mini|Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Losheim mini|Vorgängerbau, 1945 zerstört mini|Innenraum Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in der saarländischen Gemeinde Losheim am See, Landkreis Merzig-Wadern ist die einzige katholische Kirche des Kernortes Losheim. Sie trägt das Patrozinium der Apostel und Kirchenväter Simon Petrus und Paulus von Tarsus. In der Denkmalliste des Saarlandes ist das Kirchengebäude als Einzeldenkmal aufgeführtDenkmalliste des Saarlandes, Teildenkmalliste Landkreis Merzig-Wadern (PDF; 320 kB), abgerufen am 16. Mai 2013.

Geschichte Vorgängerbauten Im frühen 1. Jahrhundert. n. Chr. befand sich an der Stelle der Kirche, auf dem Losheimer Kulthügel, das Grabmal des römischen Zöllners Mibliomarus. Um 550 erfolgte der Bau einer fränkischen Turmkirche, der um 1100 der Bau einer romanischen Kirche mit Rundchor und ohne Turm folgte. Um 1510 kam es zum Bau einer spätgotischen Hallenkirche, die 1711 um ein Kirchenschiff nach Norden erweitert wurde und in den Jahren 1782 bis 1783 eine Vergrößerung des Kirchenraums erfuhr. 1809/10 erhielt das Gotteshaus einen neuen Turm Auf: www.institut-aktuelle-kunst.de, abgerufen am 12. Januar 2026.

St. Peter und Paul heute Die heutige Pfarrkirche wurde mit Beteiligung von Pastor Groß 1946 konzipiert, nachdem der Vorgängerbau – dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurück reichen – im März 1945 durch Kriegseinwirkungen zerstört worden war. Der Umbau, nach Plänen des Architekten Josef Wilhelm Stockhausen (Neunkirchen), machte aus der ehemaligen gotischen Kirche eine Basilika im frührömischen Stil. Die Kirche ist 55 Meter lang, 19 Meter breit und in der Mitte 15 Meter hoch. Der Innenraum setzt sich aus einer Vorhalle unter der Orgelempore, einem dreischiffigen Langhaus und einem halbrunden Chorraum zusammen.

Ausstattung Bildhauer Hans Glawe (Göttelborn) schuf 1958 das sogenannte „sprechende Portal“ mit sechs Bronzeplatten, das die 2000-jährige Geschichte des Losheimer Kulthügels darstellt.

Die Fenster entwarf 1961 Kirchenmaler Jakob Schwarzkopf (Trier), für deren Ausführung die Firma Binsfeld (Trier) verantwortlich zeichnete. Dargestellt sind auf der linken Seite: St. Barbara, St. Cäcilia, St. Oranna, St. Elisabeth, Selige Blandine von Düppenweiler, auf der rechten Seite: St. Eucharius, St. Wendalinus, St. Lutwinus, Seliger Pater Wilhelm Eberschweiler und im Altarraum: Petrus und Paulus.

Von Hubert Gotzes, Firma Mauß (Krefeld) stammen die an die Altarstele angepasste Monstranz, sowie das Taufbecken und der Ambo, die beide aus Bronze angefertigt wurden.

Der Zelebrationsaltar aus Sandstein mit Kreuzmotiven stammt von Bildhauer Paul Schneider (Saarbrücken). Die ebenfalls aus Sandstein gefertigte Schutzmantelmadonna außerhalb der Kirche ist ein Geschenk von Architekt Ludwig Röder (Losheim), ebenso das auf der Völklinger Hütte gegossene Metallkreuz.

Orgeln mini|Ehemalige Haerpfer-&-Erman-Orgel (1953–1985) Die erste Orgel der Kirche wurde von der Firma Haerpfer & Erman aus Boulay (Moselle) erbaut. Das Instrument besaß 30 Register auf zwei Manualen und Pedal und wurde 1974 durch Herbert Schmidt aus Mersch umgebaut. 1985 wurde die Haerpfer-&-Erman-Orgel aufgegeben und durch die heutige Oberlinger-Orgel ersetzt. Das Instrument hatte folgende Disposition:

