mini|hochkant=1.3|Hauptstraße mini|hochkant|Stadtplatz
Windischeschenbach (, scherzhaft auch Tschitscherlboch) ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab, die an der Bayerischen Porzellanstraße liegt.
Geografie Geografische Lage Die Stadt liegt südlich des Zusammenflusses von Fichtel- und Tirschenreuther Waldnaab. Die dabei entstandene Waldnaab läuft südwärts und trennt mit ihrem tief eingeschnittenen Tal den Hauptort im Westen vom zweitgrößten Stadtteil Neuhaus im Osten. Die höchste Erhebung ist eine bewaldete Kuppe am Westrand des Stadtgebietes und erreicht .
Gemeindegliederung Die Stadtgemeinde hat 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Klima Die Stadt liegt im Klimabezirk des Oberpfälzer Waldes, ein waldreiches Mittelgebirge in Ostbayern mit typischem Schonklima.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Um 950 entstand durch Mönche des Klosters St. Emmeram aus Regensburg die Missionsstation Windischeschenbach. 1605 wurde der Ort zum Markt erhoben. Windischeschenbach gehörte zum größten Teil zum Reichsstift Kloster Waldsassen. Der Ort war durch den Eschenbach geteilt, wobei der am rechten Ufer gelegene Teil des Ortes dem Herzogtum Sulzbach unterstand und somit seit 1777 zu Bayern und der links des Eschenbaches gelegene Teil zu Waldsassen gehörte. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der gesamte Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
20. Jahrhundert Im Jahr 1952 wurde anlässlich der 1000-Jahr-Feier von Ort und Pfarrei der Markt zur Stadt erhoben. Am 22. September 1987 wurde in Windischeschenbach die Kontinentale Tiefenbohrung (KTB) begonnen.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Bernstein, Naabdemenreuth und Neuhaus (mit dem im Jahr 1945 oder 1946 eingemeindeten Dietersdorf) eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 5785 auf 4960 um 825 Einwohner bzw. um 14,3 %.
Name Bis 1424 hieß der Ort nur Eschenbach. Um ihn vom weiter westlich gelegenen Eschenbach abzugrenzen, erhielt er den Zusatz Windischhttp://www.windischeschenbach.de/leben-wohnen/geschichte/, da er im Vergleich zum namensgleichen Ort weiter östlich und damit näher am Wendenland (Böhmen) lag.
Religion In Johannisthal befindet sich ein Exerzitienhaus des Bistums Regensburg. Politik
Stadtrat Die 20 Sitze des Stadtrates verteilen sich seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 wie folgt (mit Vergleichszahlen der beiden vorigen Wahlen): Partei / Liste CSU SPD Grüne FW Sitze 2020 10 4 2 4 Sitze 2014 12 6 – 2 Sitze 2008 11 6 – 3
Bürgermeister Bei der Kommunalwahl 2014 wurde Karlheinz Budnik (CSU) mit 70,52 % der gültigen Stimmen zum Ersten Bürgermeister gewählt. Er gehört mit Sitz und Stimme ebenfalls dem Gemeinderat an.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Windischeschenbach ist das „Tor zum Waldnaabtal“, einem Naherholungsgebiet zum Wandern und Radfahren. Das Waldnaabtalmuseum in der Burg Neuhaus ist ein regionales Archiv der Kultur und Lebensart. mini|hochkant=1.1|Burg Neuhaus
Bau- und Bodendenkmäler
Schloss Windischeschenbach Burg Neuhaus mit 23 m hohem „Butterfassturm“ Kommunbrauhaus (Windischeschenbach)
Natur Das Naturschutzgebiet Waldnaabtal
Kulinarische Spezialitäten Windischeschenbach stellt eine Zoigl-Hochburg dar. Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das nach traditioneller Weise gebraut wird. Die zahlreichen Zoigl-Stuben laden zumeist an den Wochenenden abwechselnd zum abendlichen gemütlichen Beisammensein ein.
Sport Allgemeiner Turn- und Sportverein ATSV Behinderten- und Versehrtensportverein DJK Windischeschenbach Eisstockclub Windischeschenbach Feuerschützengesellschaft Windischeschenbach e. V. Fischerfreunde Neuhaus – Windischeschenbach Rad- und Skisportverein Concordia SKC UNTER UNS SpVgg Windischeschenbach e. V. Tauch- und Schnorchelclub „Easy Diver“ Tennisclub Windischeschenbach Narrhalla Stadt Windischeschenbach e. V.
Verkehr mini|Zug der Oberpfalzbahn im Bahnhof Windischeschenbach hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau, an dem regelmäßig Züge der Oberpfalzbahn verkehren. Die Stadt grenzt unmittelbar an die Autobahn A 93 Regensburg – Weiden – Hof an und hat eine eigene Anschlussstelle.
Sonstiges mini|hochkant|Der 83 m hohe Bohrturm bei Windischeschenbach Überregional bekannt wurde Windischeschenbach durch das Kontinentale Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland. Das Bohrloch der Hauptbohrung ist mit 9101 Metern Tiefe das tiefste in Deutschland und eines der tiefsten weltweit. Der Bohrturm kann besichtigt werden.
Persönlichkeiten Ehrenbürger Hans Hausmann (1876–1933), langjähriger Bezirksamtmann des Bezirksamts Neustadt an der Waldnaab
Söhne und Töchter der Stadt Wigand Deltsch (1708–1792), Zisterzienser, Abt des Klosters Waldsassen Christian Adam (1833–1887), Philologe und Gymnasiallehrer Wilhelm Schiml (1858–1928), Posthalter und Landtagsabgeordneter (Zentrumspartei) Josef Wittmann (1880–1968), Kirchenmaler des Neubarocks im süddeutschen Raum. Malte in über 80 Kirchen Kirchendecken und Altarbilder hauptsächlich in den Diözesen Regensburg, Eichstätt und München-Freising bzw. in der Oberpfalz, Nieder- und Oberbayern, vereinzelt auch in den Diözesen Augsburg und Passau. Richard Hirsch (1882–1959), deutscher Glashüttentechniker Paul Schinner (1937–2026), Oberpfälzer Bildhauer, Maler und Grafiker Marion Schieder (* 1976), Fernseh- und Radiomoderatorin
Mit der Stadt verbunden Josef Wagner (1892–1979), SPD-Politiker, lebte nach dem Ersten Weltkrieg in Windischeschenbach. Dieter Hildebrandt (1927–2013), deutscher Kabarettist, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus seiner niederschlesischen Heimat vertrieben und lebte in Windischeschenbach. Norbert Neugirg (* 1960), Kabarettist, Schauspieler, Moderator, Kolumnist und Musiker, Gründer der Altneihauser Feierwehrkapell’n, lebt in Windischeschenbach
Weblinks
Stadt Windischeschenbach Windischeschenbach : Historische Spurensuche - Die Junge Pfalz in Bayern (Haus der Bayerischen Geschichte)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Waldnaab Kategorie:Stadt in Bayern Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1952