mini| Emilie Heins (* 5. März 1776vgl. Gudrun Perrey: Das Leben der Caroline Rudolphi (1753–1811). Erzieherin – Schriftstellerin – Zeitgenossin. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2010, S. 302, Anmerkung 297 oder 1778vgl. Ernestine Voß: Erinnerungen an Emilie Heins. Gedruckt bei Carl Georgi, Bonn 1831, S. 5, urkundlich nicht nachweisbar in Hamburg; † 3. Februar 1831Todtenbuch der Providenzkirche in Heidelberg, Bd. 43, S. 334, heute: Landeskirchenamt Karlsruhe, Beerdigtenregister der Providenzkirche Heidelberg in Heidelberg) war eine deutsche Erzieherin. Sie wurde 1829 von der Stadt Heidelberg für die Leitung des ehemaligen „Rudolphi-Instituts“ ausgezeichnet.

Leben Emilie Heins, jüngste Tochter des Hamburger Kaufmanns Bernhard Andreas HeinsStaatsarchiv Hamburg 741-2, Genealogische Sammlung Heins (Johanna * 5. März 1776), wurde im Alter von 16 Jahren als Waise in das Mädchenbildungs-Institut von Caroline Rudolphi in Hamm bei Hamburg aufgenommen.vgl. Ernestine Voß, S. 7 Dort bildete sie sich nach der eigentlichen Schulzeit durch praktische Mitwirkung zur Erzieherin aus.vgl. Gudrun Perrey, S. 113f

Im Jahr 1803 nahm sie am Umzug des Instituts nach Heidelberg teil und erfüllte bereits Aufgaben einer Gehilfin Caroline Rudolphis.vgl. Ernestine Voß, S. 9f Von Besuchern und Freunden des Heidelberger Instituts war Emilie Heins als Erzieherin geachtet, wie es zum Beispiel für Johann Heinrich Voß von seiner Frau Ernestine bezeugt wird.vgl. Ernestine Voß, S. 15

Nach dem Tod von Caroline Rudolphi entschloss sich Emilie Heins, die Bildungseinrichtung zunächst in kleinerem Umfang fortzuführen. Sie gab ihr aber in den folgenden zwanzig Jahren eine weitere Blütezeitvgl. Gudrun Perrey, S. 274 und 282, von 1816 an zusammen mit ihrer Schwester Elise Bartholomayvgl. Ernestine Voß, S. 23 (〰 26. Dezember 1773Staatsarchiv Hamburg, Taufregister von St. Katharinen in Hamburg in Hamburg; † 27. Februar 1843Todtenbuch der Providenzkirche in Heidelberg, Bd. 44, S. 380 in Heidelberg), die auch in Hamburg von Caroline Rudolphi ausgebildet worden war.vgl. Ernestine Voß, S. 6

Emilie Heins starb nach längerer Krankheit am 3. Februar 1831. Das Institut bestand bis etwa 1840 unter Elise Bartholomay weiter.

Leistungen Emilie Heins führte das angesehene Bildungsinstitut von Caroline Rudolphi „mit ebenso viel mütterlichem als kindlichem Geiste schön und glücklich“Friedrich Heinrich Christian Schwarz: an die Pflegetöchter der Verfasserin. in: Caroline Rudolphi: Gemälde weiblicher Erziehung, erster Theil. Akademische Verlagshandlung von C. F. Winter, Heidelberg 1815, S. IX, zit. bei Gudrun Perrey, S. 279 fort und erwarb sich dabei das Lob namhafter Personen. Clemens Brentano spricht von der „trefflichen Heins“ (Brief an Johann Georg Zimmer am 6. Juni 1811).Oehring, Sabine (Hrsg.): Clemens Brentano. Sämtliche Werke und Briefe. Bd. 32: Briefe IV (1808–1812). Stuttgart usw. 1996, S. 317, zit. bei Gudrun Perrey, S. 278f Zum Institutsjubiläum wurde den Schwestern Heins und Bartholomay am 18. August 1829 von der Stadt Heidelberg ein Ehrendiplom des Stadtmagistrats und der Bürgerschaft überreicht. Das noch erhaltene DokumentKurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg, Inv. Nr. SG 261/1 würdigt die Verdienste von Caroline Rudolphi, Emilie Heins und Elise Bartholomay und bezeugt die gesellschaftliche Bedeutung des Bildungsinstituts für Heidelberg.vgl. Ernestine Voß, S. 27ff

Literatur Gudrun Perrey: Das Leben der Caroline Rudolphi (1753–1811). Erzieherin, Schriftstellerin, Zeitgenossin. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2010, ISBN 3-8253-5713-9. Ernestine Voß: Erinnerungen an Emilie Heins. Gedruckt bei Carl Georgi, Bonn 1831 () Ernestine Voß: Aufsätze von Ernestine Voß, darin: „An die Kinder der Emilie Heins“, o. O. 1837 () Axel E. Walter: Ernestine Voß. Eine Dichterfrau und Schriftstellerin der Spätaufklärung. Mit einer Edition ausgewählter Schriften. Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft (Voß-Materialien, Bd. 2), Eutin 2016, ISBN 978-3-940211-01-9 Weblinks Bildnis Emilie Heins, Lithographie von J. C. Schall, abgerufen am 26. Oktober 2015 Ehrenurkunde für Emilie Heins und Elise Bartholomay vom 18. August 1829, abgerufen am 26. Oktober 2015 Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg: Kabinettausstellung Caroline Rudolphi (1753–1811): Eine Pionierin der Mädchenbildung in Heidelberg, abgerufen am 26. Oktober 2015

Einzelnachweise

Kategorie:Pädagoge (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 18. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1831 Kategorie:Frau