Die Borgias (Originaltitel: The Borgias) ist eine historisch-fiktionale Fernsehserie von Oscarpreisträger Neil Jordan über die berühmt-berüchtigte Borgia-Familie, die im Italien des 15. Jahrhunderts zu Macht und Reichtum gelangte. Oscarpreisträger Jeremy Irons spielt darin den Familienpatriarchen Rodrigo Borgia, der 1492 Papst Alexander VI. wurde, François Arnaud und Holliday Grainger stellen seine bekanntesten Kinder, Cesare Borgia und Lucrezia Borgia, dar.
Die Serie gilt als die inoffizielle Nachfolgeserie von Die Tudors und besteht aus drei Staffeln und 29 Episoden. Die Erstausstrahlung erfolgte in den Vereinigten Staaten am 3. April 2011 bei Showtime, während sie im deutschsprachigen Raum ab dem 9. November 2011 auf ProSieben zu sehen war. auf plonki.com Sie ist nicht zu verwechseln mit der deutsch-französisch-österreichischen Koproduktion Borgia (mit John Doman als Papst Alexander VI.), die ab Oktober 2011 im ORF und dem ZDF erstausgestrahlt wurde.
Handlung Staffel 1 Rom im Jahr 1492: Kardinal Rodrigo Borgia, ein Geistlicher mit einer Mätresse und vier unehelichen Kindern, steht kurz vor der Erfüllung seines Traums, Papst zu werden, als der alte Papst Innozenz VIII. stirbt. Mit Hilfe seiner Söhne Cesare und Juan gelingt es ihm, durch Bestechung die Mehrheit der Kardinäle für sich zu gewinnen und so die Wahl des neuen Papstes zu seinen Gunsten zu manipulieren. Er wird Papst Alexander VI., doch hat er jetzt mehr mächtige Feinde denn je. Besonders die Kardinäle Orsino Orsini und Giuliano della Rovere versuchen, ihn mit allen Mitteln aus dem Weg zu räumen. Bereits wenige Tage nach der Wahl verhindert Cesare mit Hilfe des Söldners Micheletto Corella einen Mordanschlag auf seine Familie. Micheletto wird Cesares ständiger Schatten und ausführendes Organ.
Um sich politisch abzusichern, verheiratet Alexander seine Tochter Lucrezia in einer politisch vorteilhaften Ehe mit dem gewalttätigen und trunksüchtigen Giovanni Sforza von Pesaro, erhebt Cesare zum Kardinal und macht Juan zum Anführer der päpstlichen Streitkräfte. Doch della Rovere gewinnt bald die Unterstützung des französischen Königs Karl, der mit seiner Armee in Italien einfällt, um Papst Alexander zu stürzen. Die Borgia stehen kurz vor ihrem Fall. Nur durch eine List gelingt es Alexander, Rom vor der Plünderung durch die Franzosen zu retten. König Karl zieht nach Neapel weiter und tötet den dortigen Prinzen Alfonso. Cesare und Micheletto entführen Giovanni Sforza und zwingen ihn, sich von Lucrezia scheiden zu lassen durch ein Geständnis angeblicher Impotenz. Lucrezia ist somit frei von ihrem verhassten Ehemann.
In der Folgezeit wird mit allen Mitteln in Rom die Macht gesichert.
Staffel 2 Lucrezia bringt ein Kind zur Welt, Giovanni, den unehelichen Sohn ihres Geliebten, des Pferdeknechtes Paolo. Als ihr Bruder Juan von der Liebschaft erfährt, lässt er kurzerhand Paolo töten und stellt es als Selbstmord dar.
In der Folgezeit entsendet der Papst Juan nach Spanien, um ihn dort zu verheiraten und ihn nach dem Skandal um Paolo aus Rom zu entfernen.
Cesare Borgia, noch immer im verhassten Kardinalsrock, spioniert derweil in der Festung Forlì die raffinierte Feindin Caterina Sforza aus. Er beginnt ein Verhältnis mit ihr, das sie jedoch rasch beendet und ihn demütigt. In einer Verkettung der Umstände tötet Cesare dabei im Affekt seinen Ex-Schwager Giovanni Sforza und flieht mit Micheletto überstürzt aus Forlì.
Zur gleichen Zeit beginnt der im Untergrund agierende, vertriebene Kardinal della Rovere, einen Mord an Papst Alexander zu planen und selbst den Stuhl Petri zu besteigen. In dem jungen Mönch Antonello findet er sein Werkzeug. Antonello wird durch einen Mord schließlich als Vorkoster in die Nähe des Papstes gebracht.