I Hauptwerk C–g3 1. Bourdon 16′ 2. Principal 8′ 3. Hohlflöte 8′ 4. Gemshorn 8′ 5. Octave 4′ 6. Nachthorn 4′ 7. Quinte ′ 8. Octave 2′ 9. Mixtur IV ′ 10. Krummhorn 8′ 11. Kopftrompete 4′ II Schwellwerk C–g3 12. Geigenprincipal 8′ 13. Gedackt 8′ 14. Salicional 8′ 15. Principal 8′ 16. Rohrflöte 4′ 17. Nazard ′ 18. Waldflöte 2′ 19. Terz ′ 20. Scharff III 1' 21. Fagott 16′ 22. Trompete 8′ 23. Clairon 4′ Trémolo Pedal C–f1 24. Principalbass 16′ 25. Subbass 16′ 26. Octavbass 8′ 27. Gedecktbass 8′ 28. Octavbass 4′ 29. Posaune 16′ 30. Trompete 8′

Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P Suboktavkoppel: II/I Superoktavkoppel: II/I Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, Tutti, Crescendotritt

mini|Oberlinger-Orgel (1985) Die Orgel wurde 1985 von der Orgelbaufirma Gebr. Oberlinger Orgelbau (Windesheim) erbaut. Das Instrument hat 47 Register zuzüglich einer Extension und einer akustischen 32' Schaltung auf drei Manualen und Pedal. Eine Renovierung inklusive geringfügiger Umdisponierung fand 2013 durch die Firma Mayer statt. 2025 wurde das Instrument durch Mayer um eine Tuba 16'-8' sowie ein Röhrenglockenspiel ergänzt.Nähere Informationen zur Orgel Im Rahmen einer Renovierung im Jahre 2013 ergab sich folgende neue Disposition:Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln im Saarland, Regensburg 2015, S. 256.

I Rückpositiv C–g3 1. Copula 8′ 2. Quintade 8′ 3. Prästant 4′ 4. Blockflöte 4′ 5. Waldflöte 2′ 6. Larigot ′ 7. Sesquialter II ′ 8. Octave 1′ 9. Scharff IV 1' 10. Krummhorn 8′ Tremulant Solo (floating) Tuba (Ext.) 16′ 11. Tuba 8′ Röhrenglocken II Hauptwerk C–g3 12. Gemshorn 16′ 13. Principal 8′ 14. Rohrflöte 8′ 15. Viola da Gamba 8′ 16. Octave 4′ 17. Gedacktflöte 4′ 18. Quinte ′ 19. Superoctave 2′ 20. Mixtur IV ′ 21. Cymbel III ′ 22. Cornett IV (ab g0)4′ 23. Fagott 16′ 24. Trompete 8′ Cymbelstern III Schwellwerk C–g3 25. Holzflöte 8′ 26. Gedackt 8′ 27. Salicional 8′ 28. Vox coelestis 8′ 29. Principal 4′ 30. Koppelflöte 4′ 31. Nasard ′ 32. Octave 2′ 33. Terz ′ 34. Mixtur V 2' 35. Basson 16′ 36. Trompette harmonique 8′ 37. Hautbois 8′ Tremulant Pedal C–f1 Kontrabass (akust.)32′ 38. Principalbass 16′ 39. Subbass 16′ 40. Octavbass 8′ 41. Gedacktbass 8′ 42. Choralbass 4′ 43. Rohrpfeife 2′ 43. Pedalmixtur IV ′ 44. Posaune 16′ 45. Trompete8′ 46. Trompete4′ Koppeln: Normalkoppeln: I/II, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P Suboktavkoppel: III/II, III/III Superoktavkoppel: III/II, III/III Spielhilfen: Setzeranlage

Glocken Die Kirche verfügt über 4 Glocken, die über eine Schalttafel von der Sakristei aus bedient werden können.

Sonstiges Veranstaltungen In der Pfarrkirche werden regelmäßig Konzerte u. a. von der Kantorei gestaltet.

Chor In der Pfarrkirche ist die Kantorei St. Peter und Paul Losheim zu Hause. Die Kantorei gestaltet regelmäßig und an allen Festtagen die Heiligen Messen mit.

Literatur Alois Thomas und Ulrich Craemer: Neue Bauten im Bistum Trier, Monographien des Bauwesens, Folge 17., Hrsg. von der Abteilung "Bau und Kunst" des Bischöflichen Generalvikariats Trier, Stuttgart 1961, S. 44.

Weblinks

Verein zur Förderung der Kirchenmusik in St. Peter und Paul, Losheim, abgerufen am 27. August 2012 Kantorei St. Peter und Paul Losheim Informationen der Pfarrgemeinde Losheim am See, abgerufen am 27. August 2012

Einzelnachweise

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