Der Ruhrstab, auch Ruhrstab Speer, wurde von Albert Speer im August 1943 in Essen-Kettwig eingerichtet, um Produktion und Reparaturmaßnahmen im Ruhrgebiet insbesondere in kriegswichtigen Betrieben zu organisieren. Der Grund war, dass die Offensive Battle of the Ruhr bis Ende Juli 1943 als Teil der Luftangriffe auf das Ruhrgebiet erhebliche Schäden verursacht hatten.Karola Fings: Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden. 2005, ISBN 3-506-71334-5, S. 104 (online).

Dem Ruhrstab gehörten Vertreter des Rüstungsministeriums, der Wehrmacht, der Wirtschaft, der Organisation Todt und der Deutschen Arbeitsfront an.Jürgen John, Horst Möller: Die NS-Gaue: regionale Mittelinstanzen im zentralistischen „Führerstaat“. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2007, ISBN 978-3-486-58086-0, S. 313 (online).

Sitz des Ruhrstabs war der Charlottenhof. Der untergliederte „Stab Rohland“ für den Aufgabenbereich „Eisen und Stahl“ unter Leitung von Walter Rohland befand sich unweit auf Schloss Landsberg. Zu den maßgeblichen Persönlichkeiten im Ruhrstab zählte neben Rohland Albert Vögler.Stefan Klemp: „Richtige Nazis hat es hier nicht gegeben“: eine Stadt, eine Firma, der vergessene größte Wirtschaftsführer und Auschwitz. 2. Auflage, Münster, 2000, ISBN 3-8258-4604-0, S. 398 (online).

Speer wurde nur im Notfall zu den Sitzungen hinzugezogen. Er ernannte Vögler zu seinem Stellvertreter um den Entscheidungen des Ruhrstabes, die den Charakter »Ministerieller Weisungen« hatten, den nötigen Druck zu verleihen.Walter Rohland: Bewegte Zeiten. Stuttgart 1978, S. 95 f.

Mitglieder Der Ruhrstab umfasste folgende Mitglieder:Dietrich Eichholtz: Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft. Berlin 1985, Band 2, S. 143 f.Gregor Janssen: Das Ministerium Speer. Berlin 1968, S. 376. Rohland: Bewegte Zeiten. S. 96. Albert Speer, Leiter

Albert Vögler, Stellvertreter

General Kurt Erdmann, Chef des Stabes

Generaldirektor Hans Reuter (Rüstungsobmann VI b), Zulieferindustrie

Generaldirektor Walter Rohland, Gruppe Stahl und Eisen

Direktor Hans-Günther Sohl (Eisenschaffende Industrie)

Hermann Winkhaus, Chemie

Generaldirektor Ernst Buskuehl von der Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau Ruhr und Bergbau-Verein, Kohle

Generalkonsul Moritz Klönne, Rüstungsobmann VI a

Direktor Nuber (VKW), Energie

Gauhauptstellenleiter Hörner, (Wehrkreisbeauftragter VI, Vorsitzer der Rüstungskommission VI), Durchführung der Aufgaben des Technischen Amtes

Adam, OT Einsatzgruppenleiter Ruhr, bauliche Wiederinstandsetzung bei Fliegerschäden

Oberdienstleiter Theodor Hupfauer, Einsatzstab Rhein-Ruhr der DAF, Betreuung der Arbeitskräfte

Stadtbaudirektor Gunschemann, Beauftragter »Ruhr« des GB-Bau

Generaldirektor Rüdiger Schmidt, Rheinisch-Westfälisches Kohlensyndikat

Direktor Kretschmer (RWE), Lastverteiler Strom

Direktor Wunsch, Lastverteiler Gas

Direktor Fritz Imhoff, Lastverteiler Wasser

Präsident des Landesarbeitsamtes Dortmund Friedrich Gärtner, Arbeitseinsatz

Beauftragter des Reichsverkehrsministeriums Dr. Köhle

Beauftragter des Reichsverkehrsministeriums Ministerialrat Müller

Oberstleutnant Hütten, Luftschutz

Reichsbahndirektionspräsident Lammers

Einzelnachweise

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