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Ensembles

Ensemble Altstadt Vilsbiburg mit Oberer Stadt miniatur|250px Es umfasst den Stadtplatz als Kern der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Wittelsbachern planmäßig begründeten Marktanlage Vilsbiburg zusammen mit der vor dem spätgotischen Oberen Tor liegenden Oberen Stadt als ehemaligen Vormarkt. Die Neugründung Vilsbiburg entstand als typisch wittelsbachische Marktanlage im rechten Winkel zum Flusslauf der Großen Vils südwestlich des bereits lange vorher bestehenden Dorfes Biburg. Anlass für die Neuansiedlung war die Verlegung der Zollstätte von der alten, dem Salzburger Bischof gehörigen Brücke in herzogliches Territorium. Das neue Zollhaus an der weiter flussaufwärts errichteten Vilsbrücke wurde somit zur Urzelle des 200 m langen Straßenmarktes, der an den Schmalseiten durch zwei Torbauten abgeriegelt und entlang seiner äußeren, hufeisenförmigen Umgrenzung mit Ringmauern befestigt wurde. Die Neugründung erhielt vorübergehend Stadtrecht (1323 bestätigt), im Gegensatz zu den älteren Siedlungen außerhalb der Mauern, die links der Vils Oberer Vormarkt und rechts der Vils Unterer Vormarkt genannt wurden. Der langgezogene, rechteckige Stadtplatz im Anschluss an die Vilsbrücke bildete einen wichtigen Knotenpunkt in der neuen Straßenführung der Wittelsbacher, die von der neu gegründeten Stadt Landshut eine Verbindung über Geisenhausen, Vilsbiburg und Neumarkt nach Burghausen anlegten. Die bereits bestehende Straße von Herrnfelden bis Biburg, am nordwestlichen Kopfende des Stadtplatzes vorbeiführend, wurde zur bedeutenden Querverbindung nach Frontenhausen. Trotzdem stagnierte die Entwicklung Vilsbiburgs seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgrund mehrerer großer Brände und der weitgehenden Zerstörung 1504 im Erbfolgekrieg. Erst seit der Mitte des 16. Jahrhunderts führte ein lebhafter Aufschwung von Handwerk und Gewerbe zu der rasch entlang der Ausfallstraßen wachsenden Marktsiedlung, die schließlich 1929 zur Stadt erhoben wurde. Die wittelsbachische Neugründung ist im Zentrum der heutigen Stadt mit dem platzartigen Straßenmarkt gut überliefert. Die Platzwände, die den breiten Straßenzug begrenzen, sind in Grundriss und Baukern überwiegend noch dem 16. und 17. Jahrhundert verhaftet. Die meist dreigeschossigen Bürgerhäuser am Stadtplatz besitzen vielfach noch mittelalterliche und barocke Bausubstanz, ihre Fassaden wurden jedoch zwischen 1880 und 1914 bis auf drei Ausnahmen alle erneuert. Die lebhaft gegliederten Putzfronten im Stil des Historismus, zum Teil in neubarocker oder neugotischer Ausprägung, wechseln mit schlichteren Fassaden einiger Bauten des Inn-Salzach-Typus mit Grabendächern. An der Südseite des Stadtplatzes setzen der Eckbau des neuen Rathauses (Nr. 26), der palaisähnliche ehemaligen Finanzamtsbau (Nr. 30) und das Bürgerhaus von 1717 (Nr. 37) besondere städtebauliche Akzente, während das Geschäftshaus Nr. 27, das Postgebäude (Nr. 29) und das Geschäftshaus Nr. 32 durch ihre Frontgestaltungen und Dachausbauten Störungen im Platzbild verursachen. Die beherrschende Baugruppe der Kernstadt bildet das spätgotische Obere Tor am westlichen Kopf der Anlage, dem sich das Spitalgebäude von 1476 mit der zu Beginn des 15. Jahrhunderts errichteten Spitalkirche und ihrem schlanken Turm zugesellen. Dem Stadtplatz südwestlich nahezu im rechten Winkel vorgelagert ist die Obere Stadt, ein Vormarkt, der im Zuge der alten Straße Landshut-Frontenhausen liegt. Der leicht gekrümmte, wohl vom Verlauf einer ehemaligen Vorbefestigung bestimmte Straßenplatz tangiert den westlichen Kopf des Stadtplatzes im rechten Winkel; beide Bereiche werden durch das Obere Tor optisch getrennt. Die Bebauung weist letzte kleinere Vorstadthäuser des 18./19. Jahrhunderts auf, bestimmend sind jedoch die reich bewegten Fronten oft dreigeschossiger Wohn- und Geschäftshäuser des 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie stattliche Gasthöfe. Die gegenüber dem Stadtplatz eher schlichtere Bebauung wird an der Ostseite durch Neubauten gestört. Aktennummer: E-2-74-184-1

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Anmerkungen

Literatur

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