mini|hochkant=1.4|Übersichtskarte von Berlin-Siemensstadt

Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Siemensstadt beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Siemensstadt mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.

Überblick Allgemeines Siemensstadt hat Einwohner (Stand: ) und umfasst die Postleitzahlenbereiche 13599, 13627 und 13629. In der folgenden Liste sind 49 gewidmete Straßen und zwei benannte Plätze aufgeführt, die teilweise zu Nachbarortsteilen gehören. Nach den für die Liste ermittelten Straßenlängen liegen im Ortsteil 22,2 Kilometer Straße. Charakteristisch für den Ortsteil sind die (nichtöffentlichen) Werkstraßen auf Gewerbe- und Industriegelände, die von Arbeitsabläufen bestimmt sind, beispielsweise die Fortsetzung des Haselhorster Großen Spreerings auf das Gelände des Heizkraftwerkes Reuter-West. Bei der Öffnung als Gewerbeflächen sind erneuerte Straßen nötig, wie der Wohlrabedamm im „Thelen Technopark“.

Die Straßenzüge (Bernauer Straße)–Gartenfelder Straße–Paulsternstraße (teilweise zum Nachbarortsteil gehörend), Nonnendammallee–Siemensdamm–Saatwinkler Damm gehören mit 4450 Metern zu den übergeordneten Hauptstraßen Berlins, die den Anschluss an die A 111 und die Verbindung zwischen Bezirken sichert. Der Rohrdamm ist mit seinen 2260 Metern die Hauptstraße mit regionaler Bedeutung zwischen Spree (Rohrdammbrücke) im Süden und Hohenzollernkanal (Saatwinkler Damm) im Norden. Ergänzt werden die Hauptstraßen im Ortsteil schließlich durch Motardstraße und Otternbuchtstraße, die das Industriegebiet im Süden erschließen.

Entstehung des Straßennetzes und Prinzipien der Namensvergabe Die Straßen im Ortsteil nehmen seit den 1850er Jahren den Ursprung im (historischen) durchführenden Straßensystem (insbesondere der Nonnendamm) und wurden durch die Ansiedlung der Siemens-Werke auf den Nonnenwiesen (Hühner-Werder) und die entstehenden Werkssiedlungen ergänzt. Zur Entwicklung des Straßensystems im Ortsteil war es von gewisser Bedeutung, dass der östlich angrenzende Bereich zur selbstständigen Stadt Charlottenburg gehörte, ein Teil des Gebietes dagegen zum Stadtkreis Spandau. Im Adressbuch von 1911 findet sich der Ortsteil noch als „Kolonie Nonnendamm“ im Stadtkreis Spandau. Auf die vormals feuchte Umgebung verweisen Straßennamen mit den Endungen „…damm“ bzw. „…steig“. Die Straßen erschließen die weitläufigen Industrie- und Werksanlagen im Süden und Westen und grüne Wohnsiedlungen im Nordosten. Im Süden begrenzt die Spree (meist am Südufer) den Ortsteil.

Zur Bewältigung des mit der Industrialisierung rasch zunehmenden Verkehrsaufkommens und als Erleichterung für die Beschäftigten ließ die Firma auf ihre Kosten bestehende Wege zu Straßen ausbauen und legte neue an. Die Straßen erschlossen weitere Werksbauten und bereiteten Wohnhausbauten vor. Siemens erweiterte 1901 den als Erschließungsweg bestehenden Wernerwerkdamm, 1903 folgte mit der 30 Meter breiten Ohmstraße die erste neue Straße und 1904/1905 (in dieser Folge) Hefnersteig, Reisstraße, Wehneltsteig, Quellweg, Voltastraße, Bödickersteig, Grammestraße, Wattstraße und Rohrdamm. Ab 1909 kamen weitere Straßen um den Jugendweg bis zum (1848 begonnenen) Hohenzollernkanal hinzu. 1905 befestigte Siemens auf Spandauer Gebiet den Nonnendamm, den die einstigen Besitzer dieser Gegend – die „jungfräulichen“ Nonnen des Spandauer Benediktinerinnen-Klosters St. Marien – seit dem Jahr 1239 angelegt hatten, um zu ihren Ländereien in Moabit, Charlottenburg, Wedding zu gelangen (daher die Namensgebung Jungfernheide, Jungfernheideweg, Jungfernsteig, Nonnendamm, Nonnendammallee). Die Straßennamenendungen „…damm“, „…weg“, „…steig“ weisen auf die ehemals unwegsame Gegend hin. Bis zur Anlage der Nonnendammallee (ab 1906) und des Siemensdamms (ab 1913) in Breiten von 49 Metern war er die „überregionale“ Straßenverbindung der Siemensstadt mit den Nachbarorten geschaffen. Die im Auftrag von Siemens tätige Märkische Bodengesellschaft erschloss das von der Firma zur Verfügung gestellte Areal und begann, mit freien Architekten und Baumeistern im Herbst 1904 mit dem Bau erster Wohnblöcke zwischen Ohmstraße, Hefnersteig und Reisstraße. Am 1. April 1905 waren an der Ohmstraße die ersten Mietshäuser bezugsfertig – knapp zehn Jahre später war auch die nördlich gegenüberliegende noch intakte Naturlandschaft bis auf wenige Reste verschwunden.Geschichte Berlins: Siemensstadt

