mit Opernaufführungen und Konzerten in Rom – endete allerdings ganz plötzlich, als die Lichter überall ausgingen. 12. Juli 2004 Athen, Griechenland In Athen und Umgebung kam es knapp einen Monat vor den Olympischen Spielen zu einem stundenlangen Stromausfall.Die Ursache für den Stromausfall in Athen war ein sogenannter Spannungskollaps. Bei einem Spannungskollaps verringert sich die elektrische Spannung im elektrischen Netz aufgrund zu geringer Blindleistungseinspeisung. Da die Spannungen in untergelagerten Verteilnetzen in der Regel automatisch geregelt werden, entziehen diese mit steigender Belastung dem übergeordneten Verbundnetz Blindleistung, die nicht mehr gedeckt werden kann. Es kommt zum Zusammenbruch der Spannung und damit zur Unterbrechung der Stromversorgung. Im Juli 2004 waren zwar genügend Wirkleistungsreserven vorhanden, aber die Blindleistungskapazitäten waren nicht ausreichend.Grund für diese Entwicklung dürfte die zunehmende elektrische Last durch zunehmende Klimatisierung sein. Kleinklimaanlagen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie einen hohen Bedarf an Blindleistung aufweisen, ein Effekt, der auch den „Blackout“ in den USA im August 2003 begünstigte. 22. Juni 2005 SchweizSBB – Bericht zur Strompanne vom 22. Juni 2005. (). Das gesamte Eisenbahnnetz der Schweizerischen Bundesbahnen SBB wurde erstmals um 17:35 Uhr wegen einer durch Überlast automatisch abgeschalteten 132-kV-Übertragungsleitung vollständig lahmgelegt.Der Blackout bei den SBB. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8–9/2005, S. 373–379. Zur Überlastung kam es, da von drei Verbindungen zwischen den Kraftwerken im Alpengebiet und der Zentralschweiz gleichzeitig zwei wegen Bauarbeiten an der Autobahn A2 außer Betrieb waren. Die Übertragungskapazität der verbleibenden dritten Leitung wurde durch falsche Angaben in der Anlagendokumentation um 30 MW zu hoch eingeschätzt, so dass die Schutzgeräte die Leitung abschalteten, obwohl noch Reservekapazität angenommen wurde. Das Hochspannungsnetz wurde dadurch in zwei Teile geteilt: Während sich im Süden die Kraftwerke wegen fehlender Last abschalteten, fehlten in der restlichen Schweiz rund 200 MW. Auch die beiden Leitungen aus Deutschland konnten die fehlende Leistung nicht ausgleichen, so dass sich nach und nach die restlichen Kraftwerke wegen Überlast abschalteten. 200.000 Pendler steckten in rund 1500 Zügen fest und mussten bei hochsommerlichen Temperaturen ohne Klimaanlage ausharren. Nach drei Stunden konnte die Stromversorgung wiederhergestellt werden.Bei der Untersuchung des Vorfalls stellte sich heraus, dass ein Grund für den großflächigen Ausfall eine falsche Netzsteuerung war: Hätte man frühzeitig einige kleinere Bereiche abgeschaltet, hätte man Angebot und Nachfrage eher wieder in Übereinstimmung bringen können, und der ganz große Ausfall hätte vermieden werden können. 25. November 2005 Münsterland, Deutschland Nach heftigen Schneefällen ereignete sich im Norden Nordrhein-Westfalens sowie in Teilen Südwest-Niedersachsens einer der größten Stromausfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Besonders betroffen war das westliche Münsterland mit den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt. Von rund 250.000 betroffenen Menschen waren viele bis zu drei Tage lang völlig ohne Strom, einzelne Gehöfte und Ortschaftsteile über fünf Tage, bis sie mit Notstromaggregaten versorgt oder provisorisch wieder an das Stromnetz angeschlossen werden konnten. Erste Schätzungen der IHK Nord-Westfalen gingen von einem wirtschaftlichen Schaden von 100 Millionen Euro aus.Ursache für den Stromausfall waren eingeknickte Strommasten und gerissene oder sehr tiefhängende Hochspannungsleitungen. Der sehr nasse Schnee setzte sich auf den Leitungen außergewöhnlich fest und umhüllte sie mit einem Eispanzer, dessen Durchmesser ein Vielfaches des Durchmessers der Leitungen annahm. Hinzu kam kräftiger Wind, der diese durch die vergrößerte Windangriffsfläche in Schwingungen versetzte. Dem hohen Gewicht des Schnees und den auftretenden Schwingungen hielten viele Masten und Leitungen nicht stand und knickten ein oder rissen. 4. November 2006 EuropaUCTE (2007): Final Report – System Disturbance on 4 November 2006 (PDF). Um 22:09 Uhr kam es zu einem größeren Stromausfall in Europa. Teile von Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich und Spanien waren teilweise bis zu 120 Minuten ohne Strom, und sogar in Marokko waren die Auswirkungen spürbar. Auslöser war die planmäßige zeitweilige Abschaltung einer von E.ON betriebenen 380-kV-Hochspannungsleitung bei Weener am Abend des 4. November 2006 für die Ausschiffung der Norwegian Pearl, eines auf der Meyer Werft in Papenburg gebauten Kreuzfahrtschiffes. 2008 Neuseeland 26. Februar 2008 Florida, USA Durch einen Störfall in einem Umspannwerk des US-Energieversorgers Florida Power & Light im US-Bundesstaat Florida brach die Energieversorgung im Großraum Miami zusammen. Über das betroffene Umspannwerk sind drei der Blöcke der Kraftwerkanlage Turkey Point angeschlossen. Die beiden Kernreaktoren wurden aufgrund des Lastabwurfes automatisch heruntergefahren. Infolge des Zwischenfalls fielen acht weitere Kraftwerke in Florida mit einer Gesamtleistung von 3,4 GW aus und über 3 Millionen Menschen waren ohne elektrische Energieversorgung. 11. März 2011 Osten und Nordosten von Japan Im Zuge des Tōhoku-Erdbebens 2011 um 14.46 Uhr Ortszeit mit anschließendem Tsunami und dem Schnellabschalten von 11 Reaktoren wurde vom Betreiber TEPCO um 15.42 Uhr ein erster nuklearer Notfall im Kraftwerk Fukushima gemeldet. Insgesamt waren 5,5 Millionen Haushalte ohne Strom. 8. September 2011 Kalifornien, Arizona, USA und Mexiko Aufgrund einer Panne bei einer 500-Kilovolt-Leitung zwischen Kalifornien und Arizona kam es in Kalifornien, Arizona und im Norden von Mexiko zu einem Stromausfall, von dem 1,4 Millionen Haushalte bzw. 5,7 Millionen Menschen betroffen waren. 31. Juli 2012 Indien Der bisher größte Stromausfall in der Geschichte der Menschheit betraf über 600 Millionen Menschen in Nord- und Ostindien. Dieser ereignete sich aufgrund einer Überlastung des Stromnetzes in 20 von 28 Bundesstaaten Indiens. Bereits am Tag zuvor brach in diesen Regionen für mehrere Stunden das Stromnetz großflächig zusammen, wovon etwa 300 Millionen Menschen betroffen waren. 19. Februar 2019 Berlin-Köpenick, Deutschland Am 19. Februar kam es zum bis dahin längsten Stromausfall im Berliner Stadtgebiet seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Bauarbeiter hatten bei Abrissarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke zwei 110-Kilovolt-Stromkabel durchtrennt.