thumb|Herkules thumb|Genius, der Zepter und Schild mit dem polnisch-sächsischen Wappen hält

Das Deckengemälde im Thronsaal König Augusts II. im Dresdner Residenzschloss wurde im Jahre 1719 von Louis de Silvestre geschaffen. Es war eine „Allegorie auf die weise Regierung des Hauses Wettin“Abbildungen 3/4. In: Harald Marx: Die Gemälde des Louis de Silvestre. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresden 1975. und, dem ausdrücklichen Befehl des Königs gemäß, auf Leinwand aufgemalt, damit, falls die Decke des Saales einmal demoliert werden müsste, die Leinwand anderweitig verwendet werden könne. Signatur und Datierung lauten: 1719 Silvestre pinxit.Harald Marx: Die Gemälde des Louis de Silvestre. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresden 1975, S. 34. Das Gemälde wurde nach seiner Zerstörung 1945 nach alten Fotos in den Jahren 2016/18 rekonstruiert.

Beschreibung thumb|left|Figurengruppe der drei Laster: Neid, Wut u. Verleumdung (rechts) mit Blasebalg: „1719. Silvestre pinxit“. thumb|left|Polnisch-sächsisches Wappen

Gustav Otto Müller beschreibt es so:

Gurlitt schildert das Bild im Inventar der Sächsischen Bau- und Kulturdenkmäler:

Für Harald Marx steht fest, dass Gurlitt weder die Urheberschaft Silvestres noch die Datierung bekannt gewesen sein könne, da er sie nicht erwähnt. Thema des Bildes sei die „Apotheose der weisen Regierung des Hauses Wettin“. Silvestre habe in diesem Gemälde mit der aus dem Genius, Eris und Herkules bestehenden Figurengruppe eine „ideale politische Konzeption“ darstellen wollten. Der Genius, geschützt von einem ovalen Schild mit dem sächsisch-polnische Wappen, dringe mit erhobenem Zepter auf Eris, die Göttin der Verleumdung, der Zwietracht und des Zornes, ein. Eris sei zuvor von Herkules bezwungen worden. Diese antiken Göttergestalten sollten August den Starken und seine Taten in eine „mystische Sphäre“ erheben. Das Haus Wettin (Herkules) bezwinge Zwietracht, Verleumdung und Hass (Göttin), auf dass Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und Stärke (Genius mit Zepter) obsiegten. Somit werde die römische Antike zum Instrument der „Bewußtseinsbildung im absolutistischen Sinne“. Das Motiv gehe auf ein Gemälde Bon Boullognes, dem Sohn von Louis Boullogne und Silvestres Lehrer, zurück. mini|hochkant|Neufassung des ehemaligen Deckengemäldes von Louis de Silvestre im Audienzgemach Dezallier d'Argensville beschreibt dieses Bild im Pariser Palais de Justice:

Zerstörung und Neufassung Das Deckengemälde wurde am 13. Februar 1945 zusammen mit den Schlossräumen zerstört. Während Inventar-Ausrüstungen der Räume durch Auslagerung vor der Vernichtung bewahrt werden konnten, war dies für die bildlichen Darstellungen nicht möglich. Deshalb wurden die Deckengemälde beim Aufbau der Paraderäume im Dresdner Residenzschloss nach den alten Fotos in den Jahren 2016/18 rekonstruiert. In dieser neuen Fassung sind sie jetzt seit September 2019 wieder Teil der erlebbaren Räume im 2. Obergeschoss des Dresdner Schlosses.

Literatur Norbert Oelsner: Dresden, Residenzschloss (cbdd10284). In: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni. München 2021. Online-Zugang zu dem Artikel Harald Marx: Zur dekorativen Malerei des 18. Jahrhunderts in Sachsen, Kunstgeschichtliche Dissertation. Halle/Saale 1971, S. 65–70. (Kapitel: Die Deckenbilder für Schlafzimmer und Thronsaal des Dresdener Residenzschlosses)

Weblinks

Einzelnachweise

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