Ortsteilgrenze Im Osten verläuft die Ortsteilgrenze zu Charlottenburg-Nord am Nonnendamm. Am Nikolaus-Groß-Weg (ohne das Straßenland) zum Siemensdamm (einschließlich Straßenland) führt die Grenze entlang der stillgelegten Siemensbahn, an der Westseite des Jungfernheidewegs und der Mäckeritzbrücke liegt sie am Nordufer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals, früher als Hohenzollernkanal bezeichnet, wo der Ortsteil Tegel benachbart ist. Vor dem Saatwinkler Steg weicht die Grenze ab hier zu Haselhorst nach Süden ab, verläuft auf der Mitte des alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals und schließt das Quartier Gartenfeld ein. Von der Gartenfelder Brücke schließen die Gartenfelder und Paulsternstraße am Ostrand (Straßenland liegt im Nachbarortsteil) bis (unter Ausschluss der) Nonnendammallee und (im Winkel) unter Einschluss der Boltonstraße bis Großer Spreering (eine Werksstraße) und weiter in der Mitte der Alten Spree an. An deren Zusammentreffen mit der Spree liegt Spandau und der Grenzverlauf liegt bis zum Wechsel zwischen dem Bezirk Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf als Ortsteilgrenze in Flussmitte und als Bezirksgrenze dann wieder am Südufer der Spree, sodass hier die Spree zum Ortsteil Siemensstadt gehört. Die Grenze zwischen Spandau und Charlottenburg wurde 1938 von der südlichen Führung ab Bahnstrecke vom Siemensdamm am (ehemaligen) Bahnhof Wernerwerk an Mäckeritzstraße, Quellweg, Jungfernheidesteig zu der Führung nordöstlich der Bahnstrecke zwischen Siemensdamm und Jungfernheideweg geändert.

Übersicht der Straßen und Plätze

Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen Bild Alandstraße ()Aland, Fischart align=right Straßenbenennungen. In: Amtsblatt für Berlin, 26. September 2025, S. 2547–2550; online. Die Straße liegt auf der Insel Gartenfeld. 140px|zentriert|Alandstraße (auf der Insel 'Neues Gartenfeld')Am Laubwald ()100 laubbaumbewachsenes Waldgelände der Jungfernheide Die Straße geht von der Straße Im Heidewinkel als Sackgasse ab. Der Hausnummernverlauf folgt dem Prinzip der Orientierungsnummerierung und umfasst den Bereich 1–12. 140px|Berlin-Siemensstadt Am Laubwald Bachsaiblingstraße () Bachsaibling, Fischart align=right Straßenbenennungen. In: Amtsblatt für Berlin, 26. September 2025, S. 2551–2553; online. Die Bachsaiblingstraße liegt auf der Insel Gartenfeld. Sie führt entlang der Nordseite des Belgienhauses. 140px|zentriert|Berlin-Siemensstadt Bachsaiblingstrasse Belgienstraße ()Belgien, Land in Europa align=right Die Belgienstraße liegt auf der Insel Gartenfeld. Sie führt entlang der Westseite des Belgienhauses.140px|zentriert|Berlin-Siemensstadt Belgienstraße (Süd-Nord-Blick) 140px|zentriert|Berlin-Siemensstadt Belgienstraße (Nord-Süd-Blick)Bödikersteig ()150Tonio Bödiker (1843–1907), preußischer Beamter und Vorstandsvorsitzender der Siemens & Halske AG Die Straße, nach Bebauungsplan 1905 als Straße 2a in der Kolonie Nonnendamm angelegt, erhielt auf Beschluss des Spandauer Magistrats ihren Namen. Im Adressbuch von 1912 ist der Bödikersteig mit den Grundstücken 1–11 genannt, wobei auf Nr. 7 ein Neubau verzeichnet ist. Im Jahr 1918 sind alle elf Grundstücke bebaut. Der Bödikersteig verbindet Wernerwerkdamm und Nonnendammallee.140pxBoltonstraße ()290(im Ortsteil)Werner von Bolton (1868–1912), Chemiker und Mitarbeiter der Siemens & Halske AG Die Straße liegt zwischen Nonnendammallee und Otternbuchtstraße und ist ein viel befahrener Industrie-Zubringer, insbesondere für das Heizkraftwerk Reuter und Reuter-West. Sie war vor der Benennung der westliche Abschnitt der Motardstraße. Das Grundstück 11 an der Nordseite und das Straßenland liegen im Ortsteil. Die Parzelle 15 auf der Südseite der Straße ab Großer Spreering einschließlich dessen Straßenland liegt in Haselhorst.140pxBuolstraße ()140Heinrich von Buol (1880–1945), Vorstandsvorsitzender der Siemens & Halske AG Die Buolstraße geht vom Rohrdamm ab und ist jenseits des Janischwegs eine Sackgasse. Die Straße in der Siedlung Rohrdamm-West wurde 1953 auf einem nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise abgeholzten Waldgelände der damals hier bestehenden Jungfernheide angelegt. 140px|Berlin-Siemensstadt Buolstraße SportzentrumDihlmannstraße ()530Carl Dihlmann (1857–1920), Ingenieur und Vorstandsmitglied der Siemens-Schuckertwerke Die ruhige Wohnstraße mit Mehrfamilienhäusern in der denkmalgeschützten Siemens-Siedlung liegt zwischen der Straße Im Heidewinkel und dem Rohrdamm und ist in dieser Richtung eine Einbahnstraße. Sie wurde 1922 als Straße F angelegt. An der Südseite grenzt die schmale Straße direkt an den Wilhelm-von-Siemens-Park. Die Straßenbenennung ehrt den Unternehmer und Ingenieur Carl Dihlmann, der maßgeblich an der Planung und am Bau von Großkraftwerken beteiligt war.140px