Cesare trifft in Florenz auf den Staatsmann Niccolò Macchiavelli. Die goldene Stadt der Medici versinkt in einem religiösen Wahn unter der Herrschaft des Eiferers Girolamo Savonarola. In seiner Eigenschaft als Kardinal soll Cesare den populären Wahnpredier verhaften und der Inquisition übergeben. Ein Vorhaben, das zunächst an der Popularität des Savonarola scheitert.
Rom befindet sich im Krieg mit Forlì. Als die päpstlichen Truppen die Festung angreifen sollen, wird der mittlerweile syphiliskranke Juan Borgia zurück nach Rom berufen. Ein Unternehmen, das zum Scheitern verurteilt ist, vor allem wegen der zunehmenden geistigen Labilität Juans, der der Familie mehr Last als Nutzen ist.
Cesare verhaftet Savonarola, fälscht ihm ein Geständnis der Ketzerei und lässt ihm die Zunge herausschneiden. Die öffentliche Verbrennung des Fanatikers beendet eine Epoche. Die Macht der Borgia ist wieder aufgebaut. Lucrezia wird in eine Ehe mit dem jungen Alfonso von Aragon gedrängt, einem neapolitanischen Prinzen.
Auf der Tauffeier von Lucrezias Sohn Giovanni beleidigt der betrunkene Juan zuerst Lucrezia und versucht in Folge, ihren Sohn zu töten. Cesare entschließt sich daraufhin zu handeln und lauert Juan im Juni 1497 nachts in Rom auf, als dieser aus einem Opiumhaus kommt. Die zerstrittenen Brüder versöhnen sich scheinbar, doch als Juan Cesare auffordert: "Befreie dich, Bruder!", ersticht Cesare ihn und versenkt seine Leiche im Tiber. Cesare gesteht den Mord seinem Vater, der ihn darauf aus dem Kardinalskollegium entlässt. Papst Alexander bestattet seinen ermordeten Sohn selbst und wird gleich danach von Antonello in einem selbstmörderischen Anschlag vergiftet. In der letzten Szene stirbt Antonello durch Selbstmord, während Papst Alexander röchelnd seinem verbliebenen Sohn Cesare in die Arme fällt.
Staffel 3 Die dritte Staffel knüpft direkt an das Ende der zweiten Staffel an: Papst Alexander VI ist 1497 in Della Roveres Auftrag von Antonello vergiftet worden. Der Pontifex scheint verloren und bereits im Sterben. Da seine Tochter Lucrezia das nicht zu akzeptieren bereit ist, versucht sie ihn durch das Einflößen von Asche in den Mund zu retten. Einen ganzen Tag ringt der Papst mit dem Tode. Unterdessen verhindern Cesare und Micheletto einen Mordanschlag auf die Borgia-Familie und üben grausame Rache an den Ordensbrüdern Della Roveres. Giuliano della Rovere flieht aus Rom und rettet nur sein nacktes Leben. Dem Verräter folgen die Kardinäle Francesco Todeschini Piccolomini und Julius Versucci. Versucci wird von Micheletto aufgespürt und begeht Suizid.
Nachdem Papst Alexander von seinem Giftanschlag genesen ist, widmet er sich nach dem Sieg über die Feinde im eigenen Haus der Außenpolitik. Lucrezia wird mit Alfonso von Aragon verheiratet, Cesare schickt er nach Frankreich, wo er die junge Charlotte d'Albret zur Frau nimmt. Die Macht der Borgias aber schwankt noch immer, wie auch ihr Ansehen. Als der neapolitanische König Ferdinand Lucrezias Sohn Giovanni nicht in der Ehe seines Vetters Alfonso dulden will, lässt Lucrezia ihn töten und verhilft somit dem gerissenen Prinzen Federico zum Königsthron Neapels, welcher mit der Feindin der Borgias Caterina Sforza verbündet ist. Lucrezia wird zur Geisel und zum Sicherheitsgarant eines Friedensschlusses für die Sforzas. Durch List jedoch gelingt Lucrezia und Alfonso die Flucht und sie werden von Cesare nach Rom gebracht.
Cesare plant einen Krieg gegen die Sforzas und beginnt zugleich eine Affäre mit seiner Schwester Lucrezia, die unglücklich mit ihrem trinkfreudigen und dummen Ehemann Alfonso ist. Zwischen Cesare und Alfonso entsteht ein mörderischer Hass. Cesare hebt französische Söldnertruppen aus, die Zeichen stehen auf Krieg. Dem zum Trotz begeht der Papst groß angelegt die Neujahrsfeier des Jubeljahres 1500, wo auch alle Feinde der Borgias zum Bankett geladen sind.
Wenig später töten Cesare und Micheletto das Oberhaupt des Sforza-Clans Ludovico il Moro und Caterina Sforzas jugendlichen Sohn Benito.
