mini|Offene Bebauung mit Mietshäusern auf einem Stadtplan von 1907. Am Ort der Gärtnerei rechts neben der 25. Bezirksschule befindet sich heute der Pohlandplatz.

In der Liste der Kulturdenkmale in Striesen sind alle Kulturdenkmale aufgeführt, die sich in der Gemarkung von Striesen, einem Stadtteil der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, befinden. Die Liste orientiert sich an den Angaben des Themenstadtplans der Stadt Dresden, der sämtliche bis Januar 2006 vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen erfassten Kulturdenkmale verzeichnet. Die heutigen Gemarkungsgrenzen entsprechen mit geringen Abweichungen den Grenzen Striesens vor der Eingemeindung nach Dresden im Jahr 1892.

Die Anmerkungen sind zu beachten.

Diese Liste ist eine Teilliste der Liste der Kulturdenkmale in Dresden.Diese Liste ist eine Teilliste der Liste der Kulturdenkmale in Sachsen.

Die Striesener Denkmallandschaft Die Denkmallandschaft Striesens ist vor allem Folge der rasanten Bebauung eines bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vorwiegend gärtnerisch genutzten Gebietes zwischen dem alten Ortskern von Striesen und dem erst 1921 eingemeindeten Villenvorort Blasewitz. Dabei legte eine Bebauungsordnung fest, dass Wohnhäuser in offener Bebauung zu errichten waren, eine Maximalhöhe von drei Vollgeschossen einzuhalten hatten, rundherum von Garten umgeben sein und dabei einen Mindestabstand zueinander und zur Straße aufweisen mussten. Dies führte zu der für Dresden typischen Bebauung mit vielen in etwa würfelförmigen Mietshäusern, die in der Literatur als Dresdner Würfelhäuser beziehungsweise Dresdner Kaffeemühlen bezeichnet werden.Matthias Donath, Jörg Blobelt: Engel im Hausflur. Dekorationskunst in Dresdner Wohnhäusern. S. 8 ff. Damit entstand in Dresden ein eigener Typus des Mehrfamilienhauses, der den großen Wohngebieten der Gründerzeit ein von anderen deutschen Großstädten deutlich unterschiedenes Gepräge verleiht.Holger Starke (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dresden. Band 3, Dresden 2006, S. 99.

mini|Fassadenschmuck in der Eisenacher Straße 26 Bauherren und Architekten orientierten sich an der Grundform der Neorenaissance-Villa, wie sie beispielgebend 1839 mit der Villa Rosa von Gottfried Semper geschaffen worden war. Würfelhäuser entstanden seit etwa 1890 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs in nur geringer Variation, was die Geschosszahl und Fassadenbreite angeht, aber stilistisch mit einer durchaus bemerkenswerten Bandbreite. Neben sehr schlichten Gebäuden mit einfach verputzten Fassaden und Fenstergewänden sowie Gesimsen aus Elbsandstein, die lediglich leichte Anklänge an den Stil der Renaissance etwa in Form von Rollwerk an den Giebeln zeigen, entstanden insbesondere nach 1895 auch reich geschmückte Gebäude mit ausgefallenem Fassadenschmuck und extravaganter Innenausstattung, darunter das Haus Niederwaldstraße 37. Zwar stehen die meisten besonders reich ausgestatteten und damals wie heute als „Mietvilla“ bezeichneten Gebäude dieser Art in der benachbarten Johannstadt (etwa die Reinickstraße 10), doch finden sich auch in Striesen Beispiele für fantasievollen Jugendstilschmuck, etwa in der Altenberger Straße 6 oder der Eisenacher Straße 26. Die kurz vor dem Ersten Weltkrieg gebauten Häuser wenden sich dann erkennbar dem Reformstil zu, beispielsweise in der Ermelstraße zwischen Wittenberger Straße und Pohlandplatz.

In Striesen gibt es auch verschiedene Beispiele für genossenschaftlichen Wohnungsbau, der bereits vor 1914 größere Wohnanlagen hervorbrachte, etwa die König-Friedrich-August-Häuser oder die Rudolf-Schilling-Häuser zwischen der Wormser- und der Holbeinstraße. Letztere sind auch ein Beispiel für die in Striesen nur in wenigen Bereichen anzutreffende geschlossene Bebauung. Lediglich in einigen Bereichen, deren Bebauung schon vor 1892 begann, findet sich diese Bauweise, so in der Nähe Altstriesens und entlang der Hauptverkehrsachse Borsbergstraße–Schandauer Straße einschließlich einiger direkt anschließender Bereiche in den Nebenstraßen, etwa in der Bergmannstraße und der Tittmannstraße.

Ein weiterer prägender Bestandteil Striesens ist die seit etwa 1898 südlich der Schandauer Straße angesiedelte Industrie, vor allem der Tabakverarbeitung und der optischen Industrie. Zu nennen sind etwa die Zigarettenfabrik Jasmatzi, die Gebäude der Herrenmode Dresden und die Ernemann-Werke (später Zeiss Ikon), die heute teilweise noch immer industriell genutzt werden.

An Blasewitz angrenzend finden sich auch einige Villen, die allerdings den architektonischen Aufwand der Blasewitzer Architektur nicht erreichen. Trotzdem bilden Teile Striesens und Blasewitz aus denkmalpflegerischer Sicht eine Gesamtheit. Sie sind im Denkmalschutzgebiet Blasewitz/Striesen-Nordost (in Kraft gesetzt am 28. März 1997) zusammengefasst.Denkmalschutzgebiete auf dem Themenstadtplan Dresden

Als Sakralbau ist die Versöhnungskirche hervorzuheben, ein dominanter Jugendstilbau an der Schandauer Straße.

Legende

Denkmalliste

Ehemalige Kulturdenkmale

Anmerkungen

Ausführliche Denkmaltexte

Quellen

Weblinks

Kulturdenkmale im Themenstadtplan Dresden

Einzelnachweise

Striesen !