140px|Berlin-Siemensstadt DihlmannstraßeElsa-Neumann-Straße ()480Elsa Neumann, deutsche Physikerin (1872–1902) Die Privatstraße erschließt die Neubausiedlung Halske Sommergärten und zweigt vom Saatwinkler Damm ab. 140px|Elsa-Neumann-Straße (Blick Südost-Nordwest)Gartenfelder Straße ()910(im Ortsteil)Gartenfeld, ehemaliges Gut, in dessen Richtung die Straße verlief. Die Straße verläuft von der Tegeler Brücke über den Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal bis zur Daumstraße in Haselhorst. Im Ortsteil liegt sie zwischen den beiden Kanalbrücken und südlich der Gartenfelder Brücke mit dem östlichen Grundstücksbereich. Der westliche Abschnitt und das Straßenland südlich vom Alten Kanal gehören zu Haselhorst. Der Hausnummernverlauf folgt dem Prinzip der Orientierungsnummerierung und umfasst im Ortsteil die Parzellen 1–37a und 41–59b (ungerade). Am 14. Oktober 1910 beschloss der Spandauer Magistrat, den Teil der Berliner Chaussee, der vom Nonnendamm durch fiskalisches Gelände des Militärs in Haselhorst bis zur damaligen Stadtkreisgrenze verlief, in Gartenfelder Straße umzubenennen. Nach der Bildung der Stadtgemeinde Berlin wurde der im Norden anschließende Teil der Bernauer Straße zwischen dem Alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und der neuen Bezirksgrenze am 23. Juni 1924 in die Gartenfelder Straße einbezogen.140px|zentriert|Gartenfelder Straße 140px|zentriert|Gartenfelder Straße 140px|zentriert|Gartenfelder Straße 140px|zentriert|Gartenfelder Straße 140px|zentriert|Metallwerk Gartenfeld 140px|zentriert|Ehemaliger Bahnhof GartenfeldGoebelstraße ()290(im Ortsteil)Heinrich Göbel (1818–1893), US-amerikanischer Feinmechaniker und Erfinder Der Verkehrsweg entstand aus den gemäß Bebauungsplan trassierten Straße 4 und Straße 85 in der Großsiedlung Siemensstadt. Die Straße liegt zwischen Jungfernheideweg und Lenther Steig, über letzteren geht sie bis zum Siemensstadion weiter. Sie ist eine ruhige Wohnstraße mit Mehrfamilienhäusern. Der Hausnummernverlauf folgt dem Prinzip der Orientierungsnummerierung und umfasst im Ortsteil die Parzellen 117–151 (ungerade) sowie 120–150 (gerade). Der östliche Abschnitt der Straße liegt in Charlottenburg-Nord. In der Straße stehen die St.-Joseph-Kirche und das Eduard-Willis-Haus, ein ehemaliges Erholungsheim für Mädchen der Siemenswerke.140px|zentriert|Goebelstraße 140x140px|zentriert|Berlin-Siemensstadt Goebelstraße St. Joseph-KircheGrammestraße