Der Einband mit gebrochenem Rücken ist eine bibliophile Einbandart für Bücher, welche durch Vereinfachung aus dem Bradelband entstanden ist.

Entwicklung Ursprünglich war der Einband mit gebrochenem Rücken als einfache Einbandvariante mit einem einfachen, dünnen Pappdeckel gemacht worden (Pappband). Das Falzgelenk wurde mit dem Falzbein um den Rücken herum gebrochen. Von da stammt auch der Name.

Später wurden die Pappdeckel dicker, so dass eine dünnere Rückeneinlage nötig wurde. Beim gebrochenen Rücken wird die Rückeneinlage immer noch um den Rücken des Buchblocks herum gebrochen oder teilweise auch gerillt. Die Rückeneinlage wird auf ein Packpapier kaschiert und anschließend mit den überstehenden Papierfalzen bündig an die Deckel gezogen (ähnlich wie beim einfach angesetzten Schreibbuch). Bei HenningsenThorvald Henningsen: Das Handbuch für den Buchbinder. 2. Ausgabe. Rudolf Hostettlerverlag u. a., St. Gallen u. a. 1969, S. 129ff., BradeHans Bauer, Paul Kersten: Ludwig Brade’s illustriertes Buchbinderbuch. Ein Lehr- und Handbuch der gesamten Buchbinderei und aller in dieses Fach einschlagenden Kunsttechniken. 6. neu verbesserte und vermehrte Auflage. Knapp, Halle (Saale) 1916, S. 161ff. und MoessnerGustav Moessner: Die täglichen Buchbinderarbeiten. Eine Unterweisung in die einfachen Arbeiten der Buchbinderei. Max Hettler Verlag, Stuttgart 1969, S. 123ff. (2. Auflage. Schlüter, Hannover 1986, ISBN 3-87706-331-4). wird der Rückenschrenz so breit zugeschnitten, dass die Deckel direkt auf die überstehende Rückeneinlage geklebt wird. Nach dem Verschleifen der Ansetzfalze wird die Buchdecke meist mit Papier (Buntpapier) überzogen. Je nach verwendeter Vorsatzart kann der Einband mit gebrochenem Rücken als Deckenband oder wie ein Franzband am Buchblock hergestellt werden.

Einzelnachweise

Kategorie:Einbandart