Cesare belagert die Festung Forlì und kann sie mit Hilfe von Michelettos Ortskenntnis über ein Tunnelsystem stürmen. Caterina Sforza wird festgenommen und nach Rom gebracht, wo man sie in der Engelsburg in Festungshaft setzt.
Die siegreichen Borgias Alexander VI und Cesare schwören sich, eine Dynastie zu errichten, ein römisches Königreich gemäß Cesares Worten: Aut Caesar, aut nihil. Der Pakt zeigt den unermesslichen Größenwahn dieser beiden Männer.
In der letzten Szene besucht Cesare im Jahre 1503 Lucrezia in ihrem Palazzo, wobei er statt auf sie auf den betrunkenen Alfonso trifft. Beim anschließenden Duell tötet Cesare Alfonso mit seinem Rapier. Lucrezia vergiftet den schwer verletzten Alfonso, um ihm die Qual zu erleichtern und beschmiert sich ihr Gesicht mit Alfonsos Blut, das sie niemals abwaschen will, da der Tod Alfonsos ihre Liebe zu ihm wieder geweckt hat. Die Serie endet mit Cesares Worten zu seiner Schwester: Du bist durch das Blut gereinigt.
Hauptfiguren Rodrigo Borgia Rodrigo ist der Patriarch der Familie und als Spanier ein verachteter Außenseiter in Rom. Getrieben von der großen Ambition Papst zu werden, ist er dennoch ein liebevoller Familienvater, der seine Position als Kardinal zu nutzen weiß, um seine Kinder und sich selbst zu Macht und Reichtum zu bringen. Gerissen und clever manövriert er seine Feinde aus und wird schließlich Papst. Nachdem die Beziehung zu seiner langjährigen Mätresse Vanozza de’ Cattanei, die ihm die Kinder Cesare, Juan, Lucrezia und Jofré schenkte, abkühlt, beginnt er eine skandalöse Affäre mit der römischen Schönheit Giulia Farnese.
Cesare Borgia Rodrigos und Vannozas ältester Sohn, Cesare, trat auf Befehl seines Vaters in dessen Fußstapfen und wurde Priester – gegen seinen Willen. Scharfsinnig und skrupellos dient er seinem Vater als Berater und Vollstrecker und mordet zum Schutz seiner Familie. Seiner Schwester Lucrezia und seiner Mutter ist er hingebungsvoll zugetan, seinen Bruder Juan jedoch, den er für den Liebling des Vaters hält, beneidet er zutiefst um die weltliche Karriere und seine Position als Anführer der päpstlichen Streitkräfte.
Lucrezia Borgia Die hübsche 14-jährige Lucrezia und einzige Tochter der Familie ist zunächst ein naives Mädchen und der Liebling ihres Vaters und ihres Bruders Cesare. Nachdem ihr Vater Papst geworden ist, muss das intelligente, scharfsinnige Mädchen schnell erwachsen werden, denn zum Vorankommen der Familie verheiratet Rodrigo sie aus politischen Gründen an den unattraktiven, brutalen Giovanni Sforza.
Vanozza de Cattanei Die langjährige Geliebte und Mutter von Rodrigos vier Kindern wird vom Papst beiseitegeschoben, als sein Auge auf die jüngere und schönere Giulia Farnese fällt. Doch auch wenn sie nicht mehr das Bett mit Rodrigo teilt, bleibt Vanozza die Matriarchin einer eng verbundenen Familie, deren Kinder in ihrem Haus ein und aus gehen und ihr liebevoll zugetan sind.
Giulia Farnese Die schöne Giulia Farnese, genannt La Bella, ist unglücklich verheiratet, als sie die Aufmerksamkeit des neuen Papstes erregt. Schnell wird sie seine Geliebte. Geschickt ihre Reize und ihren Verstand nutzend, wird sie bald sogar zur Beraterin des Papstes und freundet sich mit dessen Tochter Lucrezia an.
Juan Borgia Juan ist der zweitälteste Sohn Rodrigos und Vanozzas, der Liebling seines Vaters, Herzog von Gandia und Anführer der päpstlichen Streitkräfte. Der arrogante junge Mann ist ein unfähiger Prahler, dem die Aufgabe seine Familie zu beschützen rasch über den Kopf wächst. Während sein Bruder die Drecksarbeit erledigt, treibt Juan sich lieber in Bordellen und Tavernen herum.
Micheletto Der Meuchelmörder Micheletto ist der professionelle Vollstrecker der Borgia. Zunächst von deren Gegnern angeheuert, die Borgia zu ermorden, wechselt er die Seiten und dient nun Cesare. Micheletto wurde in Forlì geboren, wo er eine homosexuelle Beziehung unterhielt. Er verließ Forlì, nachdem er seinen eigenen Vater ermordete. Später unterhält Micheletto eine Beziehung mit dem Spion Pascal.
Jofré Borgia